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Eine intakte Beziehung zu seinem Menschen gibt dem Hund die Sicherheit, die er braucht, um mit der neuen, beängstigenden Situation zurecht zu kommen. Ein Hund, dessen Bindung an seinen Menschen stabil ist, wird sich automatisch vermehrt an ihm orientieren. Für den Menschen gilt es, dieser hohen Verantwortung gerecht zu werden.
Während ein blinder Hund sich in seiner gewohnten Umgebung meist noch gut zurecht findet, solange diese sich nicht dramatisch verändert, fordert er in fremder Umgebung die volle Konzentration seines Menschen. Insbesondere unterwegs muss sein Mensch für ihn mitdenken, immer einen Tick voraus sein, mögliche Gefahren und Risiken sorgsam abschätzen können und seinen Hund davor bewahren. Konfrontationen mit Menschen, insbesondere mit Kindern, oder auch mit anderen Hunden sollte der Hundehalter jetzt nur sehr vorsichtig und kontrolliert zulassen.
Freilauf sollte nur gestattet werden, wenn die Situation es wirklich zuläßt, also keine Hindernisse, Passanten oder andere Hunde in der Nähe sind. Menschen sollten sich dem blinden oder sehbehinderten Hund nur vorsichtig nähern und ihn zunächst freundlich ansprechen und ausgiebig schnuppern lassen – jederzeit mit der Option, sich zurück zu ziehen. Kommt ein fremder Hund auf den blinden Hund zu gestürmt, sollte der andere Hundehalter gebeten werden, seinen Vierbeiner anzuleinen.
Innerhalb der eigenen vier Wände gibt es nun einige Vorkehrungen zu treffen. Treppen sollten mit einem Treppengitter für Kleinkinder absturzsicher gemacht werden, die Möbel sollten nicht mehr gravierend umgestellt werden. Der Hund kennt sich in seiner Umgebung meist sehr gut aus und findet sich hier im wahrsten Sinne des Wortes auch blind zurecht. Die Wege, die der Hund in der Wohnung täglich zurücklegt, sollten möglichst barrikadefrei gehalten werden, seine Schlafstelle und die Näpfe sollten an gut erreichbaren Stellen stehen.
Die meisten Hunde gewinnen Sicherheit, wenn ihr Mensch viel zu ihnen spricht. Ein sanfter, freundlicher Tonfall signalisiert dem Hund nicht nur, wo sich sein Mensch gerade befindet, sondern vermittelt ihm auch das Gefühl von Geborgenheit. Kommandos sollten laut und deutlich gesprochen werden.. Zusätzlich kann es empfehlenswert sein, neue Kommandos einzuführen, zum Beispiel eine „Warnung“, die dem Hund bedeutet, dass dort ein Hindernis auf ihn zukommt oder aber ein Mensch sich nähert.
Wichtig ist, bei einem blinden Hund viel Geduld zu zeigen, ohne aber gleichzeitig allzu inkonsequent zu werden, denn feste Regeln helfen dem Hund, sich sicher zu fühlen. Im Zweifelsfall darf sich der Mensch nie darauf verlassen, dass der Hund gehorcht – selbst, wenn er zuvor perfekt erzogen war. Daher sollte der Hund riskanten Situationen gar nicht erst ausgesetzt werden.
Auch wenn es schwer fällt: Nehmen Sie immer Rücksicht, aber bemitleiden Sie Ihren blinden Hund nicht allzu sehr. Er würde Ihre niedergeschlagene Stimmung spüren und sich dadurch verunsichern lassen – dabei kann ein blinder Hund noch eine sehr hohe Lebensqualität haben. Meistern Sie diese Herausforderung gemeinsam, kann Ihre Beziehung noch viel intensiver werden, und Ihr Hund wird ein fröhliches Hundeleben haben.