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Es gibt sie in allen Formen, Farben und Größen: Die Hauskatze (Felis catus) ist mittlerweile auf der ganzen Welt ein treuer Begleiter des Menschen. Ihre Vorfahren, die Wildkatzen (Felis silvestris), blicken dabei auf eine etwa neun Millionen Jahre lange Entwicklungsgeschichte zurück. Wie so oft, wenn es um Abstammungsfragen geht, herrscht auch bei der Hauskatze Uneinigkeit unter den Gelehrten - es gilt derzeit aber als erwiesen an, dass nur die als Falbkatze (Felis silvestris libyca) bezeichnete, wenig aggressive afrikanische Wildkatze als Urahn in Frage kommt. Untersuchungen haben ergeben, dass so gut wie alle Hauskatzen auf den fünf Kontinenten von dieser abstammen.
Im natürlichen Lebensraum dieser Urahnen, dem frühen ägypten, Mesopotamien und weiteren Gebieten im so genannten Fruchtbaren Halbmond, waren die nützlichen Tiere zunächst als Abfallvertilger und Kleintierjäger am Rande menschlicher Siedlungen geduldet bis beliebt. Von diesen Anfängen vor etwa 9.000 Jahren ausgehend entwickelte sich ein regelrechtes Zusammenleben. Vermutungen, dass die charakteristische Katzensprache, das "Miauen", einzig zu dem Zweck entwickelt wurde, um mit dem Menschen zu kommunizieren, sind allerdings umstritten.
Heimisch unter Menschen wurden die Wildkatzen erst unter den alten ägyptern vor etwa 6.000 Jahren. Funde aus etwas jüngerer Zeit zeigen diese ersten Stubentiger auf Abbildungen, wobei Halsbänder auf eine starke Anpassung an den Menschen hinweisen.
Eine dunklere Epoche war für die Katzen das Mittelalter. Auch wenn sie aufgrund ihrer Jagderfolge unter schädlichem Kleingetier als sehr nützlich angesehen wurden, gerieten sie in den Verdacht, Hexen und dem Teufel zu dienen. So wurden sie vom Bannstrahl des Aberglaubens getroffen und hatten schwere Jahrhunderte der erschwerten Duldung zu überstehen.
Zu einer regelrechten Neuausrichtung im Zusammenleben zwischen Mensch und Katze kam es eigentlich erst durch die industrielle Revolution Ende des 19. Jahrhunderts. Die Entwicklung vom Nutz- zum Heimtier hat seitdem zu einem solchen Anstieg auf der Beliebtheitsskala des Menschen geführt, dass in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts sogar der Hund als erster Begleiter des Menschen verdrängt wurde.
Natürlich sorgte dieser Trend auch zu verstärkten Bemühungen bei der Katzenzucht, so dass heute über 30 fest umschriebene und standardisierte Katzenrassen geführt werden, von denen sich jede einzelne ein Stück Ursprünglichkeit im eigenen Wesen bewahrt hat.