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Russisch Blau - Rasseportrait Teil 12


Die Russisch Blau ist nicht durch Züchtung entstanden, sondern gehört zu den Naturkatzenrassen, d. h. sie hat sich auf natürlichem Weg entwickelt. Ihre Ursprünge sind unklar, fest steht allerdings, dass Katzen mit bläulichem Fell schon vor der ersten Jahrtausendwende in Russland und Nordskandinavien bekannt waren. Davon zeugen Kleidungsstücke der Wikinger aus Katzenfell. Besonders beliebt waren sie im 19. Jahrhundert, als sie am Zarenhof (als plüschige Gesellschafterinnen, nicht als Pelzlieferanten) lebten und auch als Geschenk an andere Fürstenhöfe Europas weitergereicht wurden, unter anderem an Königin Viktoria in Groß Britannien.

Die ersten Zuchtexemplare stammten aus der nordrussischen Stadt Archangelsk, weshalb die Katze auch „Archangelsk-Katze“ genannt wurde. 1937 wurde die Katzenrasse offiziell anerkannt und erfreute sich vor allem in Russland und England großer Beliebtheit. Trotzdem verschwand die Russisch Blau nach dem zweiten Weltkrieg fast vollständig. Erst durch die Bemühungen verschiedener Züchter in Europa gelang es, zum Teil auch durch Einkreuzung von Siamkatzen und Britisch Kurzhaar, die Katzenrasse zu retten. