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Mundgeruch bei Katzen


Wenn es aus dem Katzenmaul unangenehm riecht, ist das ein Hinweis auf Probleme an den Zähnen oder im Maul-Rachenraum. Es können aber auch ernsthafte Erkrankungen dahinter stecken. Wir erklären, welche das sind und wann am Tierarzt kein Weg vorbei führt.

Mundgeruch kann sehr unangenehm sein – nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Katzen. Doch Mundgeruch ist vor allem ein Zeichen dafür, dass etwas ganz und gar nicht stimmt. Diese Erfahrung musste auch die Besitzerin von Shania, einer erst ein Jahr alten Katze, machen. Der üble Mundgeruch ihrer Katze war Shanias Besitzerin schon vor einiger Zeit aufgefallen, aber sie hatte ihn nicht ernstgenommen. Erst als Shania immer weniger fraß, zusehends dünner wurde und immer seltener spielte, brachte sie die Katze zum Tierarzt.

Chronische Maulschleimhautentzündung

Ein tiefer Blick in Shanias Mäulchen reichte dem Tierarzt, um die Ursache für den Mundgeruch, Appetitlosigkeit und die mangelnde Spielfreude zu entdecken. Die junge Katze litt unter einer chronischen Maulschleimhautentzündung, auch feline chronische Gingivitis-Stomatitis (FCGS) genannt. Bei dieser Krankheit entzündet sich die Maulschleimhaut aus bisher noch ungeklärten Gründen. Man nimmt an, dass eine Störung des Immunsystems, Infektionen mit Viren oder Zahnerkrankungen hinter der FCGS stecken können. Viele Wissenschaftler denken auch, dass ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren die Krankheit verursacht. Schätzungen gehen davon aus, dass zwischen einem und zehn Prozent der Katzen unter dieser Krankheit leiden.

Mundgeruch als Alarmsignal

Zu Beginn der Erkrankung fällt vielen Besitzer nur der durch die Entzündung verursachte Mundgeruch auf. Je weiter sich die Entzündung im Katzenmäulchen ausbreitet, desto schmerzhafter wird sie. Betroffene Katzen nähern sich dann dem vollen Napf hungrig, geben aber bereits nach wenigen Bissen das Fressen wieder auf, weil die Nahrungsaufnahme so schmerzhaft ist. Die Schmerzen und der Energiemangel dämpfen die Lebensfreude der Katze erheblich. Die Tiere haben keine Lust mehr zu spielen und kauern manchmal bewegungslos an einem sicheren Ort.

Gebisssanierung nötig

Die FCGS wird häufig durch tiefliegende Zahnprobleme verschlimmert, bzw. die Entzündung kann auch die Zähne, die Zahnwurzeln und den Zahnhalteapparat angreifen und beschädigen. Alle beschädigten Zähne müssen gezogen werden. Da die Zahnschäden meistens tief liegen und vom Zahnfleisch verborgen werden, können sie nur durch spezielle Röntgenaufnahmen sichtbar gemacht werden. Nach der Gebisssanierung erfolgt eine medikamentöse Therapie, die der Tierarzt an den individuellen Fall anpasst.

Schmerzfrei ohne Zähne

Natürlich erhielt Shania gleich beim ersten Besuch schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente. Aber an einer Gebisssanierung unter Vollnarkose führte kein Weg vorbei. Bei Shania waren leider kaum Zähne zu retten, fast alle mussten gezogen werden. Tatsächlich besserte sich Shanias Zustand danach rapide. Das Fressen ohne Zähne machte ihr keine Probleme und sie gewann rasch wieder ihre alte Lebensfreude und Energie zurück.

Weitere Ursachen für Mundgeruch bei Katzen

In der Regel liegt die Ursache für Mundgeruch bei Katzen im Maul-Rachenraum. Besonders häufig ist Mundgeruch bei Zahnstein, Zahnfleischentzündungen oder anderen Zahnerkrankungen. Aber auch Entzündungen und Tumore der Speicheldrüsen oder des Rachens können Mundgeruch verursachen.

Daneben rufen auch Krankheiten der Atemwege, wie beispielsweise chronischer Schnupfen, Infektionen der Bronchien und Lungen üble Gerüche hervor. Auch bei fortgeschrittenen Nierenerkrankungen oder Diabetes mellitus kann Mundgeruch entstehen.

All diese Erkrankungen haben großen Einfluss auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Katze. Je eher die Tiere tierärztlich untersucht und behandelt werden, desto besser sind die Chancen, dass sie geheilt werden oder dass der Tierarzt die Krankheit so gut wieder in den Griff bekommt, dass die Katze sich wieder wohlfühlt und ihr Katzenleben genießen kann.

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