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Laut Hamburger Abendblatt sehen sich immer mehr Landwirte gezwungen, ihren gesunkenen Verdienst durch Nebenjobs aufzustocken. Das Blatt führt das Beispiel eines Milchbauern an, dessen Frau mit dem Verkauf von Heimtierfutter zum Einkommen des Hofes beitragen müsse. Obwohl der Betrieb vor Kurzem sogar für seine hohe Milchleistung ausgezeichnet wurde.
Schuld daran seien vor allem die eingebrochenen Preise für Milch und Zuchttiere. So werde auch ein Engagement in anderen Marktsegmenten nur geringfügig entlohnt. Heißt: Der niedrige Milchpreis schlägt direkt auf die Preise bei Zuchttier- und Milchkuh-Auktionen nieder.
Der Milchpreis liegt mittlerweile nur noch bei 22 Cent pro Liter - absoluter Tiefstand und für viele Landwirte existenzbedrohend. Doch auch Boykottaktionen wie im Juni 2008, als Landwirte die Molkereien nicht mehr belieferten, haben die Tendenz auf dem Markt nicht ändern können. Daher versuchen immer mehr Landwirte durch Nebenverdienste aus Vermietungen oder dem Direktverkauf am Hof dringend benötigte Nebeneinnahmen zu erzielen.
Besonders Letzteres erfordere allerdings erheblichen Aufwand, da die Dichte an Einzelhandelsläden auch im ländlichen Raum immer höher würde. Sollten die Preise für Milch, Zuchttiere und Milchkühe nicht bald steigen, könnten diese Zusatzgeschäfte schnell zur Normalität werden. Landwirte, die allein von den Einnahmen des eigenen Hofes leben können, wären dann wohl nur noch die Ausnahme.