zurück zur Übersicht

Gehirnjogging statt Regenspaziergang: Wie Sie den Hund im Haus beschäftigen

16

Wenn der Spaziergang zu kurz oder ganz ausfällt, sind Indoorspiele ideal zur Auslastung des Hundes. Dafür brauchen Sie nicht viel Platz, sondern viele unterschiedliche Belohnungen und jede Menge Fantasie.

Je abwechslungsreicher und überraschender das Training und die jeweiligen Belohnungen gestaltet sind, umso mehr Spaß macht es Ihrem Hund und umso freudiger und schneller lernt er. Die Spiele im Haus lassen sich in drei Kategorien einteilen: Denkspiele, Lernspiele und Schnüffelspiele.

1) Denkspiele

Happen fischen

Lassen Sie Ihren Hund tüfteln und ausprobieren. Beginnen Sie mit einfachen Übungen wie kleinen Happen, die Sie in eine Küchenpapierrolle stecken, deren Enden Sie verschließen und in deren Mitte Sie ein bis drei Löcher schneiden, aus denen die Happen herausfallen können. Feuern Sie ihn mit einem „Jajaja!“an, wenn er auf dem richtigen Weg ist und die Rolle anstupst und schweigen Sie, wenn er versucht, die Rolle aufzubeißen. Wer nicht basteln will, kann einen Kong kaufen, ein ovales Plastikgefäß, das nur eine Öffnung für die eingefüllten Brocken hat und sich immer wieder aufrichtet, wenn der Hund es anstupst.

Hütchenspiele

Sie sind der Klassiker. Ob Sie Pappbecher nehmen, Pylonen oder aus fester Pappe dreieckige Hüte basteln, bleibt Ihnen überlassen. Aufgabe des Hundes ist es, die Becher umzuwerfen, wenn darunter eine Belohnung winkt. Legen Sie zuerst unter jedes Hütchen ein Leckerli, dann nur noch unter jedes zweite. Und stellen Sie die Hütchen an den verschiedensten Stellen auf.

Intelligenzspiele

Die gibt es in verschiedenen Schwierigkeitsgraden zu kaufen. Dabei müssen die Hunde Holzklötzchen verschieben, um an einen Leckerbissen zu kommen. Mit Eierkartons, die Sie verschließen, nachdem Sie ein paar  Belohnungen eingefüllt haben, erreichen Sie das gleiche: Ihr Hund muss nachdenken, wie er den Karton aufbekommt.

2) Lernspiele

Lernspiele lassen sich ohne Geräte in jedem Zimmer machen. Das Besondere: Sie sind interaktiv, der Hund und Sie tun etwas gemeinsam. Dem Hund ist es herzlich egal, ob Sie ihm das obligatorische ‚Sitz‘, ‚Platz‘ und ‚Komm‘, Pfötchen geben oder die Rolle beibringen. Für ihn macht das keinen Unterschied – wohl aber für uns Menschen. Beim Üben von Tricks sind wir meist wesentlich entspannter und lachen auch mal, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt. So lernt Ihr Hund viel schneller und mit Freude.

Die Klassiker

Pfötchen geben lernen alle Hund sehr schnell, weil es dem Verhaltensrepertoire des Welpen entspricht, der seine Mutter anstupst. Üben Sie zusätzlich „linke Pfote“ und „rechte Pfote“, dann „Give me five“ mit beiden Pfoten. Aus dieser Übung heraus können Sie kleine Hunde auch tanzen lassen, indem Sie die Belohnung über dem Hundekopf hin- und her bewegen und den Hund so motivieren, auf zwei Beinen dem Leckerbissen zu folgen.

