Katzen-News

02.12.2008

14:01

Musik in unseren Ohren - Der Mythos des Schnurrens

Es gibt wahrscheinlich nur sehr wenige Menschen auf der Welt, die sich nicht vom Schnurren einer Katze verführen lassen. Die sonoren Laute klingen einfach nach purer Zuneigung, die durch zärtliches Umschlängeln der Beine sogar noch verstärkt zum Ausdruck gebracht wird. Der Mensch fühlt sich in der Rolle des auserkorenen Zweibeiners schlichtweg geschmeichelt.

Zudem wird es wohl jeder Katzenbesitzer genießen, sich nach einem stressigen Tag, einem Streit oder auch bei einem Trauerfall von dem gleichmäßigen und liebevollen Geräusch des Schnurrens beruhigen und beinahe in eine andere Welt entführen zu lassen. Aber jeder Katzenbesitzer hat sich wohl auch schon mal gefragt, wie seine Katze es schafft, dieses angenehme und warme Geräusch zu erzeugen.

Der Mechanismus des Schnurrens bleibt ungeklärt

Die Frage, wie und wo die Lauterzeugung beim Schnurren der Katze vonstatten geht, ist bis heute nicht endgültig geklärt. Verschiedenste Hypothesen wurden aufgestellt und warten darauf, bestätigt oder abgelehnt zu werden. Doch endgültige Erkenntnisse darüber, wie der angenehm pulsierende Ton von 25 Hertz erzeugt wird, können Wissenschaftler bis heute nicht vorweisen.
Eine der Annahmen besagt, dass das für uns so angenehme Geräusch durch das schnelle Zucken der Kehlkopfmuskeln erzeugt wird. Eine andere geht davon aus, dass das Schnurren durch die Reibung der Atemluft am Zungenbein, welches die Zunge der Katze mit dem Schädelknochen verbindet, zustande kommt. Und eine dritte Hypothese sieht den Ursprung dieses einzigartigen Geräusches in den "falschen Stimmbändern", die nur bei der Tiergruppe der Katzenartigen vorkommen. Diese sollen durch die Atmung der Katzen in Schwingung geraten und dabei den Brummton erzeugen.
Allerdings wird die letzte Theorie für äußerst unwahrscheinlich gehalten, da sich die Frequenz des Schnurrens nicht mit der Atemfrequenz der Katze verändert, sondern einen gleich bleibenden Ton darstellt. So verbergen die Katzen noch heute, wie sie ihr sanftes, sogar zu Therapiezwecken geeignetes "FrrrrrrBrrr..." erzeugen.

"Ich bin Dein Freund - Frrr..."

Unsere Stubentiger und ihre wilden Verwandten beherrschen die beruhigend schnurrende Lautgebung bereits von Geburt an. Sobald die Mutter ihre Babys das erste Mal säugt und ihnen dabei zur Beruhigung ein Liedchen schnurrt, stimmen die kleinen Katzenkinder mit ihren zarten Stimmchen ein. So können sie ihrer Mama zeigen, dass sie sich wohl fühlen und die Muttermilch genießen.
Doch Schnurren ist nicht gleich Schnurren und zeigt nicht immer das Wohlbefinden einer Katze an: Auch in Stresssituationen rutscht der Vierpfote manchmal der niederfrequente Ton heraus. Man vermutet, dass die Katzen in diesen Fällen Schnurren, um sich selbst zu beruhigen - eine Art Sofort-Meditation. Auch bei Sozialkontakten mit Artgenossen oder anderen Vierbeinern wird  mitunter geschnurrt, um dem Gegenüber zu signalisieren, dass man gute Absichten hat und in friedlicher Mission unterwegs ist.

Schnurren - ein Evolutionsvorteil der Katzen

Aber kann der Ausdruck von Wohlbefinden und freundlichen Absichten wirklich der einzige Grund dafür sein, dass Katzenartige in der Lage sind, derartige Geräusche zu erzeugen? Diese Frage stellte sich auch Elisabeth von Muggenthaler vom Fauna Communications Research Institute in North Carolina und fand nach verschiedenen Versuchen eine Antwort auf die für die Evolution bedeutungsträchtige Frage. Sie fand heraus, dass eine Beschallung mit der Schnurr-Vibration zu schnellerem Knochenwachstum und dadurch zu einer höheren Knochendichte und einer schnelleren Heilung bei Knochenverletzungen führt. Das Schnurren der Katzen würde somit ihre Fitness im täglichen Überlebenskampf der Natur erhöhen.

Die generelle Erkenntnis, dass bestimmte Vibrationen das Wachstum der Knochen stimulieren, war bereits zuvor bekannt und wird in der russischen Sportmedizin routinemäßig zur Therapie von Knochenbrüchen eingesetzt.

Katzen können also höchstwahrscheinlich mit ihrer körpereigenen "Ultraschalltherapie" die Knochenheilung stimulieren und auf diese Weise sogar Stürze aus dem sechsten Stock überleben. Nicht umsonst gibt es also in der Veterinärmedizin ein altes Sprichwort das besagt:  "Wenn man eine Katze und einen Haufen gebrochener Knochen nebeneinander stellt, heilen die Knochen."


Online-Tarif-Rechner

Finden Sie in drei kurzen Schritten heraus welches unserer Angebote am besten zu Ihnen passt.
Oder setzen Sie sich gleich mit uns in Verbindung!
» Informationsanforderung

Newsletter

Tragen Sie sich bei unserem Newsletter ein, um kostenlos Neuigkeiten aus der Tierwelt, Versicherungen und Vorsorge von der Uelzener zu erhalten.

Schnellzugriff

Callback

Wir rufen Sie kostenlos zurück!
» Callback