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Jagdtrieb beim Hund - durch Training kontrollieren

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Ein gemütlicher Spaziergang durch den Wald – daran ist mit einem jagdambitionierten Hund kaum zu denken. Die Spürnase nimmt eine Spur auf und wäre ohne Leine zwischen den Bäumen verschwunden? Was Sie tun können, um den Trieb kontrollierbar zu machen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Der Jagdtrieb beim Hund

Das Jagdverhalten ist in allen Hunden in unterschiedlicher Ausprägung angelegt – je nach Rasse oder Zucht variiert die Art und Intensität des Jagdtriebs. Anders als beim Wolf kommt es beim Hund nicht auf den Jagderfolg im Sinne des Erlegens der Beute an, sondern das Aufspüren und Hetzen des Wildes führt bereits zur Ausschüttung von Glückshormonen. An einen gemütlichen Spaziergang durch den Wald oder waldnahe Gebiete ist bei einem Hund mit ausgeprägtem Jagdinstinkt meistens nicht zu denken. Was Sie tun können, um Ihren Hund ansprechbar zu halten und im Fall der Fälle sicher stoppen zu können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Wenn der Hund gerne jagt

Unsere Hunde jagen nicht, weil sie Hunger haben oder der Jagderfolg wahrscheinlich erscheint – sie jagen, weil das Hinterherhetzen und Aufspüren des Wildes Endorphine freisetzt.

Ist Ihr Hund ein leidenschaftlicher Jäger, der bereits mehrfach unkontrolliert Wild gehetzt hat, wird es sehr schwierig bis unmöglich, jemals entspannt ohne Leine in einem wildreichen Gelände unterwegs zu sein. Ein Antijagdtraining bei einem auf diese Thematik spezialisierten Hundetrainer ist in jedem Fall eine gute Idee.

Es ist für jeden Hund sinnvoll, zu trainieren, Reizen auch in einem erhöhten Erregungszustand nicht nachzugeben. Es ist wichtig, dass die Hunde lernen, sich selbst zu kontrollieren und die Situation auszuhalten. Bevor das Training intensiviert werden kann, muss der Hund zunächst lernen, Bewegungsreizen standzuhalten.

Impulskontrolle im Alltag

Impulskontrolle ist hier das Stichwort. Es gibt viele Situationen im Alltag, in denen man das Training der Impulskontrolle mit einbinden kann. Beispielsweise sollte ein Hund nicht immer wieder unkontrolliert einem Spielzeug hinterherjagen. Im ersten Schritt muss daran gearbeitet werden, dass der Hund Bewegungsreize entspannt aushalten kann. Erst wenn der Vierbeiner ruhig und mental erreichbar bleibt, beginnt man mit kontrollierten Apportierspielen. Schon beim Welpen können Hundehalter mit kleinen Dingen beginnen.

Ein weiteres Beispiel für Impulskontrolle im Alltag ist das Warten auf eine Freigabe. Eine Freigabe bietet sich an, bevor Ihr Hund mit dem Fressen beginnt und bevor er aus der Haustür oder aus dem Kofferraum stürmt. Ist Ihr Hund in solchen Situationen ansprechbar und weiß sich zurückzunehmen, bietet es eine gute Grundlage für das weitere Training.

Zuverlässiges „Stopp“-Kommando etablieren

Wenn der vorherige Punkt gut funktioniert und der Hund nicht mehr unkontrolliert diversen Reizen nachgeht, kann das kontrollierte Ballspielen in das Training integriert werden. Diese Methode ist beim Antijagdtraining eine große Hilfe. Das Spiel mit dem Ball bietet eine Ersatzjagdbefriedigung. Voraussetzung dafür ist, dass das Stopp-Kommando gut funktioniert. Sie stoppen Ihren Hund, während sie das Spielzeug in eine Richtung werfen. Hält der Hund auf das Kommando hin an, wirft man mit großem Jubel seinen Lieblingsball in die andere Richtung. Die Belohnung für den Vierbeiner ist somit ein neues, aufregenderes Spiel. Der Hund soll dabei lernen: Es lohnt sich für mich, auf das Stopp-Kommando zu hören und auf meinen Menschen zu achten.

