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Die Wissenschaftler zeigten sich nach ihren Untersuchungen überzeugt, dass die Nachfrage an tierschutzgemäß produziertem Fleisch enorm groß ist und die Gründung eines entsprechenden Tierschutz-Labels notwendig macht. Die Autoren empfehlen, dieses Tierschutzsiegel auf freiwilliger Basis zu entwickeln. Dafür sollen die freiwilligen Richtlinien auf hohem Niveau umgesetzt werden.
In der Landwirtschaft ist die Reaktion gespalten. Einerseits stehen die Chancen gut, dass mit dem Bekenntnis zu tiergerechten Produktionsmethoden ein viel versprechender neuer Markt betreten werden kann. Auf der anderen Seite steht die Befürchtung, das als freiwillig geplante Siegel würde irgendwann eine Standardvoraussetzung beim Käufer werden.
Die Wissenschaftler empfehlen, das Tierschutz-Siegel bei der Produktion von Schweinefleisch einzuführen, da hier die wirtschaftliche Relevanz am größten sei, zudem sei es hier am besten umsetzbar. Auch seien die Verbraucher für die Haltungs- und Produktionsbedingungen von Schweinefleisch besonders sensibilisiert.
Das Gütesiegel 'Tierschutzlabel' wird zu einer entsprechenden Verteuerung des Produktes führen. Die Bereitschaft des Verbrauchers, für tiergerecht hergestelltes Fleisch mehr zu bezahlen, ist bereits in zwei Studien untersucht worden. Demzufolge würden nur etwa 40% der Konsumenten höhere Fleischpreise bezahlen, um damit eine tiergerechte Haltung zu fördern. Die aktuelle Studie der Universität Göttingen schätzt den Bedarf aber weit höher ein. Nun soll ein entsprechendes Budget für den Start des Projekts eingeführt werden.