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Glückskatze - Rasseportrait Teil 5

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Dreifarbige Katzen fallen mit ihrer markanten Fellzeichnung überall auf. Da diese Farbgebung so selten ist, galt sie früher als besonders wertvoll. Vielleicht heißen Katzen mit dreifarbigem Fell daher auch „Glückskatzen“. Sie gelten von jeher als Glücksbringer. Glückskatzen sagte man nach, dass sie das Haus vor Feuer beschützen könnten. Sie durften nicht misshandelt oder getötet werden, das würde dem Täter jahrelanges Unglück bescheren. Auch auf Schiffen waren Glückskatzen gerne gesehen, sie sollten eine sichere Fahrt garantieren. Die japanische Glückskatze Maneki-Neko, die dem Betrachter mit einer Pfote zuwinkt, ist meist auch eine dreifarbige Katze. Den verschiedenen Legenden nach soll sie durch ihr „Winken“ (das wohl an das Putzen des Kopfes mit einer Pfote angelehnt ist) Menschen vor einem Unglück bewahrt haben.

Wie kommt diese Fellzeichnung zustande? Die Farbe wird bei Katzen über das X-Chromosom (ein Geschlechtschromosom) bestimmt. Weibliche Katzen besitzen zwei X-Chromosomen. Tragen beide die gleiche Erbinformation, zum Beispiel für die Farbe Schwarz, ist die Katze schwarz. Das bezeichnet man als „homozygot“. Tragen sie unterschiedliche Informationen, also eins für Rot und eins für Schwarz, bezeichnet man das als „heterozygot“. In diesem Fall kommt normalerweise das Gen zum Tragen, das sich dem anderen gegenüber „durchsetzt“, also dominant ist. Allerdings gibt es bei den Geschlechtschromosomen eine Besonderheit: Jeweils eins der X-Chromosomen wird bereits beim Embryo „deaktiviert“, so dass nur eins aktiv ist. Welches aktiv ist und welches inaktiv, unterscheidet sich je nach Körperregion. Eine Katze, die heterozygot ist, also verschiedene Erbinformationen auf ihren X-Chromosomen trägt, ist somit rot und schwarz gezeichnet, je nachdem wo welches X-Chromosom aktiv ist. Diese Farbverteilung nennt man „Schildpatt“. Bei einer dreifarbigen „Glückskatze“ gibt es zusätzlich noch weiße Bereiche (bezeichnet als „Scheckung“). Sie werden nicht von den X-Chromosomen bestimmt, sondern kommen durch eine Mutation eines anderen Gens zustande.

Tiere haben jeweils ein X- und ein Y-Chromosom. Da die Farbe über das X-Chromosom vererbt wird, bekommt der Kater die Farbe, für die sein X-Chromosom die entsprechende Erbinformation mitbringt. Ganz selten gibt es allerdings auch dreifarbige Kater: In diesem Fall liegt eine Anomalie der Geschlechtschromosomen vor: Der Kater hat dann zum Beispiel zwei X- und ein Y-Chromosom. Solche Tiere sind aufgrund dieser Anomalie unfruchtbar.

Die Zeichnung der Glückskatzen wird je nach Rasse als „Schildpatt mit weiß“, als „Tricolor“, als „Calico“ (Perser), als Mi-Ke (jap. für „Drei Felle“) oder als „Tortoise mit weiß“ bezeichnet. Dreifarbige Katzen gelten übrigens als besonders geduldig und ausgeglichen. Auch das kann ein echter Glücksfall sein.

Verwandt mit:

Kartäuser oder Chartreux - Rasseportrait Teil 2
Maine-Coon - Rasseportrait Teil 3
Birma - Rasseportrait Teil 4

Schlagworte

  • Katze
  • Rasse
  • Portrait
  • Glück
  • Glückskatze
  • Maneki-Neko

Kommentare


  • Hallo, ich bekomme heute eine 3 farbige Katze. Sie müsste im Mai 2015 geboren worden sein. Sie ist dunkelbraun getiegert und hat im Gesicht helbraune Stellen und Schwarze bis Weiße Stellen. Ich würde nun gerne wissen was das für eine Rasse ist. Sie ist 9 Wochen alt :) Ich bedanke mich über jegliche Antworten. Danke!

    MFG Marie-Luise K.


  • Liebe Marie-Luise K., vielen Dank für Ihren Kommentar. Leider können wir anhand der Farbgebung allein die Rasse einer Katze nicht bestimmen. Auch anhand eines Bildes kann das schwierig sein. Gut auskennen tun sich hier Tierärzte. Wenn Sie mit Ihrem neuen Wegbegleiter das erste Mal den Tierarzt besuchen, zum Beispiel für die erste Impfung, fragen Sie ihn doch einfach! Er hilft Ihnen da sicherlich gern. Über unsere Facebook-Seite können Sie mit uns auch in Bildern kommunizieren, wir würden uns freuen, wenn Sie uns am Ergebnis teilhaben lassen und sind gespannt auf viele schöne Fotos :)

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