Landwirtschafts - News

01.10.2009

15:57

Hygienemaßnahmen gegen Infektionskrankheiten

Sie gehört zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten bei Rindern: die Paratuberkulose. Jährlich werden etwa 350 Fälle gemeldet, jedoch dürfte es zu weit mehr Ansteckungen kommen. Da es sich um eine chronische, unheilbar verlaufende Krankheit handelt, die zudem ansteckend ist, sollten Landwirte ihre Herde durch sorgsam durchgeführte Hygienemaßnahmen schützen.

Der Deutsche Bauernverband empfiehlt daher die strikte Einhaltung folgender Vorgaben. So können neben der Paratuberkulose auch Infektionen mit weiteren Krankheiteserregern verhindert und wirtschaftliche Verluste vermieden werden.

Vor und nach der Geburt

Besonders vor der Abkalbung sollte strikt auf Hygiene geachtet werden. Getrennte Bereiche, in denen auf einen desinfizierten Zustand und Hygiene an Tieren und Geräten geachtet werden muss, sind dabei dringend zu empfehlen. Gruppenhaltung sollte es in diesen Bereichen nicht geben.

Nach der Geburt sollte der Kontakt jedes Kalbes mit dem Kot anderer Tiere unbedingt vermieden werden. Rinder unter einem Jahr sind besonders empfänglich für den Erreger der Paratuberkulose - die Aufnahme erfolgt unter anderem über den Kot oder verunreinigtes Futter.

Kalb von verdächtiger Mutter-Kuh trennen

Aus diesem Grund sollte das Kalb einer verdächtigen Kuh nach der Geburt von der Mutter getrennt werden. Denn insbesondere beim Ablecken des Euters kommt es leicht zu einer Infektion. Eine Unterbringung in gereinigten und desinfizierten Einzelboxen ist in Verdachtsfällen daher ein Muss. Ein Einsatz für die Zucht sollte in der Folge ebenfalls ausgeschlossen werden.

Auch bei der Aufzucht sollten Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden. So stellt ein eigener Bereich für das Jungvieh neben weiteren Maßnahmen einen guten Schutz vor Ansteckungen dar.

Vorsicht bei der Fütterung

Gerade bei der Fütterung kommt es zu Ansteckungen durch verunreinigte Futtervorlagen. Daher sollten Reste aus den Fütterungsbereichen der Kühe auch nicht an das Jungvieh weiterverfüttert werden.

Zum Schluss empfehlen die Fachleute, beim Kälberzukauf besonders aufmerksam zu sein. Wer sich auf wenige, bekannte Betriebe mit gesunden Tieren beschränkt, grenzt das Risiko ein. Eine abschließende Warnung lautet daher: “Zukauf aus unbekannten Betrieben ist immer mit Risiken verbunden”.

Die vollständigen Empfehlungen des Bauernverbandes zu Hygienemaßnahmen gegen Infektionskrankheiten bei Rindern finden Sie auf folgender Website:

www.bauernverband.de


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