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Giftpflanzen auf der Pferdeweide


Da blüht einem was: Während der Weidezeit stehen regelmäßige Giftpflanzen-Kontrollen der Koppeln auf dem Programm. Diese typischen Giftpflanzen sollte daher jeder Pferdebesitzer kennen:

Die aktuell wohl bekannteste Giftpflanze ist das Jakobskreuzkraut (syn. Jakobs-Greiskraut). Seine Giftwirkung beruht auf Alkaloiden, die sich in der Leber anreichern und tödliche Leberschädigungen verursachen. Neben einer akuten Vergiftung können schon wenige Pflanzenteile, über einen längeren Zeitraum aufgenommen, schwere Symptome auslösen. Pferde fressen die bitter schmeckende Pflanze selten frisch, allerdings sollte man sich nicht darauf verlassen. Im Heu verliert es seinen bitteren Geschmack, aber nicht seine Giftigkeit, was es noch gefährlicher macht.

Junge Pflanzen kann man an ihren rosettenförmig angeordneten, dicht am Boden sitzenden, gebuchteten Blättern erkennen. Sie sollten in diesem Stadium bereits bekämpft werden, spätestens aber bevor im Sommer die gelben Blüten erscheinen und die Pflanze ihre Samen bildet, die sich mit dem Wind weiter verbreiten.

Der Scharfe Hahnenfuß ist eine weitere häufige Giftpflanze auf Pferdeweiden. Erkennbar ist er an seinen goldgelben, glänzenden Blüten („Butterblume“) sowie an den drei- bis fünfteiligen, tief geteilten Blättern. Der Scharfe Hahnenfuß kommt besonders auf gut gedüngten, feuchten Weiden mit verdichtetem Boden vor. In frischem Zustand ist er giftig, seine Giftstoffe führen unter anderem zu Durchfall. Getrocknet zerfällt das Gift Protoanemonin, so dass er im Heu keine Bedrohung mehr darstellt. Pferde meiden die Pflanze in der Regel, aber auch hier kann es Ausnahmen geben.

Auch Schachtelhalme sind für Pferde giftig. Besonders der stark giftige Sumpfschachtelhalm macht sich gerne auf nassen Weiden breit. Erkennbar ist er an seinen schmalen, grünen Sprossen, aus denen in Etagen angeordnete, rundlich-schmale Blätter entspringen. Das unscheinbare Gewächs gehört nicht zu den Blütenpflanzen, sondern verbreitet sich über Sporen, die es massenweise an die Umgebung abgibt. Die Giftwirkung beruht unter anderem auf einem Enzym, das das Vitamin B1 zerstört. Bei einer Aufnahme über längere Zeit können Taumeln, Zittern, Lähmungen bis hin zum Tod auftreten. Schachtelhalm wird von manchen Pferden gefressen. Auch im Heu verliert er nicht seine Giftigkeit. Der oft als Arznei genutzte Ackerschachtelhalm ist weniger giftig, aber ebenfalls für Pferde nicht geeignet.

Auch die Herbstzeitlose ist eine hochgiftige Pflanze, die auf feuchten Weiden vorkommt. Schon die Aufnahme weniger Pflanzenteile verursacht Koliken, Kreislaufversagen und Tod durch Atemlähmung. Ihre Giftwirkung bleibt auch im Heu erhalten, wodurch die meisten Vergiftungen entstehen. Sie zeigt sich ab September mit ihren violetten, einem Krokus ähnelnden Blüten. Im Frühling erscheinen die tulpenartigen Blätter, die ab Mai in der Mitte eine kugelige Samenkapsel tragen. Wer die Herbstzeitlose entdeckt, sollte den Bereich sofort großzügig absperren.

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