Single & Familien News

29.01.2010

15:13

Mehr als Zeugnissorgen – Burn-Out und Depression bei Kindern

Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass in den Industriestaaten in diesem Jahr die Depression die häufigste Erkrankung überhaupt sein wird. Dennoch werden Depressionen im Alltag immer noch bagatellisiert oder erst gar nicht erkannt. Dies gilt insbesondere für Depressionen bei Kindern und Jugendlichen.

In den letzten fünf bis acht Jahren hat die Erkrankung von Kindern an Depressionen stark zugenommen, da sind sich Experten einig. Viele Schulpsychologen beklagen, dass rund die Hälfte der Schüler, die ihre Dienste in Anspruch nehmen, unter Depressionen und Burn-Out-Syndrom leiden. Insbesondere Jugendliche zwischen zehn und zwanzig Jahren seien betroffen, doch es gäbe durchaus auch jüngere Erkrankte.

Betroffene Kinder werden meist nicht ernst genommen

Den Grund für den enormen Anstieg sehen die Experten in der gesellschaftlichen Entwicklung: Ungewisse Zukunftsaussichten, mangelnder familiärer Halt und fehlende Kommunikation. Auch das Schulsystem, das Kinder immer mehr unter Druck setzt, ohne sie individuell zu fördern, sei mitverantwortlich. Kinder würden kein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln und früh erfahren, dass sie ihr Leben nicht aktiv gestalten können.

Ein großes Problem der Betroffenen sei, dass ihre Erkrankung nicht ernst genommen wird. Verweigert ein Kind wegen einer seelischen Erkrankung die Schule, wird dies oft als Disziplinarfall behandelt. Besonders schmerzhaft für Kinder ist es, wenn die eigenen Eltern die Depressionen bagatellisieren und lediglich raten, sich zusammen zu reißen. Für Eltern ist der Umgang mit Depressionen bei ihrem Kind besonders schwierig. Schuldgefühle und die Angst, als Eltern versagt zu haben, verhindert oft einen offenen Umgang mit der Krankheit.

Geduld, Verständnis und Gelassenheit hilft den Erkrankten am meisten

Depressionen bleiben bei Kindern oft unentdeckt. Viele betroffene Kinder fallen in der Schule nicht unangenehm auf, da sie überangepasst und still sind und sogar eher einen positiven, strebsamen Eindruck hinterlassen. Rapider Leistungsabfall, allgemeines Zurückziehen oder psychosomatische Erkrankungen sind oft Hinweise auf eine bestehende Depression. Eltern betroffener Kinder sollten sich nicht scheuen, fachmännischen Rat zu suchen. Den Kindern hilft es meist enorm, wenn sie mit ihren Problemen wahr- und ernst genommen werden und die Eltern ihnen mit Geduld, Verständnis und Gelassenheit helfen, die Erkrankung zu überwinden.


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