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Ein Hundewelpe zieht ein


Mit dem Einzug eines jungen Hundes in Ihr Zuhause verändert sich Ihr ganzes Leben. Wir geben Tipps, wie Sie von Anfang die richtigen Weichen stellen – und hoffentlich einen Freund und Mitbewohner fürs Leben prägen.

Damit der Einzug Ihres neuen Begleiters auf vier Pfoten harmonisch abläuft, empfehlen wir Ihnen, vorab einige Punkte zu beachten und vorzubereiten.

Das sollten der Züchter oder die Tierheimmitarbeiter Ihnen mitgeben:

Holen Sie Ihren Welpen in den Morgenstunden ab. Das gibt Ihnen Zeit für ein ausführliches Gespräch mit dem Züchter oder Tierheim-Betreuer vor der Übergabe. Außerdem sollten Sie mitnehmen:

  • einige Portionen des Futters, das der Welpe bisher bekommen hat
  • den Impfpass (zwingend) bzw. den Haustierausweis mit der Chipnummer des Welpen
  • Ergebnisse von Gesundheitsuntersuchungen auf Erbkrankheiten (Gentests)
  • den Ahnenpass, falls er vorhanden ist
  • ein Kuscheltier oder eine Decke mit dem Nestgeruch seiner Familie
  • wenn vorhanden, ein Welpengeschirr und eine Welpenleine
  • schön wäre auch ein kleiner Steckbrief des Welpen mit Charakteristika, Temperament und ein paar Babyfotos

 

Das sollten Sie vor dem Einzug des Welpen zu Hause haben:

Einige Dinge müssen bereits vorhanden sein, wenn der junge Hund zum ersten Mal sein künftiges Zuhause betritt. Dazu gehören:

  • ein Futternapf und zwei Wassernäpfe
  • ein bis zwei Spielsachen für Welpen
  • eine Welpenbox. Sie ist nicht für den ausgewachsenen Hund gedacht
  • eine weiche warme Decke und/oder ein Körbchen, das der Welpengröße entspricht
  • ein Vorrat an Küchenrollen bzw. Putztüchern, denn ab und zu wird ein Malheur passieren
  • Einigkeit darüber, wie der Welpe gerufen werden soll. Das ist wichtig, damit er schnell lernt, auf seinen Namen zu reagieren
  • Wenn nötig, ein weiches Welpengeschirr (das einige Wochen mit wächst) und eine kurze Welpen-Leine
  • Gitter oder Gittertüren vor Treppen innerhalb der Wohnung
  • Kindersicherungen in den Steckdosen, die der Welpe erreichen kann

 

Was ist wichtig, wenn der Welpe bei Ihnen einzieht?

Bevor er ins Haus kommt, muss der Welpe sich erst lösen.

Die Trennung von seiner Familie und dem vertrauten Zuhause, die Fahrt zum neuen Heim sowie die ihm nicht vertrauten Menschen schlagen sich bei Welpen auf Blase und Darm nieder. Bevor Sie also mit dem Welpen Ihr Zuhause betreten, setzen Sie ihn draußen auf eine Grünfläche und warten Sie, bis er sich gelöst hat. Am besten wählen Sie einen Platz, wo er auch künftig seine Geschäfte erledigen kann.

Der Welpe lernt sein Zuhause kennen.

Wenn Sie Ihren Welpen in einer Transportbox geholt haben, öffnen Sie diese und warten, bis das Hundebaby von sich aus herauskommt. Setzen Sie ihn in der Wohnung ab und lassen ihn einfach gewähren. Die meisten Welpen schnüffeln zuerst ihr komplettes Umfeld ab und wenden sich immer wieder Ihnen zu. Streicheln Sie das Hundebaby dann und reden leise und mit hoher Stimme mit ihm. Will er das Zimmer verlassen, bleiben Sie in der Nähe. Greifen Sie aber nur ein, wenn er sich in Gefahr bringt. Mancher Welpe findet sofort den Futternapf und frisst ein paar Happen. Die meisten sind aber noch zu aufgeregt und beschnuppern erst einmal alles.

