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Faszination Fremdkörper


Wenn die Neugierde siegt, kann es gefährlich werden: Wollfäden oder Münzen sind für Katzen oft so interessant, dass sie im Magen-Darm-Trakt landen. Dort können Fremdkörper lebensbedrohliche Verstopfungen auslösen. Wie schützen Sie Ihre Katze?

Faszination Wolle: Katzen können sich stundenlang mit den Knäulen beschäftigen. Der weiche Ball ist für Stubentiger jedoch ein gefährliches Spielzeug. Die Samtpfoten können sich in den Fäden verheddern oder ihre Beine abschnüren. Wolle, Schnüre und Nähgarn gelangen rasch in den Mund der Katze. Durch die Beschaffenheit der Katzenzunge können die Tiere die Fäden schwer ausspucken und sie gelangen in den Magen-Darm-Trakt. Die Materialien lösen schwere Verstopfungen aus, bei der oft nur eine Operation Erlösung bringt.

Die häufigsten Gefahrenquellen

Auch glitzernde Gegenstände, wie Münzen und Lametta, wirken auf Katzen faszinierend. Gleiches gilt für kleine, runde Objekte wie Flaschendeckel und Nussschalen. Gelangen sie beim Spielen in den Magen, droht ein Darmverschluss. Wir haben für Sie die häufigsten Gefahrenquellen recherchiert:

  • Nadel / Garn
  • Fäden / Wolle
  • Bratschnur
  • Haarbänder / Gummibänder
  • Knochen
  • Lametta / Ostergras / Engelshaar 
  • Münzen / Magnete / Knöpfe
  • Obstkerne / Nussschalen
  • Glasscherben

Gehen Sie auf Nummer Sicher!

Neugierde liegt den Samtpfoten im Blut. Damit keine Gegenstände im Magen der Tiere landen, sollten Sie Nähmaterial und Kochutensilien unzugänglich für Katzen aufbewahren. Und lassen Sie keine Langweile bei Ihrem Tier aufkommen! Stabiles Katzenspielzeug ohne Fäden und Füllmaterial sorgt für Abwechslung. Katzenhalter brauchen dann keine Angst haben, dass ihre Samtpfote etwas Ungewolltes verschluckt. Festverriegelte Mülleimerdeckel gehören bei Katzenbesitzern zur Pflicht. Essenreste wie Knochen können so nicht im Magen der Katze landen. Weihnachten, Ostern oder Familienfeiern? Auf bunte Girlanden, Tischkonfetti und Co. sollten Katzenbesitzer lieber verzichten. Auch sie verführen die Stubentiger zum Spielen und möglicherweise Verschlucken.

Im Falle eines Notfalles

Katzen sind Profis, wenn es darum geht, Krankheiten und Schmerzen zu verstecken. Deshalb sollten Besitzer immer ein offenes Auge für ihre Lieblinge haben. Ignoriert die Samtpfote zum Beispiel ihr Lieblingsspielzeug? Klassische Anzeichen für einen Fremdkörper im Magen sind Lethargie und Müdigkeit. Der Tierarzt sollte umgehend aufgesucht werden, sobald der vierbeinige Liebling Nahrung verweigert, röchelt oder erbricht.

Liegt etwas Unverdauliches im Magen-Darm-Trakt der Katze, können schmerzlindernde Medikamente helfen, damit der Gegenstand auf natürlichem Wege den Körper wieder verlässt. 24 bis 36 Stunden braucht ein Fremdkörper, um ausgeschieden zu werden. Ist das Objekt zu groß oder löst schwerwiegende Symptome aus, muss der Gegenstand umgehend entfernt werden. Je nach Lage und Beschaffenheit wird eine Operation oder eine Endoskopie von Tierarzt durchgeführt. Bei einer Endoskopie wird ein Schlauch mit einer Kamera in den Magen-Darm-Trakt eingeführt. Mit einer Zange kann der Fremdkörper vorsichtig entfernt werden.

Gegenstände können schwerwiegende Schäden im Katzenkörper anrichten und zu Entzündungen im Bauchraum führen. Fremdkörper können ohne eine tierärztliche Behandlung schnell lebensbedrohlich für die Samtpfoten werden. Deshalb gilt: Je schneller die Katze beim Tierarzt ist, umso höher sind die Chancen für eine erfolgreiche Behandlung des Patienten.

Selten, aber nicht ausgeschlossen: Das Pica-Syndrom

Katzen mit einem Fremdkörper im Magen statten der Tierklinik meist in jungen Jahren einen Besuch ab. Sie sind neugieriger und verspielter als ihre Seniorenkollegen. Und egal, ob Katze oder Mensch: Im Alter wird man weiser. Eine weitere Ursache kann das Pica-Syndrom sein. Bestimmte Rassekatzen, vorwiegend orientalische Siam- oder Burmakatzen sind anfälliger für die seltene Essstörung. Die Tiere fressen regelmäßig unverdauliche und ungenießbare Materialien. Beginnt der Stubentiger, sich über Teppiche, Kleidung oder Bettzeug herzumachen, ist ein Besuch beim Tierarzt sinnvoll. Der Grund für die außergewöhnliche Essstörung ist nicht genau bekannt. Neben Katzen können übrigens auch Menschen am Pica-Syndrom erkranken.

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