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Datum:17.05.2012

Landwirtschafts - News

05.05.2010

13:37

Blutschwitzen bei Kälbern - Bovine Neonatale Panzytopenie

Die Bluterkrankheit, wissenschaftlich Bovine Neonatale Panzytopenie genannt, tritt meist bei Kälbern zwischen der zweiten und dritten Lebenswoche auf. Die Rasse und Herkunft scheinen keinen Einfluss auf das Auftreten der Krankheit zu haben – die betroffenen Kälber gehören völlig unterschiedlicher Rassen und Kreuzungen an.

Ursache für die Bluterkrankheit ist eine massive Schädigung des Knochenmarks. Das erkrankte Knochenmark ist nicht in der Lage, Blutplättchen zu produzieren, die für die Gerinnung des Blutes notwendig sind. Die auftretenden, unstillbaren Blutungen sind Folge dieser Gerinnungsstörung. Ob ein genetischer Defekt, eine Infektion oder eine Vergiftung Auslöser für die  Knochenmarkschädigung ist, ist noch unklar.

Kleine Wunden haben unstillbare Blutungen zur Folge

Das sicherlich auffälligste Symptom, dem die Bovine Neonatale Panzytopenie den Beinamen „Blutschwitzen“ verdankt, ist das plötzliche Auftreten von Blutungen aus der scheinbar unverletzten Haut – als würden die Hautporen Blut ausschwitzen. Auch aus den Körperöffnungen rinnt Blut: häufig bluten die erkrankten Tiere im Bereich des Flotsmauls, des Kinns und aus den Nasenöffnungen.

Kleine Wunden, wie sie beim Einziehen der Ohrmarke oder bei tierärztlichen Injektionen entstehen, haben unstillbare Blutungen zur Folge. Eine allgemeine Blässe der Schleimhäute und das Absetzen von blutigem Kot werden ebenfalls oft beobachtet. Begleitet werden die Symptome meist von hohem Fieber. Weitere Begleiterkrankungen wie Durchfall, Lungenentzündung oder Wundinfektionen sind aufgrund des schlechten Allgemeinzustands der Kälber keine Seltenheit.

Die meisten Kälber sterben innerhalb weniger Tage oder Stunden

Bei tierärztlichen Untersuchungen werden auch innere Blutungen festgestellt: Die betroffenen Tiere bluten in das Unterhautgewebe und in die inneren Organe. Eine Blutanalyse weist einen stark verringerten Anteil an weißen Blutkörperchen sowie an Blutplättchen nach. Der Mangel an weißen Blutkörperchen ist Ursache für die schlechten Abwehrkräfte des Kalbs, der Mangel an Blutplättchen hat die Gerinnungsstörung zur Folge. Aufgrund der massiven Blutungen ist das Kalb meist anämisch.

Bei erkrankten Kälbern kann eine Therapie mit Bluttransfusionen versucht werden. Jedoch sterben die meisten Kälber innerhalb von wenigen Stunden bis Tagen an den Folgen des Blutverlusts, an hohem Fieber oder an Begleiterkrankungen. Im Interesse der Erforschung von Ursachen und Therapiemöglichkeiten der Bluterkrankheit werden alle Landwirte dringend gebeten, verdächtige oder erkrankte Kälber den entsprechenden Behörden zu melden.



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