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Fellwechsel beim Pferd


Spätestens wenn das Pferd sich nach dem Wälzen schüttelt und dabei in einer Wolke aus Staub und Haaren verschwindet, ist klar: Es ist wieder Fellwechsel-Zeit. Nervig für den Besitzer, aber noch nerviger für das Pferd. Denn es juckt und kribbelt überall, so dass es sich nur noch mit Schubbern, Beknabbern und Wälzen zu helfen weiß.

Der Fellwechsel wird durch die Tageslichtlänge gesteuert. Das heißt, sobald es eine bestimmte Zeit lang hell genug ist, startet der Pferdekörper das Fellwechsel-Programm. Für den Organismus ist das eine Zeit der Schwerstarbeit. Daher braucht er zusätzliche Kohlenhydrate als Energiespender, Aminosäuren, Vitamine und Mineralstoffe, um neue Haare zu bilden. Gesunde, jüngere Pferde, die mit einer normalen Futterration versorgt werden, bekommen den Fellwechsel meist mühelos auf die Reihe. Trotzdem sollte man ihnen in dieser Zeit keine Höchstleistungen abverlangen. Ältere und chronisch kranke Pferde haben es da schwerer: Bei ihnen funktioniert der Stoffwechsel nicht mehr so reibungslos, so dass sie oft im Fellwechsel abnehmen. Es können aber auch Stoffwechselerkrankungen wie das Cushing-Syndrom für einen verzögerten Fellwechsel verantwortlich sein. Bei ganz schweren Fällen hilft dann oftmals nur noch die Schermaschine, um die langen Zotteln loszuwerden.

Wechselt das Pferd nur schlecht das Fell, kann eine Blutanalyse durch den Tierarzt Klarheit bringen, denn neben Krankheiten liegen manchmal auch Mangelerscheinungen zugrunde. Wenn Pferde jetzt matt und anfällig für Infekte sind, liegt das oft daran, dass der Organismus nicht genug Reserven hat, um neben dem Fellwechsel die Muskeln und das Immunsystem optimal zu versorgen. Als Vorsorge kann man etwas Leinöl und ein gutes Mineralfutter geben. Unter anderem sind die Spurenelemente Zink, Kupfer, Mangan und Selen sowie die Vitamine Biotin und Folsäure jetzt für den Organismus wichtig. Außerdem sollte grundsätzlich Wert auf eine bedarfsgerechte Fütterung mit qualitativ hochwertigem Grundfutter gelegt werden.

Aber mindestens genauso wichtig ist die tatkräftige Unterstützung. Tägliches Putzen hilft dem Pferd, sich zu „enthaaren“. Mittlerweile gibt es jede Menge Utensilien, mit denen man dem losen Fell prima zu Leibe rücken kann. Besonders engzinkige Fellkämme haben hier eine gute Ausbeute und man kann die Haare gleich büschelweise aus dem Kamm in den Eimer befördern. An empfindlicheren Stellen wie Kopf und Beine kommt ein weicher Putz-Handschuh zum Einsatz. Manche Pferde setzen ihr „Putz-Gesicht“ auf und sind so dankbar, dass sie ihren Gönner auch kraulen wollen. Diese lieb gemeinte Geste endet meist mit einem blauen Fleck an Oberarm oder Schulter und sollte freundlich und vor allem rechtzeitig gestoppt werden.

Übrigens: Ausgebürstete Haare werden gewissenhaft aufgesammelt, damit sie nicht bei den Nachbarn auf den Kaffeetisch segeln. Sie kommen nicht auf den Mist, sondern werden in einer extra Tonne gesammelt und im Hausmüll entsorgt.

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