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Die Wissenschaftler rechnen sogar mit lediglich 26 bis 27 Cent pro Kilogramm Milch, sofern es in der Welthandelsorganisation WTO zu einem Abschluss der Doha-Runde kommt - denn der steigende Importdruck für die Anbieter auf dem Binnenmarkt würde die Preise weiter senken. Als problematisch betrachten es die Wissenschaftler, dass der Preis der Quotenbeschaffung in einigen EU-Mitgliedsstaaten immer noch sehr hoch ist.
Effiziente Milchbetriebe, Regionen und Mitgliedsstaaten würden benachteiligt werden, so die Forscher, denn die derzeit bestehenden Quotenbeschränkungen behinderten den strukturellen Anpassungsprozess. Mehr Flexibilität der Mitgliedsstaaten bei den Quotenerhöhungen, die bis 2015 vorgesehen sind, könnte hier Abhilfe schaffen. Einzelne EU-Mitgliedsstaaten könnten so die Quotenaufstockung der letzten Jahre direkt an die Erzeuger weiterreichen.
Dass sich die EU-Milchproduktion nach Abschaffung der Quote weiter ausweitet, sei nicht zu erwarten, erklären die Wissenschaftler. Die EU-Kommission veranschlagt allerdings eine Produktionssteigerung in Höhe von rund 5%. Es wird davon ausgegangen, dass die Erzeugung zwischen verschiedenen Regionen der EU umverteilt wird, unabhängig von der absoluten Höhe der Produktion. Die Forscher empfehlen für die Übergangszeit bis 2015 einen grenzüberschreitenden Quotenhandel, aufgrund des vermutlich eintretenden Drucks, die Produktion in günstige EU-Regionen zu verlagern.
Die niederländische Studie zeigt auch, wie unterschiedlich das Kostengefälle innerhalb der EU-Milchproduktion ist. In den Niederlanden liegt beispielsweise der durchschnittliche Vollkostenpreis der Erzeuger bei rund 32 Cent pro Kilogramm Milch, jedoch erreichen auch 10% der Betriebe einen Vollkostenpreis von etwa 22 Cent pro Kilogramm. Insgesamt erkennen die Wissenschaftler einen deutlichen Trend: Größere Betriebe haben die geringeren Produktionskosten und den niedrigeren kritischen Milchpreis.
Die Direktzahlungen sollten angesichts der anzunehmenden Preisschwankungen an den Märkten beibehalten werden. Zwar würden die Zahlungen schrittweise zurückgehen, seien jedoch trotzdem relativ konstant und würden das landwirtschaftliche Einkommen stabilisieren. Der Staat ziehe sich zwar von den Milchmärkten zurück, dennoch sehen die Wissenschaftler weiterhin die Aufgabe der Einkommensstabilisierung bei extremen Preisverfall bei der EU-Kommission.