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Angstfrei zum Schmied


Ist es einfach nur Glück, wenn ein Pferd beim Schmied brav ist? Oder gibt es Faktoren, die dazu beitragen? Wir haben hier einige Tipps, wie Sie Ihr Pferd so vorbereiten, dass der Hufschmied oder -pfleger ihm keine Angst macht.

Das Pferd lässt sich kaum aus seiner Box führen, es schnaubt aufgeregt, will später nicht still stehen – manche Vierbeiner reagieren aufgeregt und ängstlich, wenn der Schmied um die Ecke kommt und an den Hufen des Pferdes arbeiten will. Kein Wunder, schließlich liegt es  in der Natur des Pferdes, skeptisch gegenüber Unbekanntem oder Unangenehmem zu sein und gehört zum Überlebensinstinkt. Das Pferd ist ein Fluchttier, und immer wenn es sich bedroht fühlt, will es der Situation entfliehen. 

Und bedrohlich kann es auf jeden Fall wirken, wenn der Schmied kommt: Er ist dem Pferd nicht bekannt, hantiert mit Dingen, die für das Pferd ungewohnt sind, bringt Gerüche mit aus anderen Ställen, von anderen Pferden und vom Schmieden des Eisens. Abgesehen davon kann Angst vor dem Schmied durch ganz banale Problematiken entstehen:

  • Das Pferd hat in jungen Jahren schlechte Erfahrungen gemacht
  • Das Pferd wurde bisher nicht konsequent genug erzogen
  • Der Pferdebesitzer überträgt seine Angst vor der Situation auf das Pferd

 

Wie kann man das Pferd auf den Schmied vorbereiten?

Pferdehalter und Schmied können gleichermaßen dazu beitragen, dass eine Angst-Situation gar nicht erst entsteht. Das sind unsere fünf wichtigsten Tipps:

 

1. Das Wichtigste ist, dass das Pferd Vertrauen hat – am besten zu seiner Bezugsperson, dem Besitzer. Dieser sollte sein Pferd jeden Tag ein bisschen darauf vorbereiten, dass der Schmied regelmäßig kommt. Damit er seine Arbeit verrichten kann, muss das Pferd ruhig stehen und zuverlässig die Hufe geben – eigentlich banal, aber dennoch sollten das Hufegeben und das Stillstehen mit einem angehobenen Huf täglich konsequent trainiert und belohnt werden.

 

2. In den meisten Ställen gibt es heutzutage keinen ausgewiesenen Schmiedeplatz mehr, und das kann von Vorteil sein. Ein einfühlsamer Schmied versucht, das Pferd möglichst nah bei seinen Boxennachbarn zu lassen. Dort befindet es sich in Gesellschaft und gewohnter Umgebung, das gibt schon mal ein Stück Vertrauen.

 

3. Weiterhin sollte der Besitzer dafür sorgen, dass das Pferd optimal vorbereitet und ausgerüstet ist für den Besuch des Hufschmieds. Ein passendes Halfter, je nach Temperament des Pferdes, sowie ein genügend langer Strick sind die Mindestanforderungen.

 

4. Außerdem sollten Pferde es kennen, angebunden zu stehen – auch das ist in vielen Fällen eine reine Erziehungsfrage. Nur bei jungen oder sehr verunsicherten Pferden, die eventuell schon schlechte Erfahrungen gemacht haben, kann es Ausnahmen geben: Das Pferd sollte dann nicht angebunden, sondern von einem erfahrenen Helfer festgehalten werden. Fachkundige Helfer stellen sich dabei aus Sicherheitsgründen seitlich vom Pferd, etwa auf Kopfhöhe, hin, sodass sie nicht überrannt werden, falls es doch mal brenzlig wird.

 

5. Der Platz, an dem die Hufe des Pferdes bearbeitet werden, sollte ruhig sein. Wenn  ständig Leute mit ihren Pferden vorbeigehen, lenkt das alle nur ab. Doch nicht nur die Atmosphäre, auch die Personen selbst sollten Ruhe ausstrahlen und sich ausreichend Zeit lassen.

 

Wenn die Panik um sich greift

Gerade in den ersten zwei bis drei Jahren eines Pferdelebens werden die entscheidenden Weichen gestellt, ob das Pferd dem Schmied grundsätzlich vertrauensvoll begegnet. Dabei ist wichtig, schon im Fohlenalter mit der Erziehung vom Boden aus zu beginnen. Denn auch hier gilt das alte Sprichwort: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“.

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