10:46
Billige Lebensmittel sind für deutsche Konsumenten bereits eine Selbstverständlichkeit. Dementsprechend hart kalkulieren Discounter und liefern sich einen nicht enden wollenden Kampf um die niedrigsten Preise. Für Landwirte ergeben sich daraus kaum noch hinnehmbare Marktsituationen. Der Bayerische Bauernverband macht nun mit einer Email-Protestaktion auf das fehlende Verantwortungsbewusstsein des Handels aufmerksam.
Zu den betroffenen Produkten gehören unter anderem Fleisch, Geflügel und Milchprodukte. Vor Kurzem hat ein Discounter über 100 bereits zuvor billige Produkte noch einmal um mehr als 40 Prozent im Preis gesenkt. Laut Verband könne zu diesen Konditionen nicht mehr wirtschaftlich gearbeitet werden - der Handel treibe Bauernfamilien in den Ruin und gefährde zudem tausende Arbeitsplätze allein in Bayern.
Mit der Aktion soll nun in erster Linie an ein Versprechen des Handels aus dem Sommer 2008 erinnert werden. Damals wurde schon einmal gegen die Dumping-Preise protestiert, worauf der Handel den Landwirten gewinnbringende Abnahmepreise versprach. Davon kann heute nicht mehr die Rede sein. Ein Beispiel: Der derzeitige Milchpreis von 26 Cent pro Liter liegt sogar noch 14 Cent unter dem Preis von vor einem Jahr.
Die Landwirte sehen Politik und Handel deutlich in der Bringschuld. Schließlich übernehme man seinen Teil der Verantwortung für Verbraucher, Arbeitnehmer, Tiere und Umwelt - auch indem man auf eine hohe Qualität und ökologische Anforderungen achte. Verbraucher sollten sich laut Bauernverband von dieser hohen Qualität überzeugen - etwa auf regionalen Bauernmärkten oder durch den Kauf direkt beim Bauern. An der kritischen Lage durch die Preispolitik des Handels kann dadurch allerdings auch nichts geändert werden. Hier bleiben allein die Unterstützung der Protestaktionen und Appelle an die Politik.