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Eichenprozessionsspinner - Gefahr für Hund und Katze


Der Eichenprozessionsspinner ist nicht nur für den Menschen gefährlich, sondern kann auch für Hund und Katze lebensbedrohlich werden. Das Tückische sind die Brennhaare der Raupe. Die Hochzeit der Eichenprozessionsspinner und damit auch das größte Risiko fällt auf Mai bis Juli. Wir klären Sie auf und geben Tipps für Ihren vierbeinigen Liebling.

Die Ausbreitung der Eichenprozessionsspinner

Bereits seit Anfang der Neunzigerjahre hat sich der Eichenprozessionsspinner in vielen Regionen in Deutschland verbreitet. Vielerorts haben Fachdienste täglich damit zu tun, die Ausbreitung der Raupen einzudämmen. Die Bekämpfung findet meist an Stellen statt, an denen sie den Menschen gefährden und eine langfristige Sperrung des Gebiets nicht möglich ist.

Was die Eichenprozessionsspinner so gefährlich macht, sind ihre Brennhaare. Diese enthalten das Gift Thaumetopoein, welches bei Berührung zu Raupendermatitis führt. Das Gift kann sowohl beim Menschen als auch bei Hunden und Katzen gefährliche bis lebensbedrohliche Symptome auslösen.

Eichenprozessionsspinner – Überblick

  • Größe: 3 Zentimeter (Falter), 5 Zentimeter (Raupe)
  • Farbe: grau-braun (Falter), grau mit gelbbraunen Fühlern (Raupe)
  • Familie: Schmetterlinge-Nachtfalter
  • Heimat: Europa
  • Befall: vorwiegend Eichen
  • Gift: Brennhaare enthalten Thaumetopoein
  • Entwicklung: Raupe durchläuft 6 Stadien, ab Juli verpuppt sich die Raupe, nach zirka 3 bis 5 Wochen schlüpft ein Schmetterling
  • Feinde: Puppenräuber, Raupenfliegen, Schlupfwespen, Wiedehopf und Kuckuck

 

Die Raupen durch­laufen in ihrer Entwicklung mehrere Larven­stadien. Anfang Mai befinden sie sich im dritten Larvenstadium und entwickeln die tückischen Brennhaare mit dem giftigen Thaumetopoein. Nach jedem der sechs Entwicklungsstadien werfen die Raupen ihre alte Haut ab. Bei jedem Entwicklungsschritt bekommt die Raupe mehr und längere Brennhaare. Auf einer Raupe befinden sich ungefähr 600.000 Brennhaare. Zum Vergleich: Menschen haben nur circa 150.000 Haare auf dem Kopf. Die Härchen der Raupe brechen leicht ab und werden durch den Wind teilweise weite Strecken umhergetragen. Auch nachdem sich die Brennhaare von der Raupe gelöst haben, sind diese noch gefährlich. Eine Berührung reicht aus, um die Symptome auszulösen.

Die ausgebildeten Schmetterlinge sind übrigens grau-braun und leicht mit Motten zu verwechseln. Vom Falter geht jedoch keine direkte Gefahr mehr aus.

Symptome bei Berührung

Sowohl beim Menschen als auch bei unseren Hunden und Katzen sind Schwellungen und Ausschlag ein häufiges Symptom des Nesselgifts der Raupe. Der Körper reagiert meist sehr schnell auf die Berührung mit den Brennhaaren. Die feinen Härchen können sich mit ihren Widerhaken an Schleimhäuten festsetzen und schwere allergische Reaktionen hervorrufen. Die gefährlichen Brennhaare sind so fein, dass sie sogar unter die Haut und in den Glaskörper des Auges gelangen können. Akute Gefahr besteht, sobald die Atemwege angegriffen werden. Die Luftwege schwellen an und hindern das Tier beim Atmen. Tierhalter sollten umgehend den Tierarzt verständigen und die Schwellungen kühlen. Sollte etwas ins Maul des Hundes gelangt sein, sollten Sie das Maul sofort mit Wasser auswaschen, um die Brennhaare zu entfernen und so ein Absterben der betroffenen Zungen-Areale zu verhindern. Achtung: Passen Sie darauf, dass das Wasser nicht den Rachen hinunterläuft, damit die Brennhaare nicht in den Magen gelangen. Je schneller Sie hier reagieren, desto bessere Chancen hat Ihr Tier.

