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Hunde in der Wohnung beschäftigen - einfach und artgerecht


Indoor-Spiele sind eine tolle Alternative, um bei schlechtem Wetter seinen Hund auch drinnen zu beschäftigen und artgerecht auszulasten. Für unsere Ideen zur Hundebeschäftigung im Haus oder in der Wohnung brauchen Sie nur Dinge, die Sie bereits zuhause haben.

Wie viel Beschäftigung braucht ein Hund?

Jeder Hund ist anders und jeder Hund hat je nach Alter und Rasse ein anderes Bedürfnis an Beschäftigung. Eine Faustregel besagt, dass Hunde durchschnittlich circa zwei Stunden Beschäftigung am Tag brauchen. Zu diesen zwei Stunden zählt alles, was Abwechslung in den Alltag bringt, wie zum Beispiel Spaziergänge, neue Umgebungen, Besuch, Training oder Spiele.

Je abwechslungsreicher die Übungen und je variabler die jeweiligen Belohnungen gestaltet sind, desto mehr Freude bringt es Ihrem Hund. Wenn Sie und Ihr Hund Spaß an den Übungen haben, wird Ihr Vierbeiner gern und schnell lernen, was von ihm erwartet wird.

Hunde haben ein ausgeprägtes Ruhebedürfnis

Ausreichend Beschäftigung ist wichtig für das Wohlbefinden des Hundes. Allerdings gilt das auch für Ruhezeiten, die es unbedingt geben muss. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass Ruhe im Alltag ebenso wichtig ist wie die Auslastung und Beschäftigung. Hunde besitzen ein weitaus höheres Schlaf- und Ruhebedürfnis als wir Menschen: Sie brauchen mind. 15 bis 16 Stunden bis hin zu 18 bis 20 Stunden Ruhe am Tag. In dieser Zeit wird zum Beispiel gedöst und Erlebtes verarbeitet.

Hunde zu Hause beschäftigen

Sollte es aus bestimmten Gründen nicht möglich sein, mit seinem Hund draußen ausgedehnten Spaziergänge zu unternehmen, kann man seinen Hund auch in der Wohnung beschäftigen und artgerecht auslasten. Dazu eignen sich besonders Denkspiele sowie Schnüffelspiele gut, die Ihren Vierbeiner geistig beschäftigen. Für diese Aktivitäten wird der Geruchsinn, der bei Hunden von Natur aus gut ausgeprägt ist, sowie das Denkvermögen angesprochen und gefördert. Wir haben einige Ideen zur Hundebeschäftigung im Haus für Sie vorbereitet.

Hütchenspiel für Hunde – der Klassiker

Das Hütchenspiel ist auch für Hunde ein echter Klassiker. Dies kann man ganz einfach mit Bechern oder Hütchen zuhause spielen und so Hunde auch drinnen sinnvoll beschäftigen. Für dieses Spiel gibt es verschiedene Varianten.

Variante 1:
Ziel dieser Übung ist es, dass Ihr Hund lernt, einen Becher oder ein Hütchen anzuzeigen, unter dem sich ein Leckerli befindet. Dazu sollten Sie sich im Vorfeld überlegen, wie Ihr Hund dieses anzeigen soll. Möglichkeiten hierfür wären das Anstupsen des Bechers mit der Nase (ohne den Becher umzuschubsen), sich vor den Becher legen oder mit der Pfote den richtigen Becher berühren.

Beginnen Sie zunächst mit einem Becher oder Hütchen, unter dem ein Leckerli liegt, und halten Sie den Becher fest. Wenn Ihr Hund von allein das gewünschte Verhalten – das Anzeigen des Leckerlis – zeigt, belohnen Sie dies. Falls Ihr Hund noch nicht weiß, was Sie von ihm möchten, können Sie mit einem Kommando weiterhelfen. Wenn Ihr Hund nun das Kommando ausführt, heben Sie schnell den Becher hoch und belohnen Ihren Hund so mit dem Futter.

