zurück zur Übersicht

Pferdestall im Winter


Matsch, Frost, Dauerregen: Es ist wieder Winter. Eine gute Organisation im Pferdestall kann jetzt das Leben erleichtern.

Reine Boxenhaltung ist für gesunde Pferde nicht empfehlenswert, auch nicht im Winter. Sie brauchen täglich Auslauf, damit sie zusammen mit ihren Artgenossen spielen oder gemeinsam an der Heuraufe stehen können. Sind die Weiden im Winter gesperrt, sollten daher Paddocks zur Verfügung stehen, die nicht schon zu Beginn des Winters im Matsch versinken. Etwas Matsch ist zunächst mal nicht schlimm, solange er nicht zu tief und sauber ist (also möglichst ohne Urin- und Kotreste). Matschige Flächen sauber zu halten, ist allerdings fast unmöglich, vor allem wenn zu viele Pferde auf zu kleinen Flächen stehen. Mauke und Strahlfäule sind oft die Folge.

Um die richtige Größe für ein Paddock zu bestimmen, rechnet man 150 qm für zwei Pferde und 40 qm je weiteres Pferd. Einfach ein Stück Wiese als Paddock abzuzäunen, geht meist schief, auch wenn man Sand darauf verteilt. Die meisten natürlichen Böden verwandeln sich bei entsprechendem Wetter sehr schnell im Schlammwüsten, die kaum noch jemand durchqueren kann. Neu anzulegende Paddocks sollten daher gleich mit einer speziellen Dränschicht versehen werden. In den Bereichen, wo die Pferde viel stehen oder laufen, zum Beispiel um die Heuraufe und die Wasserstelle sowie in Durchgängen, empfiehlt sich eine Befestigung mit speziellen Gummimatten oder Gitterplatten. Des weiteren lohnt sich auch ein befestigter Weg im Paddock, der die einzelnen Bereiche (Heuraufe, Wasserstelle, Unterstand, Tor) miteinander verbindet und auf dem nicht nur die Pferde trockenen Fußes laufen, sondern auch die Menschen mit Schubkarre oder Trecker Heu und Wasser heran schaffen und Mist abfahren können. Ein ausreichend großer, trockener Unterstand gegen Wind und den unvermeidlichen Dauerregen gehört zu jedem Paddock dazu.

Die Wasserstelle sollte aus hygienischen Gründen getrennt von der Heuraufe stehen. Gibt es keine beheizten Selbsttränken, muss bei Frost täglich Wasser gefahren werden, entweder mit Trecker und Wassertank oder per Hand mit der Schubkarre. Daher sollten die Tröge „verkehrsgünstig“ platziert werden. Auch Heu muss tagsüber zur Verfügung stehen: Gibt es keine Raufen, sollte das Heu keinesfalls einfach auf den Boden geworfen werden. Neben dem Verlust durch Zertreten besteht auch die Gefahr, dass Pferde beim Fressen Sand aufnehmen (Gefahr von Sandkoliken). Bewährt haben sich Heunetze, die über befestigtem Boden an Wänden aufgehängt werden. Sie dürfen nicht zu tief hängen, damit kein Pferd in den Maschen hängen bleibt (besonders bei beschlagenen Pferden zu beachten).

Im Paddock müssen mindestens einmal täglich die Pferdeäpfel eingesammelt werden, ebenso muss die Einstreu im Unterstand erneuert werden. Ausreichende Beleuchtung und kurze Wege zwischen Paddock, Stall, Mistplatte Wasseranschluss sowie Heulager erleichtern auch hier das Arbeiten.

Quelle und weitere Infos: BMEL, Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten

Schlagworte

  • Pferd
  • Stall
  • Winter
  • Pflege

Das könnte Sie auch interessieren:

Kommentare

Bisher wurden keine Kommentare geschrieben.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Unter diesem Namen wird Ihr Kommentar veröffentlicht und gespeichert.
Mit einem * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder. Bitte füllen Sie sie aus.
zurück zur Übersicht

Sind Sie sicher, dass dieser Beitrag gelöscht werden soll?

Ja
Zur Website

Filtern

nach Zeitraum

nach Kategorie

zurücksetzen