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Helfer auf vier Pfoten


Aktuell gibt es etwa 2000 aktive Blindenführhunde in Deutschland. Sie ermöglichen ihrem Halter, ein erhöhtes Maß an Mobilität und Unabhängigkeit zu erreichen, indem sie einen menschlichen Begleiter ersetzen. Sie helfen bei der Überquerung von Straßen, zeigen den Weg zum Postschalter, umgehen Hindernisse und warnen vor Gefahren. Um seinem Halter später ein Helfer und auch ein treuer Freund zu sein, brauchen sie eine Menge an besonderen Qualitäten.

Ein ausgewachsener Blindenführhund sollte eine Körpergröße zwischen 50 und 65 Zentimetern erreichen, damit sich der Griff des Geschirrs, mit dem der Hund später seinen Halter führt, in passender Höhe befindet. Häufig genutzte Rassen sind zum Beispiel, Golden Retriever, Deutscher Schäferhund, Labrador Retriever und auch Mischlinge.

Als Blindenführhund geeignet sind nur besonders friedfertige, wesensfeste Hunde, die belastbar, intelligent, nervenstark und menschenbezogen sind und möglichst wenig Jagdtrieb haben. Die Hunde sollten zu Beginn der Ausbildung zwischen ein und zwei Jahren sein. Der Hund muss gesund sein, Erbkrankheiten wie Hüftgelenksdysplasie sowie Augenerkrankungen müssen vorher ausgeschlossen werden.

Viele Welpen werden von den Blindenführhundschulen bereits im Alter von acht Wochen mit einem speziellen Test auf ihre Eigenschaften geprüft und anschließend für etwa ein Jahr in Patenfamilien gegeben. Hier kommen sie in engen, liebevollen Kontakt mit Menschen und lernen neben gutem Benehmen, in verschiedenen Umgebungen und Situationen gelassen zu bleiben, zum Beispiel im Auto oder beim Kontakt mit anderen Hunden. Eine ausführliche Untersuchung durch den Tierarzt klärt anschließend, ob der Junghund eine Karriere als Blindenhund einschlagen kann oder nicht.

Die eigentliche Ausbildung zum Blindenführhund dauert zwischen sechs und zwölf Monaten. In dieser Zeit lernt der Hund, auf sogenannte „Hörzeichen“ zu reagieren, Anweisungen, die der Halter dem Hund gibt, wie beispielsweise  „rechts“, „links“, „Treppe zeigen“, „Tür zeigen“. Mithilfe der Hörzeichen kann der Hund sogar einen freien Sitzplatz im Bus, einen Briefkasten oder einen Bankschalter für seinen Halter ausfindig machen. Er lernt auch, seinen Halter sicher an Hindernissen vorbei zu führen, insbesondere an solchen, die für ihn selbst keine Hindernisse sind (etwa hohe Baugerüste mit Querbalken in Kopfhöhe, Wäscheleinen, Umlaufschranken). Des Weiteren lernt er das Prinzip des „intelligenten Ungehorsams“. Tritt eine gefährliche Situation ein, etwa beim Überqueren einer Straße, bleibt er stehen und widersetzt sich dem Befehl seines Halters, um ihn auf die drohende Gefahr aufmerksam zu machen.

Nach Abschluss der Ausbildung lernen der Hund und sein zukünftiger Halter bei einem mindestens 14tägigen Einarbeitungslehrgang, einander zu vertrauen und als Team zusammenzuarbeiten. Der Halter lernt die entsprechenden Hörzeichen klar vernehmlich zu geben und das Verhalten seines Hundes richtig zu deuten. Im Anschluss wird in der Regel eine Gespannprüfung abgelegt. Nach der Eingewöhnungszeit für den Hund, die bis zu sechs Monate dauert, sind Hund und Halter in der Regel ein prima Team.

Schlagworte

  • Blindenführhund
  • Begleiter
  • Ausbildung

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