Clicker-Spiele

Wenn Ihr Hund den Clicker bereits kennt, sind Clickerspiele das höchste für ihn und für Sie eine große Herausforderung. Denn jetzt denken Sie nur, was der Hund als nächstes tun soll, setzen Sie sich dann vor ihn und warten ab. Er wird von sich aus alles Mögliche anbieten, Pfötchen geben, Platz machen, ein Apportierobjekt in der Nähe packen.... Ihre Aufgabe ist es, immer dann zu clicken, wenn er eine Bewegung in der richtigen Richtung macht. Wenn Sie wollen, dass er sich hinlegt und alle Viere von sich streckt, clicken Sie, sobald er Anstalten zum Legen macht, dann wieder, wenn er ein Bein von sich streckt… Natürlich müssen die Aufgaben zu bewältigen sein und ihm nichts abfordern, was er noch nie gemacht hat. Und natürlich bekommt er, wenn er alles geschafft hat, eine dicke Belohnung.

3) Schnüffel-Spiele

Weil der Hund ein Nasentier ist, lasten ihn Schnupper- und Schnüffelspiele am besten aus, auch im Haus. Zuerst muss der Hund natürlich wissen, was er suchen soll. Beginnen Sie am besten mit einem Futterbeutel, in dem Leckerli stecken. Den legen Sie in seinem Beisein in Sichtweite aus und bedeuten ihm „Such und bring’s“. Allmählich liegt der Beutel immer weiter weg, schließlich verstecken Sie ihn und er muss wirklich suchen. Hat er das „Such“ erst einmal begriffen, können Sie Varianten einführen

Teebeutel-Anzeige

Dazu brauchen Sie zwei Beutel eines Früchte- oder Kräutertees. Einen davon stecken Sie in eine Papier- oder Jutetüte, den anderen in einen Gefrierbeutel mit Zippverschluss. Rufen Sie Ihren Hund, lassen ihn im Beutel schnüffeln, legen diesen in einiger Entfernung, aber noch in Sichtweite hin und signalisieren „Such“. Findet er den Beutel, wird er gelobt und belohnt. Jetzt legen Sie die Papiertüte hinter einen Schrank, unter ein Sofa oder unter einen kleinen Teppich. Nach dem Schnuppern im Zippbeutel muss der Hund jetzt wieder suchen. So lange er auf dem richtigen Weg ist, bestätigen Sie ihn mit einem „Jajaja“ und brechen in Jubel aus, wenn er tatsächlich am Beutel stehenbleibt oder mit ihn mit der Schnauze anstupst. Sie können die Schwierigkeit erhöhen, wenn Sie den Beutel an eine Türklinke hängen oder in eine Schublade stecken.

Wo ist das Buch?

Dazu brauchen Sie mindestens zwei ausgediente Bücher, zum Beispiel ein altes Telefonbuch. Schneiden Sie in einem der Bücher innen ein Quadrat aus, in das Sie einige Leckerbissen legen und klappen das Buch wieder zu. Dann legen Sie alle Bücher auf den Boden und heißen den Hund suchen. Findet er das Buch mit seiner Belohnung, darf er sie haben.

Kommentare


  • Zuhause ist Ruhezone, aktiv sind wir draussen - ich möchte, dass mein Hund Zuhause komplett runterfahren kann. Wenn er drin immer wieder aktiviert wird, klappt das nicht gut. Garage oder Keller ok, aber nicht im Wohnraum.  Zumal so ein Ruhetag auch mal schön ist. Und warum kann man im Regen nicht raus??


  • Liebe Bettina,
    selbstverständlich kann man auch im Regen rausgehen. Jedes Mensch-Hund-Team ist individuell und nicht jeder Hund geht auch gerne im Regen nach draußen. Mit unserem Beitrag möchten wir keinesfalls dazu aufrufen, bei Regen nicht mehr rauszugehen, sondern lediglich verschiedene Möglichkeiten aufzeigen, mit denen man seinen Hund auch im Haus beschäftigen kann - wenn man dies denn möchte.
    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Lieben Dank für die ausführlichen Anregungen . Da wir zwei hunde haben und sie bei Regen Wetter überhaupt nicht gerne herraus gehen ist es eine schöne Abwechslung . Unsere hunde haben ihre bestimmten Zeiten wo Ruhe eingehalten werden muss. Ansonsten wird gespielt und trainiert.  Deswegen finden wir Abwechslung sehr wichtig.  Dankeschön! 