Symptome im Überblick:

  • Schwellung
  • Rötung
  • Juckreiz
  • Knötchen
  • Eiterbläschen
  • Fieber beim Hund
  • geschwollene Lider
  • Reizung der Schleimhäute
  • Müdigkeit
  • Schwindel

 

Die höchste Gefahr lauert von Mai bis Juli. Trotzdem können Eichenprozessionsspinner das gesamte Jahr zu einem Risiko werden. Das Gift in den Brennhaaren bleibt mehrere Jahre aktiv. Härchen, die Ihr Hund oder Ihre Katze beim Stöbern in der Natur berührt, können eine Gefahr für sie sein.

Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner

Die Eichenprozessionsspinner befallen – wie der Name schon sagt – Eichen. Die Nester der Raupen befinden sich in der Baumkrone und an den Stämmen. Selbst für Laien sind die Raupen leicht zu erkennen: Die Nester bleiben an den Bäumen hängen und ein weißer Schleier befindet sich an der Eiche.

Es gibt zwei Möglichkeiten, die Spinner zu bekämpfen. Langfristig können Insektizide die Raupen von den Bäumen fernhalten. Sie werden mit speziellen Maschinen oder mit Hilfe eines Hubschraubers auf den Eichen verteilt. Der Einsatz von Insektiziden ist allerdings nur zu Beginn des Frühjahrs sinnvoll, wenn sich die Larven maximal im zweiten Raupenstadium befinden. Ab dem dritten Larvenstadium können die Nester nur mechanisch entfernt werden. Dazu kommen spezielle Sauger, Abflammgeräte oder Wasser zum Einsatz.

Beide Methoden sind nicht für den Laien geeignet. Bei unsachgemäßer Entfernung besteht die Gefahr, dass sich die Haare der Raupen verbreiten. Experten verfügen außerdem über die entsprechende Schutzbekleidung und Arbeitsgeräte, um auch in die Kronen der Bäume zu gelangen.

Vorbeugung gegen Eichenprozessionsspinner

Das Gift in den Brennhaaren bleibt auch in alten Nestern mehrere Jahre wirksam. Die Symptome von Eichenprozessionsspinnern können somit ebenfalls im Herbst und Winter auftreten. Hunde können bereits beim neugierigen Gestöber im Unterholz auf die Haare treffen und Katzen finden die Nester in den Bäumen spannend.

Tierbesitzer sollten die Augen offen halten und ihre Gassi-Strecken gut nach möglichen Eichenprozessionsspinnern abscannen. Auch Katzenbesitzer können das Streifgebiet ihres Freigängers prüfen. Beim Fund von Nestern sollte der Grundstückseigentümer bzw. das Ordnungsamt informiert werden, damit sich um die Entfernung der Nester an kritischen Stellen gekümmert wird.

Im Notfall richtig handeln

Im Notfall sollten Sie Ihren Hund oder Ihre Katze waschen und von den Härchen befreien. Bei Kontakt mit den Augen und Mund hilft sofortiges Ausspülen.
Vorsicht: Zum eigenen Schutz sollten Sie sich dabei mit Handschuhen und Mundschutz ausrüsten. Und auch hier ist im Ernstfall der Kontakt mit dem Tierarzt die beste Wahl.

Checkliste für Eichenprozessionsspinner bei Hund und Katze:

  • Nester ausfindig machen
  • Eichenprozessionsspinnerfund bei Ordnungsamt sowie Grundstückseigentümer melden
  • nur Experten sollten die Raupen bekämpfen
  • im Notfall: Schwellung kühlen, waschen oder ausspülen und sofort den Tierarzt verständigen

 

Schutz vor finanziellen Sorgen

Sollte Ihr Liebling mit den Brennhaaren der Raupe in Berührung kommen, schützt Sie unsere OP- und Krankenversicherung für Hunde und Katzen vor unangenehmen Kosten beim Tierarzt. So können Sie sich voll und ganz auf die Genesung Ihres Vierbeiners konzentrieren.

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