zurück zur Übersicht

Gutes Stallklima für gesunde Atemwege


Husten ist in der Winterzeit bei vielen der alltägliche Begleiter. Allerdings nicht nur bei den Menschen, auch viele Pferde husten um diese Jahreszeit. Denn viele Pferdebesitzer halten im Winter aus Angst um die Gesundheit ihrer Vierbeiner die Fenster geschlossen. Das Gegenteil wäre richtig, denn das Pferd als Steppentier braucht ständige Frischluftzufuhr, um gesund zu bleiben.

Folgendes Klima sollte im Stall herrschen: Luftfeuchtigkeit 60 bis 80 Prozent, die Temperatur liegt günstigerweise zwischen 12 und 16 Grad. Aufgrund ihrer guten Thermoregulation können Pferde problemlos auch größere Temperaturschwankungen ausgleichen. Ein optimales Stallklima stärkt zudem die Abwehrkräfte. Problematisch wird es, wenn durch geschlossene Fenster Temperatur und Luftfeuchte ansteigen und schädliche Gase und Staub im Stall quasi eingeschlossen sind.

Eine Belastung für die Atemwege sind vor allem diese Stoffe:

  • Kohlenstoffdioxid (CO2) entsteht durch die Atmung von Lebewesen. Daher erhöht sich in einem geschlossenen Raum bei Anwesenheit von Tieren oder Menschen die Konzentration kontinuierlich. Es entsteht auch durch mikrobielle Zersetzung von Urin und Kot.
  • Ammoniak (NH3) entsteht durch die Zersetzung von Harnstoff aus Urin oder Kot unter Luftabschluss. Es bildet mit Wasser eine stark reizende Lauge, die auch im feuchten Milieu der Atemwege entsteht und Lunge und Bronchien angreift sowie die Augen reizt. Eine dauerhafte Belastung erhöht zudem die Infektanfälligkeit. Ammoniak hat einen scharfen, beißenden Geruch.
  • Schimmel ist eine weitere große Gefahr für die Atemwege. Er entsteht an den Wänden bei Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit.
  • Auch Krankheitserreger fühlen sich im feuchtwarmen Milieu geschlossener Ställe wohl.
  • Dazu kommt die Staubbelastung durch Heu und Stroh. Je nach Qualität können auch hier Schimmelsporen enthalten sein.

Das ist zu beachten, um diesen Cocktail an ungesunden Stoffen in der Luft zu verringern:

  • Fenster auf, auch nachts. In gut durchlüfteten Ställen sind weniger Gase nachweisbar, weil ein permanenter Gasaustausch gewährleistet ist, die Staubbelastung sinkt. Die Temperatur nähert sich den natürlichen Werten an. Achtung: Zugluft vermeiden.
  • Eine täglich und komplett von Kot und Urin gesäuberte Box ist Pflicht. Dreckige Einstreu ist die Hauptquelle für schädliche Gase. Die Pferde haben ihre Nase beim Schlafen zudem  dicht an der Einstreu, wo die Konzentration der Gase am höchsten ist.
  • Pferde tagsüber raus stellen, auch im Winter. So wird die Frischluftzufuhr maximiert, zusätzlich zu den anderen Pluspunkten für Körper und Seele des Pferdes.
  • Wenn möglich, Paddockbox oder Box mit Außenfenster organisieren, damit das Pferd sich selbst frische Luft verschaffen kann.

Werden diese Punkte befolgt, hat man schon viel für ein gutes Stallklima getan. Es sorgt für Wohlbefinden beim Pferd und hilft, vielen zum Teil schweren Erkrankungen vorzubeugen.

Kommentare

Bisher wurden keine Kommentare geschrieben.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Unter diesem Namen wird Ihr Kommentar veröffentlicht und gespeichert.
Mit einem * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder. Bitte füllen Sie sie aus.
zurück zur Übersicht

Sind Sie sicher, dass dieser Beitrag gelöscht werden soll?

Ja
Zur Website

Filtern

nach Zeitraum

nach Kategorie

zurücksetzen