  • Liebe Familie Wagner,
    es freut uns sehr, dass Sie Anregungen aus unserem Beitrag mitnehmen konnten. Wir wünschen viel Spaß beim Aufprobieren! :)
    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Zunächst einmal vielen Dank für die Anregungen. Ich werde sie gleich ausprobieren.

    Sicherlich ist zu Hause die Ruhezone. Aber mal ganz ehrlich. Bei Regenwetter sind die Spaziergänge ganz sicher nicht so ausgedehnt. Da sind solche Spiele eine schöne Alternative, besonders wenn man einen spielfreudigen Hund hat.


  • Super Idee mit dem alten Buch werde ich ausprobieren. Sonst gibt es im Tierhandel auch gute Spielzeuge wie Hütchenspiele.Wichtig ist nur, dass man die Intelegenz der Hunde fördert. Denn bei Hunden ist es wie bei Kindern, um so mehr man sich mit Ihnen beschäftigt, um so inteligenter werden sie.

    Dany

    Diplom Sozialpädagogin und in Ausbildung zur Hundepsyhologin


  • Liebe Dagmar,
    vielen Dank für die Zustimmung zu unserem Beitrag! Wir wünschen viel Spaß beim Ausprobieren!
    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Liebe Dany,
    es freut uns, dass Ihnen unser Beitrag gefällt. Viel Spaß beim Ausprobieren.
    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Ich verstecke bei schlechtem Wetter für meine Fee (4jährige Aussie-Hündin) ein Plüschspielzeug. Dann folgt das Kommando "Hasi suchen". Mit Begeisterung ist Fee dabei. Natürlich bekommt sie auch ein Leckerli, wenn sie "Hasi" gefunden und gebracht hat. Inzwischen ist sie so weit, daß sie Nase und Augen einsetzt (Nase wenn Hasi unter Kissen oder Sessel, Augen, wenn Hasi auf der Fensterbank, Heizung usw. ist) Liebe Grüssles an alle: Rita mit Fee


  • Liebe Rita,
    das klingt auch nach einem tollen Spiel, woran Fee jede Menge Spaß hat!
    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Vielen Dank für die tollen Anregungen. Meine Hündin (10 Monate) hat eine Knie-Op gehabt und darf nur angeleint und kurz spazieren gehen. Zur Zeit 3 x 10 Min. So kann ich sie wenigsten kopfmäßig auslasten.


  • Ihr habt immer so schöne und tolle Beiträge, da liest man sehr gerne und holt sich Anregungen.

    Auch wenn man mal krank ist, mit Fieber oder ähnliches , und ist zu schlapp für lange Spaziergänge und der Hund muss auf den längeren Spaziergang warten bis Herrchen von der Arbeit kommt,  dann kann man solche Spiele gut gebrauchen, viele davon machen wir schon mal, aber das mit dem Teebeutel ist toll, das werden wir mal ausprobieren. 

    Vielen Dank !


  • Hallo Conny,

    schön, dass wir zum Ausgleich beitragen konnten. Wir wünschen Ihrer Hündin eine gute Genesung!

    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo Steffi,

    herzlichen Dank für das Lob und viel Spaß beim Ausprobieren!

    Schöne Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Vielen Dank für die Anregungen. Ich finde, solche Spiele kann man immer mal in den Alltag einbauen. Für Hunde ist nicht nur Bewegung wichtig, sondern auch "Kopfarbeit" und die kann auch gerne in Ruhe und entspannt zu Hause stattfinden.


  • Hallo Sabine,
    es freut uns, dass dir unser Beitrag gefällt! Vielen Dank für deinen Kommentar!
    Schöne Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Unter diesem Namen wird Ihr Kommentar veröffentlicht und gespeichert.
Mit einem * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder. Bitte füllen Sie sie aus.
zurück zur Übersicht

Sind Sie sicher, dass dieser Beitrag gelöscht werden soll?

Ja
Zur Website

Filtern

nach Zeitraum

nach Kategorie