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Katzen und Wasser: wasserscheu oder Wasserratte?


Katzen und Wasser ist ein Thema für sich. Tropft irgendwo ein Wasserhahn, ist die Katze nicht weit, um das kuriose Phänomen zu untersuchen und riskiert dabei nasse Pfoten und eventuell auch einen Spritzer Wasser im Gesicht. Geht es allerdings darum, über einen nassen Rasen zu laufen, überhaupt im Regen unterwegs zu sein oder womöglich auch noch richtig ins Wasser zu müssen, verstehen die meisten Katzen keinen Spaß mehr.

Dabei können Katzen eigentlich gut schwimmen. Jeder kennt zudem Bilder von genüsslich badenden Tigern, die sich im heißen Dschungel gerne mal eine Abkühlung genehmigen. Und: Katzen essen ziemlich gerne Fisch, der ja bekanntermaßen im Wasser lebt. Woran liegt es also, dass Katzen mit Wasser so gar nicht können?

Die Gründe dafür sind noch nicht ausreichend erforscht. Ein möglicher Grund wäre, dass die Vorfahren unserer Hauskatzen aus Wüstengebieten stammen, wo es sehr warm und Wasser kaum vorhanden ist. Dementsprechend ist das Fell solcher Katzen eher „luftig“ als wasserfest. Die Katze wird daher schnell bis auf die Haut nass. Das allein ist schon unangenehm, dazu könnte aber noch kommen, dass Katzen aus warmen Gebieten wenig isolierende Fettschichten haben und somit schnell auskühlen. Und ein klatschnasses, mit Wasser vollgesogenes Fell ist nicht nur anstrengend, wenn man schwimmen muss (das weiß jeder, der schon mal mit Kleidern im Wasser war), sondern auch, wenn man jagen und in Bäumen oder Felsen herum klettern muss. Ein weiterer Grund ist der Eigengeruch der Katze. Er ist nämlich sowohl Visitenkarte als auch Kommunikationsmittel. Ein Bad im Wasser lässt diesen Geruch verschwinden, so dass er erst durch eine langwierige Putzaktion wieder aufgetragen werden muss.

Aber es gibt auch Katzenrassen, die ausgesprochen gerne baden und sogar freiwillig schwimmen. Die bekannteste ist wohl die Türkisch Van, eine Naturkatzenrasse und eine echte Wasserratte, die gerne auch mal ungefragt im Aquarium angeln geht oder im Pool plantscht. Sie stammt vom Van-See in der Türkei und hat sich im Laufe der Jahrhunderte an das Leben am See angepasst. Auch die Bengal mag Wasser, denn ihre wilden Vorfahren besitzen sogar kleine Schwimmhäute (!), ebenso wie die Indische Fischkatze und der Sumatra-Tiger.

Auch die Waldkatzenrassen haben mit Wasser keine Probleme. Dazu zählen unter anderem die Sibirische Katze, die Norwegische Waldkatze und die Maine Coon. Sie haben im Winter ein besonders dichtes Fell: Es besteht aus wasserabweisendem Deckhaar und einer Schicht isolierender Unterwolle, die schön warm hält. Obwohl die Waldkatzenrassen ursprünglich auch von der afrikanischen Wildkatze abstammen, haben sie sich an das Klima und den Wasserreichtum im Norden angepasst, so dass Wasser ihnen wenig ausmacht. Und wer die Wolle kennt, die eine Norwegische Waldkatze mit sich herum trägt, versteht auch, warum man sich gelegentlich einfach mal abkühlen muss.

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