Hunde - News

03.11.2008

11:07

Zusammen leben: Hunde-Herbst

Wer das Glück hat, einen Hund zu haben, hat irgendwann eine ganz besondere Zeit vor sich: Das Alter des geliebten Vierbeiners. Hunde haben gerade in dieser Phase ihres Lebens andere Bedürfnisse, weil sich vieles verändert. Hundeschnauze hat für Sie zusammengefasst, woran man erkennt, dass der eigene Hund alt wird und wie man ihm einen schönen Hunde-Herbst bereitet.

Zeichen der Zeit

Man kann nicht immer genau sagen, wann das älterwerden beginnt, es gibt Rasseunterschiede, aber auch ganz verschiedene Hundetypen. Der eine kann bis ins hohe Alter gut laufen und liebt es, seine Besitzer noch auf langen Spaziergängen zu begleiten; der andere ist schon mit seinem Aussichtsplatz im Garten zufrieden. Was immer auch die Zeichen des Alters bei Ihrem Hund ausmachen: Die Hundepersönlichkeit, die Sie vielleicht schon viele Jahre begleitet hat, verdient es, in Würde alt werden zu dürfen.

Alterserscheinungen erkennen

Wie bei uns Menschen beginnt das älterwerden auch bei Hunden ganz unterschiedlich. Eine grauer werdende Schnauze kann, je nach Farbe des Hundes, auch schon in jüngeren Jahren auftreten. Neben körperlichen Veränderungen wie einer eingeschränkten Beweglichkeit durch altersbedingten Abbau der Muskulatur, nachlassendem Seh- und Hörvermögen und einer Veränderung der Fellbeschaffenheit, spielen auch Verhaltensänderungen wie übermäßige ängstlichkeit oder vermehrtes Bellen ohne Grund eine Rolle. Degenerative Erkrankungen des Gehirns, die einer Demenz beim Menschen nicht unähnlich sind, können sogar zu Wesensänderungen des Hundes führen. Alle genannten Auffälligkeiten können, müssen aber nicht auftreten. Manche Hunde sind einfach bis ins hohe Alter quietschfidel und kerngesund.

 
Vorsorge

Bei Hunden spielen mehrere Faktoren eine Rolle: die durchschnittliche Lebenserwartung der Rasse, Gesundheit, Haltungsbedingungen und die individuelle körperliche und mentale Konstitution. Die Pflege des Hundes beeinflusst die Lebenserwartung ebenfalls positiv; hier ist vor allem auf ausgewogene Ernährung, die den Hund schlank bleiben lässt, ausreichende Bewegung, Fell-, Ohren- und Zahnpflege, sowie die regelmäßige Kontrolle durch den Tierarzt zu achten. Die Durchführung einer Blutuntersuchung mit Erstellung eines Blutbildes beim Tierarzt kann Hinweise auf mögliche behandlungsbedürftige Erkrankungen der inneren Organe geben. Alte Hunde sollten außerdem, genauso wie ihre jungen Artgenossen, regelmäßig gegen die klassischen Hundeseuchen geimpft werden. Eine vom Tierarzt durchgeführte möglichst halbjährliche Zahnreinigung rundet das Vorsorgepaket für Hundesenioren ab.

Wer rastet der rostet?

Bei alten Hunden sollte man ganz genau darauf achten, dass sie die Dinge, die sie noch richtig gerne tun, auch weiterhin tun dürfen, jedoch nicht überfordert werden. Trotzdem tut jedem alten Hund Bewegung gut. Finden Sie hier für Ihren Hundesenior das richtige Maß. Möglicherweise ist es sinnvoll, die lange Spaziergehrunde gegen mehrere kürzere zu tauschen. Es kann auch sein, dass ein Hund, der früher gerne mit vielen anderen Artgenossen auf der Hundewiese gespielt hat, nicht mehr so gesellig ist wie früher. Vielleicht reicht es ihm, dem Nachbarshund hin und wieder guten Tag zu sagen oder mit einem anderen älteren Hundekumpel durch den Wald zu laufen. Auch der ehemalige Agility Crack verändert sich im Alter: Bestimmt hat er noch Spaß daran, zusammen mit Herrchen oder Frauchen einen Slalom zu laufen oder über die Brücke zu flitzen, er sollte aber aufgrund seines älter werdenden Bewegungsapparates nicht mehr zu begeistert springen.

Gute Zeit mit alten Hunden

Sie sehen schon, genau wie beim Menschen ist das Altern beim Hund ein individueller Prozess, der sehr unterschiedlich verlaufen kann. Beobachten Sie Ihren älter werdenden Hund gut und gehen Sie auf seine sich verändernden Bedürfnisse ein. Planen Sie gemeinsame Zeit nur mit Ihrem alten Hund ein und gönnen Sie ihm Privilegien, die nur ihm vorbehalten sind. Warum sollte der Senior nicht sein Körbchen im Büro oder seine Kuschelecke auf dem Sofa bekommen? Wenn Sie mehrere Hunde haben, nehmen Sie ruhig nur mal den Senior mit, wenn Sie unterwegs sind. Bestimmt werden Sie diese gemeinsame Zeit genießen.

So, wie es Spaß macht, einen jungen quirligen Hund zu sich zu nehmen, ist auch das Zusammenleben mit einem älteren Hund etwas ganz Besonderes. In den meisten Fällen kennt man sich schon länger, hat vielleicht viele Jahre miteinander verbracht und versteht sich ohne Worte. Aber auch wenn man sich entschließt, einem Senior ein neues Zuhause zu bieten, kann diese neue Begegnung eine besondere Qualität haben, wenn der Hund schon älter ist. Es ist erstaunlich, wie gelassen und über den Dingen stehend alte Hunde sein können, selbst wenn sie in ihrem bisherigen Leben weniger schöne Erfahrungen gemacht haben. Oft sind sie mit wenig zufrieden, freuen sich über den engen Kontakt mit Menschen und ein gemütliches Hundebett und brauchen nicht mehr das zu lernen, was einem bei einem jungen Hund bevorsteht.


Quelle: Kundenzeitung HundeSchnauze der Uelzener Versicherungen, Ausgabe 2.2008


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