Nach ein paar Wiederholungen haben die meisten Hunde bereits verstanden, dass sie das Leckerli anzeigen sollen. Wenn das Spiel mit einem Hütchen gut klappt, können nach und nach weitere Hütchen dazu genommen werden. Wichtig ist, dass sich nur unter einem Hütchen ein Leckerli befindet, das angezeigt werden soll.

Variante 2:
Die Aufgabe des Hundes besteht darin, die Becher mit der Pfote umzuwerfen oder mit der Schnauze umzustupsen. Dazu legen Sie zu Beginn ein Leckerchen unter den Becher oder das Hütchen und belohnen Ihren Hund, wenn er sich für das Hütchen interessiert oder ihn schon umwirft. Sie können so viele Becher aufstellen wie Sie mögen oder die Becher im Raum an den verschiedensten Stellen verteilen. So ist ihr Hund zusätzlich in Bewegung und kann die Becher suchen.

Hunde drinnen beschäftigen mit Suchspielen

Hunde sind Nasentiere. Für sie stellen Schnüffel- und Suchspiele eine ideale und artgerechte Auslastung dar. Der Vorteil an Suchspielen und Nasenarbeit ist, dass man diese Spielchen sowohl drinnen als auch draußen mit seinem Hund machen kann.
Am besten startet man solche Übungen in einer reizarmen Umgebung, wie zum Beispiel dem Wohnzimmer, und steigert dann die Schwierigkeit über Außenreize. Als Erstes muss der Hund lernen, was er suchen soll. Für den Anfang eignet sich ein Futterbeutel besonders gut, der mit Leckerli gefüllt ist. Dieser wird vor den Augen des Hundes im Raum platziert. Schicken Sie ihn nun mit einem Kommando, zum Beispiel „Such!“, sowie körpersprachlich los, um den Futterbeutel zu suchen. Wenn das gut klappt, kann der Futterbeutel nach und nach weiter weg und schwieriger versteckt werden, sodass der Hund wirklich seine Nase zum Suchen einsetzen muss.

Hat Ihr Hund das „Such“-Kommando gut verstanden, können Sie das Spiel auch auf andere Gegenstände übertragen. Hierfür bieten sich Spielzeuge, Kuscheltiere oder auch Teebeutel gut an. Wenn das Suchen in der Wohnung gut klappt, können Sie das Spiel bei gutem Wetter auch draußen fortsetzen.

In unserem Blogbeitrag „Gehirnjogging statt Regenspaziergang: Wie Sie den Hund im Haus beschäftigen“ finden Sie noch weitere Anregungen für Denk- und Suchspiele, mit denen Sie Ihren Hund in der Wohnung beschäftigen können.

Hundespielzeug selbst machen

Die Winterzeit bietet sich hervorragend an, um selbst kreativ zu werden. Mit wenigen Handgriffen lassen sich Spielzeuge für Hunde auch selbst basteln. Wir haben drei Ideen für selbstgemachte Suchspiele vorbereitet.

  • Die schnellste und einfachste Variante braucht lediglich zwei Bestandteile: Decken oder Handtücher und ein paar Leckerchen. Einfach mehrere Decken oder Handtücher auf dem Boden zusammenknüllen oder falten, eventuell noch leicht verknoten und Leckerli darin verstecken. Das war’s schon. Ihr Hund kann nun mit der Suche der Leckerlis beginnen.
  • Der Schnüffelteppich ist eine DIY-Idee für Fortgeschrittene. Hier können Stoffreste prima verwertet werden. Alte Kleidung, Bettwäsche oder Handtücher werden in Streifen geschnitten. Anschließend näht man die Streifen auf eine rutschfeste Matte, wie eine Teppichunterlage. Je nach Unterlage können die Stoff-Streifen auch durch bereits vorhandene Löcher gezogen und verknotet werden. Der Schnüffelteppich kann nun mit Leckerlis bestückt werden und schon beginnt der Schnüffel-Spaß für Ihren Vierbeiner.
  • Leere Toilettenpapier- oder Küchenrollen zusammen mit ein paar Leckerli in einen Korb oder Karton geben – schon ist dieses einfache Hundespielzeug fertig. Ihr Hund ist nun eine Weile beschäftigt, um die Leckerli zwischen den Papierrollen herauszufischen und hat dabei eine Menge Spaß. Nach ein paar Runden sieht man dem Hund die Anstrengung dabei bereits an und es wird Zeit für eine Pause.

