15:10
Rund 340.000 Menschen leiden jedes Jahr unter Tinnitus. Tinnitus ist ein von Medizinern verwendeter Sammelbegriff für Ohren- und Kopfgeräusche aller Art, unabhängig von ihrer Ursache. Die Ohrengeräusche oder das Ohrensausen werden von den Betroffenen als lästig bis ernsthaft quälend beschrieben. Oft ist Auslöser des Tinnitus eine Schädigung des Innenohrs oder des Hör- und Gleichgewichtsnervs. Bestimmte Faktoren können die Entstehung eines Tinnitus begünstigen.
Bei rund der Hälfte aller Tinnitus-Patienten werden Stress und Lärmbelästigung als Auslöser der Erkrankung betrachtet. Stress und Lärm können sogar zum Hörsturz führen. Als Hörsturz bezeichnen Mediziner ein Symptom, das plötzlich und jede Vorwarnung auftritt: Das Hörvermögen fällt vorübergehend auf einem oder beiden Ohren aus. Oft wird die Taubheit auch von einem Druckgefühl im Ohr oder von Schwindelgefühlen begleitet.
Ursache für den Hörsturz ist vermutlich eine Störung der Durchblutung der kleinsten Gefäße des Innenohrs. Die begünstigenden Faktoren sind vielfältig: neben Stress und Lärm gehören auch Virusinfektionen, Schädigungen der Halswirbelsäule – beispielsweise nach einem Autounfall – oder Durchblutungsstörungen dazu.
Bei Verdacht auf Hörsturz sollten sich Betroffene schnellstmöglich zum Arzt begeben, denn um Langzeitschäden zu vermeiden, ist eine umgehende Therapie notwendig. Der Arzt wird zur Sicherung seiner Diagnose diverse Untersuchungen anstellen, unter anderem wird meist der Blutdruck gemessen, eine Blutanalyse durchgeführt, eine Hals- Nasen- Ohrenuntersuchung vorgenommen und ein Gleichgewichts- und Hörtest gemacht.
Bestätigt sich der Verdacht, werden durchblutungsfördernde Medikamente als Infusion verabreicht und gegebenenfalls weitere therapeutische Maßnahmen eingeleitet. Bei rechtzeitiger Behandlung erholen sich rund zwei Drittel der Hörsturz-Patienten wieder vollständig. Ein Drittel der Erkrankten leiden jedoch nach dem Hörsturz dauerhaft unter einem beeinträchtigten Hörvermögen, Tinnitus oder erleiden einen weiteren Hörsturz.