Antijagdtraining im Wald

Wer die vorherigen Übungen gut gemeistert hat, kann den Trainingsort in den Wald verlegen. Hier bleibt der Hund zur Sicherheit erstmal angeleint. Das „Stopp und Spiel“ sollte ihr Hund gut verinnerlicht und automatisiert haben, sodass er gar nicht erst überlegen muss, was er tun sollte. Grundsätzlich ist es immer ratsam, das richtige Mindset zu haben. Dazu sollte der innere Fokus von „Wehe, du gehst jetzt jagen!“ (aggressiv, hoher Erregungslevel) zu „Toll angezeigt und jetzt entspannen wir uns wieder“ (wohlwollend, freundlich, ruhig) gerichtet sein.

Der Prozess ist langwierig. Es hilft, dran zu bleiben und nicht aufzugeben. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn ein Ausrutscher passiert. Das Training zahlt sich am Ende aus.

Jagen ist kein Kavaliersdelikt

Wichtig ist, sich im Klaren darüber zu sein, dass Jagen kein Kavaliersdelikt ist. Dass der Hund vermutlich kein Wild erlegen wird, kann nicht als Entschuldigung gelten. Zum einen haben auch Wildtiere ein Recht auf Unversehrtheit und Schutz und dürfen nicht von unseren Hunden in Panik und Todesangst versetzt werden. Zum anderen birgt so eine wilde Hatz große Gefahren. Das panische Wildtier könnte beispielsweise über eine Straße getrieben werden, wobei der Tod des Wildes oder des Hundes nur eines von vielen Risiken ist.

Sie möchten noch mehr darüber erfahren, wie Sie und Ihr Hund im Alltag zu einem unschlagbaren Team werden? Dann werfen Sie doch einen Blick in den Ratgeber „Hund & Mensch - Ein super Team“, welches die Uelzener gemeinsam mit Autorin und Hundeexpertin Karen Uecker im evipo-Verlag veröffentlicht hat.

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Kommentare


  • eine wunderbare Sache mit dem Stop und Balltraining. Das hilft auch sehr gut, wenn fremde Hunde unseren Weg kreuzen. Früher meinte mein Hund, er muss unbedingt hinter dem Fremden hinterher um zu gucken ob er vielleicht mit ihm spielt oder konkurriert. Aber mit diesem Training ist nur noch Frauchen interessant. Es lohnt sich diese Zeit zu investieren. 


  • Ich habe auch einen Beagle Basset Jagdhund von 9Jahren.Habe ihn erst seit 1  1/2 Jahren vom Tierschutz  bekommen. Er ist aus der Türkei mutmaßlich bei einem Jäger gewesen  und wurde wohl auf die Straße gesetzt als er zu alt wurde als Jagdhund . Ich habe versucht das jagen raus zu bekommen. Es hat fast 1Jahr gedauert und viele Leckerli und Geduld ,daß er Katzen in Ruhe läst solange sie nicht vor ihm weg rennen , Mäuse mir lebend im Maul gebracht hat und unsere Tauben weitgehend in Ruhe läst .Ich trau mich aber noch immer nicht ihn draußen frei laufen zu lassen Er kommt zwar wenn ich rufe  solange wohl kein anderes Wildtier zu sehen ist oder ich das Tier zu erst sehe. Aber ich bleib immer noch am Ball. Vieleicht kann ich ihn ja irgend wann frei laufen lassen und nicht nur an der 10 m  Leine. Eventuell hat ja irgend jemand eine Idee noch bei der Hand ,daß ich ihn eines Tages frei laufen lassen kann. Danke. 


  • Mein Hund stürmt nicht aus dem Auto, im Wald kann er ohne Leine laufen. Kommt aber ein Auto auf dem Waldweg oder irgendwo auf dem Feldweg, rennt er hin, bellt und verfogt es. Bis jetzt hat er alle Autos "verjagt" und überlebt.

    Diese Verhaltensweise hat er das erstenmal mit 9 Wochen gezeigt.

    Haben Sie einen Rat für mich?

    Oswald-drastig@t-online.de


  • Hallo Miroslava,

    da empfehlen wir Ihnen, einen professionellen Trainier aufzusuchen, der sich im besten Fall gut mit dem Thema auskennt. Das Jagen von Autos kann sehr gefährlich werden.

    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener

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