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Auch im mittleren Osten, in Japan und in Europa greift das Bienensterben immer mehr um sich. In den USA sind im letzten Jahr 33,8 Prozent aller Bienenvölker verendet, auch in Europa zeichnen sich große Verluste ab. Besonders betroffen sind Dänemark, Italien und England, wo ebenfalls weit über ein Drittel der Bienenvölker starb oder verschwand. In Deutschland sinken die Zahlen der Bienenvölker ebenfalls rapide.
Die Ursache für das Bienensterben ist nach wie vor ungeklärt. Wahrscheinlich sind mehrere Faktoren in Kombination für das Bienensterben verantwortlich. Forscher vermuten, dass die Varroa-Milbe beim Bienensterben eine tragende Rolle spielt. Diese Milbenart nutzt zu ihrer Vermehrung die Bienenlarve und fügt ihr dabei enorme Schäden zu, die bei der Biene zu Entwicklungsstörungen führt. Hinzu kommt, dass viele der Milben Viren übertragen, die für die Bienen verheerende Folgen haben, beispielsweise die Flügel verkümmern lassen.
Doch auch andere Ursachen kommen für das Bienensterben in Frage: Pestizide in der Landwirtschaft könnten eine Ursache für das Phänomen sein, das Forscher Colony Colapse Disorder nennen und bei dem auf mysteriöse Weise ganze Bienenvölker spurlos verschwinden, ohne dass man verendete Insekten finden kann. Möglicherweise erleiden die Bienen Vergiftungen durch Pestizide, die Auswirkungen auf das Nervensystem haben und verhindern, dass die Biene den Weg zu ihrem Bienenstock findet. Dies würde die verwaisten Bienenstöcke erklären.
Der Klimawandel und die harten Winter der letzten Jahre sind weitere mögliche Erklärungen für das Bienensterben. Alarmierend ist, dass nicht nur die Zuchtform der Honigbiene, sondern auch andere Bestäuber wie Wildbienen oder Hummeln stark rückläufig sind. Laut wissenschaftlicher Untersuchungen eines internationalen Forscherteams der Universität Göttingen hat das Bienensterben bislang keine Auswirkungen auf die globale Ernte. Grund zur Erleichterung ist das jedoch nicht, warnen die Wissenschaftler.
Dass der Rückgang der natürlichen Bestäuber bislang keine direkten Auswirkungen auf die Agrarproduktion habe, liege in erster Linie daran, dass die Landwirtschaft verstärkt auf andere Methoden wie die Handbestäubung setze. Die Handbestäubung könne jedoch die zurückgehenden Bestäubungen durch Insekten nicht dauerhaft ausgleichen. Experten sind alarmiert, denn der Anbau von Kulturpflanzen, die von der Insektenbestäubung abhängig sind, macht mittlerweile rund 23% der Gesamtagrarproduktion aus.
Die Bestäubungsleistung von Insekten hat laut den Wissenschaftlern einen ökonomischen Wert von geschätzten 150 Milliarden Euro, der nicht dauerhaft und unbegrenzt durch technische Möglichkeiten ersetzt werden kann. Die Forscher fordern deshalb mehr Schutzmaßnahmen zum Erhalt und zur Förderung der Honig- und Wildbienen.