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Knabstrupper – Rasseportrait Teil 5


„Kleiner Onkel“ hat eine blaublütige Verwandtschaft: Denn das Pferd von Pippi Langstrumpf ist ein Knabstrupper. Diese Pferde wurden zur Zeit des Barock in Dänemark auf Gut Frederiksborg gezogen und waren mit ihrem weißen Fell und den schwarzen Punkten die Lieblinge der europäischen Könige.

Knabstrupper waren im Barock (Ende 16. bis Ende 18. Jahrhundert) eine seltene Farbvariante der dänischen Frederiksborger, die seit dem 16. Jahrhundert aus andalusischen und neapolitanischen Pferden entstanden und für den Nahkampf zu Pferd gezüchtet wurden. Nach dem Niedergang der Barockpferdezucht im 19. Jahrhundert entwickelte sich im dänischen Gestüt Knabstrup, wo die Fredericksborger Blutlinie nach Schließung des königlichen Gestüts weitergeführt wurde, auch eine Linie von Tigerschecken. Der Besitzer des Gestüts, Major Lunn, züchtete diese Linie weiter, die heute als „Knabstrupper“ bezeichnet wird. Diese Pferde waren damals sehr begehrt, weil sie als ausdauernd und leistungsstark galten. Aber erst im 20. Jahrhundert wurden die Knabstrupper schließlich als eigene Rasse eingetragen. Zuvor war die Zucht auf Knabstrup eingestellt worden.

Der reinblütige, original im Barocktyp stehende Knabstrupper ist bis heute eher selten. Er eignet sich aufgrund seiner Herkunft besonders für die sogenannte „Hohe Schule“ des Barock. Er bringt das typische Exterieur eines Barockpferdes mit (nicht über 1,60 Stockmaß, kräftiger Körperbau, kräftiger Hals, gut bemuskelte Hinterhand). Inzwischen gibt es allerdings auch Knabstrupper im Sportpferdetyp oder als Pony, bei denen andere Rassen eingekreuzt wurden.

Das Auffälligste aber ist seine typische Fellzeichnung. Hier werden fünf verschiedene Varianten unterschieden:

Der „Volltiger“ ist ein Pferd mit Tigerscheckung am ganzen Körper. Die Flecken können schwarz, braun oder rötlich sein. Der „Schabracktiger“ hat die typische Fleckung nur auf  Kruppe und Rücken ansonsten eine dunklere Grundfarbe. Der „Schneeflockentiger“ hat kleine, helle Flecken auf dunklem Fell. Dazu gibt es noch komplett weiße Pferde, die auch bereits weiß geboren werden (im Gegensatz zu Schimmeln, die in jungen Jahren noch dunkel sind) sowie einfarbige Tiere, bei denen sich das Tigerscheck-Gen nicht durchgesetzt hat.

Heute sind Knabstrupper beliebte Freizeitpferde, wobei sich die im Barocktyp stehenden Pferde besonders für den ambitionierten Freizeitreiter, der tiefer in das klassisch-barocke Reiten eintauchen möchte, eignen. Knabstrupper sind nicht nur sehr intelligent, sie möchten auch lernen und gefordert werden. Bei Unterforderung kann es daher passieren, dass sie selbst für etwas „Abwechslung“ sorgen – nicht immer zur Freude des Reiters. Hat man allerdings durch eine konsequente und feinfühlige Erziehung das Herz „seines“ Knabstruppers erst mal gewonnen, so hat man einen Freund fürs Leben.

 

Verwandt mit:

Andalusier - Rasseportrait Teil 2
Islandpferde – Rasseportrait Teil 3
Arabisches Vollblut - Rasseportrait Teil 4

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