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Friesen - Rasseportrait Teil 7


Friesen sind die einzige niederländische Pferderasse und stammen aus der holländischen Provinz Friesland. Der Friese kann auf eine sehr lange Geschichte zurück blicken: Schon bei römischen Geschichtsschreibern wird ein Pferd erwähnt, das Ähnlichkeit mit einem Friesen hat. Dank seiner kräftigen Statur wurde er im Mittelalter als Ritterpferd genutzt. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden während der spanischen Besatzung der Niederlande spanische Pferde eingekreuzt, so dass ein leichterer Pferdetyp entstand, den wir bis heute kennen. Aufgrund dieser Einkreuzung werden Friesen heute zu den Barockpferden gezählt und waren an den Fürstenhäusern der damaligen Zeit sehr beliebt. Zu Beginn der Industrialisierung kam das Fahren in eleganten Kutschen in Mode. Auch hierfür war der inzwischen auch leichter gezüchtete Friese dank seines Trabvermögens und seines einheitlichen, eleganten Aussehens gut geeignet. Mit dem Aufkommen des Autos wurde aber auch der Friese immer weiter zurück gedrängt. Zwar gab es noch einen großen Bedarf an Pferden in der Landwirtschaft, aber die Zucht wurde stark vernachlässigt, so dass es 1913 nur noch drei eingetragene Hengste im 1879 gegründeten Zuchtbuch gab.

Trotz der Bemühungen, den Friesen zumindest als Arbeitspferd in der Landwirtschaft zu erhalten, gab es in den 1960er Jahren durch die Motorisierung der Landwirtschaft einen erneuten Einbruch. Erst nachdem die Pferde für den Freizeitreiterbereich entdeckt wurden, ging es für den Friesen wieder bergauf. Heute sind etwa 60.000 Pferde im Stammbuch eingetragen.

Friesen sind allein schon durch ihr Äußeres unverwechselbar: Es gibt nur Rappen ohne größere Abzeichen. Dazu fällt das üppige Langhaar auf, vor allem die Mähne, die oft weit über den Hals hinabreicht. Auch die Fesseln haben einen starken Behang. Weitere Merkmale sind ihr kräftiger Körper mit dem hoch angesetzten Hals und der gut bemuskelten Kruppe sowie ihr eher kleiner Kopf mit kleinen, in den Spitzen einander zugeneigten Ohren. Das durchschnittliche Stockmaß liegt zwischen 1,55 und 1,65 m. Ein weiteres typisches Merkmal ist das im Trab gezeigte starke Hochziehen der Vorderbeine.

Friesen werden heute als Reit- und Fahrpferde eingesetzt. Sie haben Temperament, sind aber zuverlässig, nervenstark, gut zu erziehen und freundlich im Umgang. Allerdings wird ihnen nachgesagt, dass die stolzen Pferde bei Differenzen mit ihrem Reiter etwas „nachtragend“ sein können. Ihre Eignung für die Dressur bis hin zur Hohen Schule, ihre ausgeprägten Gänge und ihr Aussehen machen sie zu beliebten Showpferden.

Etwas Aufmerksamkeit bei der Pflege braucht das Langhaar. Aufgrund des starken Behanges an den Fesseln sollten Friesen nicht in matschigen Ausläufen gehalten werden, um Erkrankungen vorzubeugen. Weidegang und eine gesunderhaltende Fütterung mit genug Raufutter und angemessenen Kraftfuttergaben verstehen sich von selbst. Dann hat man viel Freude an seinem Friesen.

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  • Pferd
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  • Friesen
  • Reit- und Fahrpferde

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