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Haarballen


Das war mal wieder fällig: Im passenden Augenblick, wenn die Wohnung frisch geputzt ist oder man Gäste erwartet, taucht ein merkwürdig aussehender, länglicher, mehr oder weniger nasser „Gegenstand“ auf dem Boden auf, gerne auch so platziert, dass man entweder reintritt oder der Teppich einen Flecken mehr hat.

Was die Besitzer nervt, ist leider notwendig: Das Loswerden von Haarballen. Haarballen entstehen, weil die Katze bei der Fellpflege mit ihrer Zunge lose Haare aus dem Fell kämmt und sie hinunter schluckt. Handelt es sich nur um einzelne Haare, werden sie in der Regel ohne weitere Probleme mit ausgeschieden. Wenn allerdings viele Haare in den Verdauungstrakt geraten, klumpen sie zu einem Haarballen zusammen. Ab einer gewissen Größe löst der Ballen einen Würgereflex aus, so dass die Katze ihn durch Erbrechen wieder loswird. Besitzer von Freigängern bekommen davon nur selten etwas mit, da die Katzen ihre Haarballen meist draußen entsorgen. Leidgeprüfter sind da die Besitzer von reinen Wohnungskatzen, die öfter auf diese Art der Hinterlassenschaft stoßen.

Haarballen sind also zunächst nicht gefährlich, sondern ein notwendiger Vorgang. Kritisch könnte es allerdings werden, wenn die Katze sehr viele Haare auf einmal aufnimmt oder die Haare auf den üblichen Wegen nur schwer wieder loswird. Dann kann es in seltenen Fällen zu einer Entzündung der Magenschleimhaut oder zu einem Darmverschluss kommen. Das kann sich in häufigem Erbrechen, Fressunlust und Verstopfung äußern.

Viele Haare verlieren Katzen zum Beispiel

  • im Fellwechsel, daher treten im Frühjahr und Herbst vermehrt Haarballen auf,
  • nach Krankheiten, wenn die Katze sich während der Krankheit weniger geputzt hat und das nun nachholt,
  • bei Hautkrankheiten, wenn viel Fell ausgeht und die Haut auch noch juckt,
  • bei starkem Stress.

Besonders Langhaarkatzen (Perser, Türkisch Angora) haben mit ihren verschluckten Haaren zu kämpfen, da sie lang und weich und daher nur schwer wieder loszuwerden sind.

Um der Katze die Sache zu erleichtern, empfiehlt es sich, bei starkem Haarverlust, also zum Beispiel im Fellwechsel, mit der Bürste nachzuhelfen. Langhaarkatzen sollten das ganze Jahr über regelmäßig gebürstet werden. Auch Katzengras kann helfen. Das aufgenommene Grün wird häufig kurz nach dem Fressen wieder hochgewürgt, wobei oftmals auch Haare mit dabei sind. Freigänger besorgen sich ihr Grünzeug in der Regel draußen. Wohnungskatzen oder Katzen, die sich viel im Haus aufhalten, sollten immer Zugang zu frischem Katzengras haben, auch damit sie sich nicht an anderen, eventuell giftigen Zimmerpflanzen vergreifen. Zusätzlich gibt es verschiedene Mittel (Malzpaste, Spezial-Futtermittel), die der Katze das Ausscheiden der Haare erleichtern (und dem Besitzer das lästige Hinterherputzen ersparen) sollen. Hier muss jeder selbst herausfinden, was ihm und seiner Katze hilft, um den Ärger mit den lästigen Haaren gering zu halten.

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