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Mit dem Pferd im Straßenverkehr

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Jeder Reiter wird über kurz oder lang mit seinem Pferd in Kontakt mit dem Straßenverkehr kommen, sei es beim Ausreiten oder auf dem Weg zur Koppel. Um sich selbst und andere nicht zu gefährden, gibt es daher einige wichtige Regeln zu beachten.

Reiter sind Fahrzeugen gleichgestellt. Das bedeutet, dass sie die Fahrbahn benutzen müssen, sofern kein Reitweg vorhanden ist, und nicht den Fuß- oder Radweg. Das Gleiche gilt, wenn ein Pferd geführt wird.

Pferde dürfen nur von „geeigneten Personen“ begleitet werden. Diese Personen müssen über die nötige Kenntnis zum Führen oder Reiten eines Pferdes verfügen und ihm körperlich gewachsen sein, bzw. sie unter Kontrolle halten können. Das Pferd muss an den Straßenverkehr gewöhnt sein und über einen entsprechenden Ausbildungsstand verfügen, um am Straßenverkehr teilnehmen zu können.

Pferd und Reiter müssen korrekt ausgerüstet sein. Zum Beispiel gelten beim Führen Stallhalfter und Strick als nicht ausreichend, sondern das Pferd muss aufgetrenst sein. Pferde dürfen nicht vom Auto oder Fahrrad aus geführt werden. Das Führen je eines Pferdes links und rechts wird übrigens als Verletzung der Sorgfaltspflicht angesehen, so dass im Falle eines Unfalls dem Reiter ein Mitverschulden angelastet werden kann. Soll mehr als ein Pferd von einer Person geführt werden, müssen die Pferde aneinander gekoppelt werden.

Bei der Teilnahme im Straßenverkehr gilt als oberstes Gebot gegenseitige Rücksicht sowie ständige Vorsicht. Es darf niemand geschädigt oder unnötig gefährdet werden. Auch sind Behinderung und Belästigung soweit möglich zu vermeiden. Das heißt zum Beispiel keine Smartphones beim Reiten in die Hand nehmen. Pferdeäpfel sollten soweit möglich aufgesammelt werden.

Geritten wird rechts auf der Fahrbahn. Gibt es am rechten Rand eine durchgezogene Linie und ist rechts daneben ausreichend Platz, wird rechts dieser Linie geritten, denn Reiter sind langsamen Fahrzeugen gleichgestellt (daher herrscht auch auf Autobahnen und Schnellstraßen Reitverbot).

Pferd und Reiter müssen bei Dämmerung und Dunkelheit ausreichend beleuchtet sein. Vorgeschrieben ist eine Lampe, die mit weißem Licht leuchtet und nicht blendet. Günstiger sind allerdings Lampen, die vorne weiß und hinten rot leuchten. Empfehlenswert sind zudem reflektierende Gamaschen bzw. Decken für das Pferd und eine Warnweste für den Reiter. So können Autofahrer in der Dunkelheit schneller die Konturen von Pferd und Reiter erkennen und ihr Fahrverhalten an die Situation anpassen. Auch beim Führen müssen Pferd und Reiter wie oben gekennzeichnet sein, wenn sie am Straßenverkehr teilnehmen.

Sind mehrere Reiter zusammen unterwegs, wird hintereinander geritten bzw. geführt. Ab einer Stärke von mehr als sechs Reitern darf auch nebeneinander geritten werden, es wird ein geschlossener Verband gebildet. Ein Verband darf nicht länger als 25 Meter sein (im Schnitt 12 Reiter, jeweils zu zweit nebeneinander) und muss von einer hierfür geeigneten Person geführt werden. Bei Dunkelheit muss der Verband vorne mit einem weißen und hinten mit einem roten Licht oder gelben Blinklicht kenntlich gemacht werden. Da ein Verband als ein Verkehrsteilnehmer gilt, müssen die weiteren Reiter nicht gekennzeichnet sein. Sind zwei Verbände unterwegs, muss zwischen ihnen 25 m Platz gelassen werden, damit überholende Fahrzeuge einscheren können.

Übrigens: Wege, die mit einem Durchfahrtsverbotsschild gekennzeichnet sind (rundes Schild mit rotem Rand und einer weißen Fläche innen), dürfen von Reitern genutzt werden. Ist allerdings ein Pferd/Reiter innerhalb der weißen Fläche abgebildet, ist hier das Reiten verboten. Ein blaues Schild mit einem weißen Reiter darin weist auf einen Reitweg hin. Diese Wege sind Sonderwege und ausschließlich Reitern vorbehalten, bedeuten aber auch, dass Reiter diesen Reitweg statt der Straße nutzen müssen.

Schlagworte

  • Ausritt
  • Verkehrsregeln
  • Pferde im Straßenverkehr
  • Reitweg

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Kommentare


  • Hallo, wenn ich einen Spaziergang, mit Pferd zu Fuß mache, auf Feldwegen, muss mein Pferd dann auch eine Trense tragen? Lg 


  • Liebe Alexandra, für unseren Versicherungsschutz ist das Tragen einer Trense nicht erforderlich. Schöne Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener

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