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Hundenamen im Wandel der Zeit

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Während noch vor dreißig Jahren ein Großteil aller Hunde auf „Hasso“, „Rex“ oder „Bello“ hörte, scheinen diese Namen mittlerweile ausgedient zu haben. Vernimmt man heute im Park allerdings ein energisches „Paul, nun komm aber auch!“, ist damit fast ebenso oft ein Hund wie ein Nachwuchs auf zwei Beinen gemeint. Gleichzeitig erfreut sich auch Ausgefallenes wie „Bonatella“, „Lord Byron“ oder gar „Pingpong“ bei der Namensgebung von Hunden immer größerer Beliebtheit. Wie aber lassen sich diese Entwicklungen eigentlich erklären?

Klassische Hundenamen

Bis vor einiger Zeit wurden Hunde meist aus ganz pragmatischen Gründen gehalten: Sie sollten das Haus bewachen, eine Herde zusammenhalten oder andere Aufgaben erfüllen. Um sie rufen zu können, war ein Name nötig, bei dessen Wahl man jedoch wenig Einfallsreichtum walten ließ. Nach dem Tod gaben „Hasso“ oder „Bello“ ihren Namen an den Nachfolger weiter – oft sogar dann, wenn es sich dabei um eine Hündin handelte. Hatte diese etwas mehr Glück, bekam sie mit „Asta“ oder „Dina“ wenigstens ein weiblich klingendes Pendant verpasst.

So heißen Hunde heute

Wer heutzutage auf Hunde trifft, wird feststellen, dass diese immer häufiger wie Menschen heißen. Ob „Emma“ oder „Max“, „Kira“ oder „Paul“: Was für den menschlichen Nachwuchs gut ist, scheint auch für tierische Begleiter geeignet zu sein. Doch woher kommt ein solcher Trend?

Tatsache ist, dass Hunde heute nicht mehr vordergründig als Arbeitstiere, sondern als Partner und Familienmitglieder angesehen werden. Diese neuen Rollen sollen sich auch in ihren Namen widerspiegeln.

Außerdem misst man den individuellen Eigenschaften eines Hundes größere Bedeutung bei: So wird ein Hund mit besonders viel Fell zum Beispiel „Förby“ genannt - vom englischen „furry“ = pelzig - und die anspruchsvolle Hundedame eben „Diva“. Manchmal ist bei der Namensgebung aber auch der Wunsch der Vater des Gedanken, denn nicht jeder „Rocky“ hält, was sein schlagkräftiger Name verspricht. Wer eine Pitbull-Dame allerdings „Bambi“ tauft, setzt damit wohl von vornherein auf den erheiternden Effekt des Widersprüchlichen.

Namen ohne Grenzen

Sind der Kreativität bei der Wahl von Kindernamen noch Grenzen gesetzt, können Hundebesitzer ihrer Fantasie völlig freien Lauf lassen. Idole aus Funk und Fernsehen, Lied- und Filmtitel, Lieblingsgetränke – all das kann als Inspiration für den Namen des Hundes herhalten. Wer wundert sich da noch, wenn er auf dem Spaziergang einem munteren „Jackson“ oder einem stocknüchternen „Baileys“ begegnet.

In der Promiwelt, die bereits für ihre ganz speziellen Kindernamen bekannt ist, setzt sich der Hang zum Ungewöhnlichen auch beim Vierbeiner fort: Als Hündin von Paris Hilton ist man deshalb nicht einmal vor einem Namen wie „Harabuju Bitch“ gefeit.

Spitzenreiter unter den Namen für Hündinnen ist übrigens schon seit Jahren „Luna“. Ob das nun unsere menschlichen Sehnsüchte aufzeigt oder einfach am schönen Klang liegt? Entscheiden Sie selbst!

PS: Hunde mit reinrassiger Abstammung werden offiziell nach dem jeweiligen Wurf und dem Zwinger benannt. Aber auch ein „Bernadus vom Babelsberg“ hat oft noch einen Alltagsnamen, bei dem wiederum die oben genannten Aspekte zum Tragen kommen.

Kommentare


  • Wir hatten das Glück unserer Fellnase den Namen für die Papiere aussuchen zu dürfen. Er musste eben nur mit “K” beginnen. Und so wurde es dann der “Kuno Luruper Brun Gammel Dansk”.

    Rufname: Kuno :-)


  • Super geschrieben. Danke. :D

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