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Das Fjordpferd - Rasseportrait Teil 6


Fjordpferde sind einiges gewöhnt: Stammen sie doch aus der südwestlichen Ecke Norwegens (dem Vestlandet), die zu den regenreichsten Regionen in Europa zählt. Die bis 150 cm großen, kräftigen Norwegischen Fjordpferde stammen von den Pferden der Wikinger ab, die ihre eigenen Ponies mit denen kreuzten, die sie vor gut 1000 Jahren von ihren Raubzügen rund um die Nordsee und die Britischen Inseln mitbrachten. Nach und nach entwickelte sich aus den Wikingerponies ein kleines Arbeitspferd, das in der Land- und Forstwirtschaft eingesetzt werden konnte: Es war robust, genügsam und kam mit dem kargen und bergigen Gelände gut zurecht. Erst Ende des 19. Jahrhunderts begann man in Norwegen, nur noch reinrassige Fjordpferde zur Zucht zuzulassen, da Einkreuzungen mit anderen Pferderassen ungenügende Ergebnisse brachten.

Diese strenge Selektion (letztlich gehen die heutigen Fjordpferde alle auf nur einen Hengst zurück) führte unter anderem zum unverkennbaren Aussehen des kleinen Pferdes: Seine typischen Merkmale sind die Fellfarbe (Falbe in verschiedenen Schattierungen), der dunkle Aalstrich, der sich meist deutlich in der außen weißen Mähne abzeichnet, das helle Maul sowie die mehr oder weniger deutliche Zebrazeichnung an den Beinen. Weitere Merkmale sind der muskulöse Körperbau und die kräftigen Beine. Einer alten Tradition folgend, wird die Mähne der Fjordpferde zu einer Stehmähne geschnitten.

Nachdem es in der Landwirtschaft immer weniger Verwendung fand, erlebte das Fjordpferd in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen Aufschwung als Freizeitpferd. Aufgrund seiner Genügsamkeit, Ausdauer und Leistungsbereitschaft eignete es sich gut als verlässlicher Partner im Gelände, zum Beispiel bei Wander- und Distanzritten. Auch im Fahrsport tauchen immer mehr Fjordpferde auf. Man sieht sie auch bei Westernturnieren, in der Dressur und bei leichten Springprüfungen. Aufgrund seiner Gelassenheit und Freundlichkeit dem Menschen gegenüber eignet es sich hervorragend als Kinderreitpferd und wird aus diesem Grund auch oft als Therapiepferd eingesetzt.

Fjordpferde sind, wie viele andere Robustrassen auch, Spätentwickler. Daher sollte man sie nicht vor dem vierten oder fünften Lebensjahr einreiten. Dafür können sie 30 Jahre oder älter werden. Wie andere Pferderassen brauchen Fjordpferde eine solide Grundausbildung und Erziehung, damit sie ihre Rolle als Freizeitpferd später gut und verlässlich ausfüllen können.

Bei der Haltung lieben es Fjordpferde robust: Im Offenstall in kleinen Gruppen fühlen sie sich am wohlsten. Sie sind mit ihrem dichten Winterfell ausgesprochen wetterhart, brauchen aber trotzdem einen sauberen, wind- und regendichten Unterstand, der genug Platz für alle bietet. Der Weidegang sollte im Sommer begrenzt werden, da sie schnell zu dick werden. Bei korrekter Haltung und Reitweise hat man also lange Freude mit „seinem“ Fjordi.

Verwandt mit:

Islandpferde – Rasseportrait Teil 3
Arabisches Vollblut - Rasseportrait Teil 4
Knabstrupper – Rasseportrait Teil 5

Schlagworte

  • Pferd
  • Fjordpferde
  • Pferderasse

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