10:13
Auch später sollte die Sicherheit immer Priorität haben. Damit die Anhängerfahrt vom Pferd gelassen und souverän gemeistert wird, sollte bereits das Verladen geduldig und fachmännisch geschehen. Am Besten wird das Pferd von jemandem verladen, dem es vertraut und der bereits im Verladen von Pferden erfahren ist. Dennoch sollte beim Verladen immer mindestens eine zweite Person anwesend sein, die im Zweifelsfall helfen kann. Bevor das Pferd verladen wird, sollte überprüft werden, ob die Sicherheitstüren funktionieren, damit der Verladende den Anhänger im Notfall schnell verlassen kann.
Es ist durchaus sinnvoll, dem Pferd für die Fahrt im Pferdeanhänger ein Heunetz zur Verfügung zu stellen, damit es durch das Fressen abgelenkt und beruhigt wird. Das Heunetz sollte jedoch niemals zu tief aufgehängt werden, damit sich das Pferd nicht mit den Vorderhufen darin verfangen kann. Die Absperr-Stange sollte hinter dem Pferd befestigt werden, bevor das Pferd vorne im Pferdeanhänger angebunden wird. Die Türen und Riegel sollten ruhig und leise verschlossen werden.
Beim Ausladen sollte als erstes die Rampe hinuntergelassen und das Pferd losgebunden werden. Erst danach sollte die hintere Absperr-Stange gelöst werden. Wird die Absperr-Stange gelöst und das Pferd ist noch angebunden, könnte es versuchen, sich rückwärts aus dem Pferdeanhänger zu bewegen und dabei in Panik geraten. Beim Ausladen sollte eine Hilfsperson darauf achten, dass das Pferd wirklich gerade gerichtet ist. Die seitlichen Klappenriegel müssen unter die Rampe geschoben werden, damit das Pferd nicht versehentlich darauf tritt und womöglich hängen bleibt.
Beim Verladen des Pferdes sollte niemals Zwang oder Druck ausgeübt werden, der das Pferd verängstigen könnte. Auch das Verbinden der Augen des Pferdes ist eine Maßnahme, die das Pferd nur zusätzlich unter Stress setzt und nicht wirklich tiergerecht ist. Auf die Gabe von Beruhigungsmitteln sollte, wenn irgend möglich, verzichtet werden.
Neben dem richtigen Verladen sind natürlich auch die richtige Ausstattung von Pferd und Pferdeanhänger wichtige Sicherheitsaspekte. Das Pferd sollte ein stabiles Stallhalfter tragen und mit einem Führstrick mit Panikhaken festgebunden werden. Für Pferde, die dazu neigen, den Kopf hoch zu reißen, ist ein Kopfschutz sinnvoll. Transportgamaschen und Hufglocken schützen die empfindlichen Gliedmaßen vor Prellungen und Verletzungen, die im engen Innenraum sonst rasch entstehen können. Eine gut passende Transportdecke rundet die Ausstattung des Pferdes ab.
Auch der Pferdeanhänger muss bestimmte Sicherheitsrichtlinien erfüllen. Grundsätzlich muss er über stabile Seitenwände und einen stabilen Boden verfügen, zudem müssen Boden und Laderampe absolut rutschfest sein. Seitenwände und eine eventuell vorhandene mittlere Trennwand sollten gut gepolstert sein, um die Verletzungsgefahr zu mindern. Auch die Brust- und Hinterstangen sollten gepolstert und verstellbar sein. Verschließbare Lüftungseinrichtungen und eine elektrische Innenbeleuchtung sind ebenfalls notwendig. Dass der gesamte Anhänger keinerlei rostige, scharfe oder spitze Kanten vorweisen darf, versteht sich von selbst.