Trickdogging: Hundetricks zuhause lernen

„Gib‘ Pfote!“ ist einer der bekanntesten und beliebtesten Hundetricks. Das Pfötchengeben lernen Hunde in der Regel sehr schnell, weil es dem Verhaltensrepertoire eines Welpen entspricht, der seine Mutter anstupst. Bei Hundetricks sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Überlegen Sie sich etwas, was Sie mit Ihrem Hund gern üben möchten und legen Sie los. Dafür benötigen Sie für viele Tricks lediglich ein paar Leckerchen. Das Tolle am Tricksen mit dem Hund ist, dass es für alle Hunde jeder Größe und jeden Alters geeignet ist. Für alle Hund ist etwas dabei. Hier nur ein paar Anregungen für Hundetricks, mit denen Sie Ihren Hund zu Hause beschäftigen können:

  • Auf die Seite legen:
    Ihr Hund liegt im „Platz“. Führen Sie nun ein Leckerchen leicht über den Kopf des Hundes. Er wird sich in die Richtung lehnen, um an das Leckerchen zu kommen. Nach ein paar Wiederholungen können Sie die Hand über den Hund bis auf den Boden führen und den auf der Seite liegenden Hund belohnen.
  • „Schäm dich“:
    Dieser Trick ist besonders eindrucksvoll. Der Hund soll hierbei die Pfote auf seine Schnauze legen, was den Anschein erweckt, dass er sich schämen würde. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten. Am besten finden Sie etwas, was Ihren Hund stört und ihn dazu bringt, es mit der Pfote zu entfernen. Ideen wären Haft-Notizzettel, Klebestreifen, ein breites und weiches Haargummi, ein Haarreif etc. Mit diesen Utensilien bestückt wird der Hund schnell versuchen, sie wieder loszuwerden. Belohnen Sie dabei jede Bewegung mit der Pfote in Richtung Schnauze.
  • Hinter- oder Vorderpfoten auf einen Hocker stellen:
    Dieser Trick ist nicht nur schnell gelernt, sondern stärkt gleichzeitig das Körperbewusstsein des Hundes sowie die Koordination der Pfoten. Locken Sie Ihren Hund dazu mit einem Leckerli auf einen kleinen Hocker und belohnen Sie, wenn er mit den Vorderpfoten darauf stehen bleibt. Sie können dies sowohl mit den Vorder- und Hinterpfoten üben als auch mit allen vier Pfoten zusammen. Wenn das mit dem festen Hocker gut klappt, können Sie auch wackelige Untergründe nehmen. Dies fördert zudem die Tiefenmuskulatur.

Etwas Neues probieren: Artgerechte Hundebeschäftigung im Haus

Hunde im Winter artgerecht zu beschäftigen ist mit viel Kreativität verbunden. Es braucht nicht immer lange und große Gassi-Runden, damit ein Hund artgerecht ausgelastet ist. Probieren Sie etwas Neues aus, sei es einen neuen Trick zu lernen oder mit Such-Spielen zu starten. Die kalte Jahreszeit bietet sich gut an, andere Dinge auszuprobieren und kreativ zu werden. So kommen Hund und Halter mit viel Abwechslung und Motivation durch den Winter. Und auch wenn Sie mit Ihrem Hund aus anderen Gründen keine großen Spaziergänge machen können – beispielsweise durch eine Verletzung oder nach einer OP – können Sie mit unseren Beschäftigungsideen Ihren Hund prima zu Hause beschäftigen.

Geistige und artgerechte Beschäftigung ist essentiell, um seinen Hund gesund zu halten und zu seinem Wohlbefinden beizutragen. Damit die Gesundheit Ihres Hundes jederzeit gewährleistet ist, schützt Sie unsere Hunde-OP- und Krankenversicherung vor unangenehmen Kosten, falls für Ihren Vierbeiner ein Tierarztbesuch ansteht. Sichern Sie Ihren Hund jetzt bei uns ab und die finanziellen Sorgen gehören der Vergangenheit an.

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