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Gangpferd mit Brio


Bis vor wenigen Jahrzehnten waren Paso Finos (spanisch für „feiner Gang“) in Europa noch nahezu unbekannt. Heute erfreuen sie sich wachsender Beliebtheit, gerade in Deutschland.

Die Rasse entstand in Südamerika (besonders Kolumbien, Puerto Rico) aus den Pferden, die die Konquistadoren mitbrachten – vor allem Berber und Andalusier. Gewünscht war ein Pferd, das seinen Reiter über lange Strecken ausdauernd, bequem und trittsicher transportieren konnte und dazu auch bei Festen durch Temperament, Stolz und Schönheit beeindruckte. Die besondere Gangveranlagung, die einige der spanischen Pferde mitbrachten, war da natürlich sehr willkommen, garantierte sie doch einen nahezu erschütterungsfreien, angenehmen Sitz. Zudem verfügen die Paso Finos über „Cow Sense“, wodurch man sie auch zum Hüten der Kuhherden einsetzen konnte. Heutzutage sind Paso Finos beliebte Freizeitpferde, die wegen ihrer Eleganz, Menschenbezogenheit und ihrer besonderen Gänge immer mehr Anhänger finden. Auch als Showpferde werden sie besonders in den USA eingesetzt, wo sie seit Anfang der Siebziger Jahre immer beliebter wurden.

Paso Finos erreichen ein Stockmaß von 140 bis 155 cm. Ihr Körperbau zeigt typisch spanische Merkmale wie den hoch angesetzten, geschwungenen Hals. Bei den Fellfarben ist alles erlaubt. Das Besondere aber ist ihre Gangveranlagung. Neben den Grundgangarten zeigen Paso Finos verschiedene Viertaktvarianten, ähnlich dem Tölt der Isländer. Je nach Schnelligkeit unterscheidet man zwischen dem „Paso Corto“ (Viertakt im Gebrauchstempo), dem „Paso Largo“ (schneller Viertakt) und dem „Classic Fino“ (Viertakt mit sehr schneller Fußfolge und kaum Raumgewinn). Auch den „Trocha“, eine Art Trabtölt, zeigen die meisten Paso Finos. Ein speziell auf den Trocha gezüchtetes Pferd heißt „Trochador“, der „Trote y Galope“ zeigt einen Trab ohne Schwebephase und einen stark versammelten Galopp, der „Trocha y Galope“ zeigt Trocha und stark versammelten Galopp.

Je nach Verwendung unterscheidet man drei Rasse-Typen: Paso Finos im Pleasure-Typ eignen sich für die Freizeitreiterei, sie haben ein eher ausgeglichenes Temperament. Paso Finos im Performance-Typ haben mehr „Brio“ (bezeichnet den „Gehwillen“, das Temperament) und eignen sich für den fortgeschrittenen Gangpferdereiter. Paso Finos im Classic-Fino-Typ ist der Classic Fino angeboren, sie kommen hauptsächlich bei Shows zum Einsatz.

Paso Finos werden geschätzt wegen ihrer Menschenbezogenheit und ihrer Leistungsbereitschaft. Sie sind temperamentvoll, aber trotzdem gut händelbar und eignen sich für Wander- und Distanzritte und natürlich für Gangpferdeturniere. Auch für Dressurlektionen sind sie aufgrund ihrer hohen Versammlungsfähigkeit geeignet, des weiteren für Western-Disziplinen.

Um einen Paso Fino reiten zu können, empfiehlt es sich, schon etwas Erfahrung mit Gangpferden zu haben oder Unterricht bei einem guten Gangpferdetrainer zu nehmen. Dann steht dem Traum von Ausritt auf einem schicken Pferd mit weichen Gängen nichts mehr im Wege.

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