Nach dem Einzugsstress ist der Welpe müde.

Für einen jungen Hund ist der Abgabetag mit enormem Stress verbunden, der ihn erschöpft. Wird das Hundebaby bei seiner Schnuppertour unruhig, helfen Sie ihm noch einmal hinaus zum Löseplatz Ihrer Wahl und zeigen ihm dann seinen Tages-Schlafplatz, der möglichst in Ihrer Nähe sein sollte. Lassen Sie ihm dann seine Ruhe, bis er von selbst wieder aufwacht (und sicher gleich hinaus muss).

Am ersten Tag lernt der Welpe nur Sie kennen.

Natürlich wollen die Nachbarn, die Freunde und die Verwandtschaft das lang erwartete Hundebaby kennen lernen. Das sollen sie auch aber nicht in den ersten Tagen. Erst soll der Welpe seinem engen Familienkreis näher kommen und die neuen menschlichen Mitbewohner als vertrauenswürdig einstufen. Besucher müssen warten.

Nehmen Sie dem Welpen die Angst in der ersten Nacht.

Wenn Sie vom Züchter oder dem Tierheimmitarbeiter eine Decke oder ein Kuscheltier mit bekommen haben, legen Sie diese in seinen Nachtschlafplatz. Der Geruch nimmt ihm ein bisschen von der Angst. Schließlich hat er noch nie ohne Mutter und Geschwister übernachtet. Wenn er mit ins Schlafzimmer darf, platzieren Sie sein Körbchen, die Transportbox oder seine Decke neben dem Bett. So können Sie ihn mit ein paar Streicheleinheiten beruhigen, wenn er weint oder fiept. Außerdem merken Sie, ob er unruhig wird und zum Pinkeln ins Freie muss. Wenn er nicht im Schlafzimmer übernachten soll, legen Sie ein gebrauchtes Kleidungsstück, das nach Ihnen und ihm riecht, in den Schlafplatz. Die meisten Welpen schlafen erst einmal erschöpft ein, werden aber nach einigen Stunden wach und jammern um Hilfe. Nach zwei Nächten ist in den meisten Fällen Ruhe, denn inzwischen weiß Ihr Welpe, dass er bei Ihnen sicher und geborgen ist.

Die ersten Wochen des Welpen im neuen Zuhause

Wie viel Auslauf/Bewegung braucht mein Welpe?

Es gibt eine Faustregel: Fünf Minuten pro Lebensmonat, bei acht Wochen alten  Welpen also zwei mal fünf = zehn Minuten, verteilt auf zwei Gassigänge.  Mit zwölf Wochen sind es bereits fünfzehn Minuten und wenn der Welpe vier Monate alt ist, kann er zwei Mal täglich zehn Minuten draußen laufen und tollen. Wer sich nicht an die Faustregel halten will, sollte sein Hundebaby draußen genau beobachten. Wenn es sich häufiger hinsetzt und beginnt, die Außenreize (fliegendes Blatt, Passanten) zu ignorieren, brechen Sie den Auslauf ab. Achtung: Bei Welpen, die jünger als zwölf Wochen sind, sollten Sie wegen des fehlenden kompletten Impfschutzes keinen Kontakt zu anderen Hunden suchen.

Hat der Welpe alle Impfungen? Ist er entwurmt?

Gut versorgte Welpen haben mit acht Wochen die Grundimmunisierung hinter sich. Wenn Sie Ihren Welpen mit zwölf Wochen bekommen, sollte er auch die wichtige Wiederholungs- und die Tollwutimpfung bekommen haben. Außerdem hat er sich in seiner alten Umgebung einer Wurmkur unterzogen. Falls einige Impfungen oder die Wurmkur nicht erfolgt sind, holen Sie das unbedingt nach. Sollten Sie vorhaben, das Hundebaby in einer Welpengruppe spielen zu lassen, ist es günstig, zusätzlich noch gegen Zwingerhusten zu impfen.

