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Islandpferde – Rasseportrait Teil 3


Islandpferde kennt heute nahezu jeder: Temperamentvolle Kleinpferde mit Wuschelmähnen und bunten Fellfarben. Die robuste Pferderasse entstand im 9. Jahrhundert, als skandinavische Auswanderer nach Island kamen und ihre Ponies mitbrachten. Wurden Islandpferde früher als reine Last- und Nutztiere oder als Fleischlieferanten gezüchtet, steht heute der Reitponytyp mit einem Stockmaß bis 1,45 m im Vordergrund. Um das Einschleppen von Krankheiten zu vermeiden, dürfen seit 1909 keine Pferde vom Festland mehr importiert werden. Und: Ein Pferd, das die Insel einmal verlassen hat, darf nicht mehr zurück.

Das markanteste Merkmal der intelligenten Kleinpferde ist ihre Gangveranlagung: Isländer haben einen zusätzlichen vierten Gang, genannt Tölt, eine Gangart im Viertakt, die sehr bequem zu sitzen ist. Manche Isländer haben auch noch einen fünften Gang, den Rennpass. Das ist ein schneller Zweitakt, bei dem das gleichseitige Beinpaar zeitgleich vorgreift (im Gegensatz zum Trab, wo das diagonale Beinpaar gleichzeitig vorgreift). Wenn also jemand von einem „Viergänger“ spricht, sind Pferde gemeint, die neben den drei Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp zusätzlich über Tölt verfügen, ein „Fünfgänger“ kann auch noch Pass gehen.

Diese spezielle Veranlagung macht die Islandpferde zu sehr vielseitigen Reitpferden. Allerdings braucht der Reiter auch viel Feingefühl, um ein Islandpferd korrekt zu reiten. Ein entspannter und balancierter Sitz, viel Gefühl und eine weiche Hand sind hier ganz besonders ein Muss. Wer sich also zum ersten Mal ein Islandpferd kaufen möchte, sollte ein gut ausgebildetes Tier mit einer klaren Trennung der Gänge auswählen und vorher schon einige Erfahrung auf Isländern gesammelt haben.

Um sich wohl zu fühlen, brauchen Islandpferde nicht viel: Ein Paddock mit Offenstall, Artgenossen und viel Bewegungsfreiheit. Auch beim Futterbedarf sind die Pferde genügsam. Gutes Heu in ausreichender Menge, Mineralfutter und Gras ist für die meisten  genug. Allerdings sollte der Zugang zum Gras rationiert werden, um Verfettung und daraus entstehende Krankheiten zu vermeiden. Aufgrund seiner Robustheit gilt das Islandpferd ansonsten als sehr gesund. Probleme können allerdings durch das sogenannte Sommerekzem auftreten, einer Überempfindlichkeit gegen den Speichel von Stechinsekten. In Deutschland gibt es mittlerweile durch züchterische Auslese immer mehr ekzemfreie Pferde.

Islandpferde gelten als Spätentwickler, weshalb sie erst zwischen dem vierten und fünften Lebensjahr eingeritten werden. Dafür werden sie bei guter Haltung und Reitweise durchaus 35 Jahre alt. Ein Islandpferd ist daher fast schon ein Begleiter fürs Leben.

 

Verwandt mit:

Shetlandpony - Rasseportrait Teil 1
Andalusier - Rasseportrait Teil 2

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