So wird der Welpe schnell stubenrein

Optimal ist es, wenn er bereits am ersten Tag den Löseplatz kennenlernt und mit einem Lob und einem Leckerbissen fürs Geschäftemachen belohnt wird. Im Haus ist in den ersten Wochen Ihre Beobachtungsgabe gefragt. Grundsätzlich zwicken Blase und Darm nach einem längeren Schlaf beim Aufwachen, außerdem zwischen zehn und zwanzig Minuten nach einer Mahlzeit. Bringen Sie den Welpen dann (notfalls auf dem Arm) nach draußen. Lassen Sie ihn danach noch ein bisschen schnüffeln, bevor er wieder zurück muss. Sonst könnte er später die Zeit bis zum Lösen immer weiter in die Länge ziehen, um das Auslaufvergnügen länger zu genießen. Schauen Sie auch genau hin: Wenn der junge Hund beginnt, sich im Kreis zu drehen, am Wohnungsboden zu schnuppern oder leise fiept, dann muss er mal. Reagieren Sie sofort, dann haben Sie nach einer bis zwei Wochen einen stubenreinen Hund.

Wie oft soll ich den Welpen füttern?

In den ersten sechzehn Wochen darf der kleine Magen nicht überladen werden. Verteilen Sie also die Tagesration auf vier bis fünf Portionen am Tag. Ab dem sechsten Monat genügen drei Mahlzeiten, mit einem Jahr können Sie ein- bis zweimal pro Tag füttern. Bei kleinen Hunden bleiben Sie bei mindestens zwei Portionen.

Gönnen Sie Ihrem Welpen seine Ruhephasen

Welpen drehen, wenn sie sich erst eingewöhnt habe, mächtig auf und können, wie es scheint, nicht genug von Spiel, Spaß und Toben bekommen. Sie brauchen aber noch sehr viel mehr Schlaf als im Erwachsenenalter – bis zu zwanzig Stunden täglich. Es ist wichtig, schon den Welpen an Ruhephasen zu gewöhnen, in denen er an einem Kauknochen knabbern, sein Umfeld beachten darf oder schlafen kann. Wenn Sie ihn das ständige Toben gewähren lassen oder sogar zu Aktivitäten anfeuern, erziehen Sie ihn unbeabsichtigt zu einem Workaholic, der als ausgewachsener Hund Dauerbeschäftigung einfordert.

Denken Sie an Steuer und Versicherungen

Wenn er zwölf Wochen alt ist, müssen Sie Ihren neuen Mitbewohner bei der Gemeinde anmelden und bekommen den Steuerbescheid. Weil die Höhe der Hundesteuer Sache der Kommunen ist, fällt sie überall unterschiedlich aus. Manche Gemeinden gewähren Hunden aus dem Tierheim Steuerbefreiungen, andere erheben gar keine Steuer. Der Zweithund ist in der Regel deutlich teurer. Erkundigen Sie sich am besten bei Ihrer Gemeinde oder Stadt.

Sehr wichtig ist eine Hundehalter-Haftpflichtversicherung, die Schäden, die auch schon der Welpe verursachen kann, abdeckt. In einigen Bundesländern und für einige Hunderassen ist die Hundehalter-Haftpflichtversicherung Pflicht. Sparen Sie nicht an dieser Versicherung.

Der geliebte Vierbeiner kann aber auch selbst zu Schaden kommen. Das finanzielle Risiko der Tierarztkosten hingegen können Hundehalter mittlerweile über eine Hunde-Krankenversicherung oder eine Hunde-OP-Versicherung sinnvoll absichern. In einer Hunde-Krankenversicherung sind alle ambulanten und stationären, konservativen wie chirurgischen Eingriffe abgedeckt. Eine Hunde-OP-Versicherung hat einen niedrigen Versicherungsbeitrag, deckt jedoch nur die Kosten für eine Operation bei Krankheit oder Unfall des Hundes ab. Wählen Sie die Versicherungslösung, welche die speziellen Bedürfnisse von Ihnen und Ihrem Vierbeiner abdeckt.

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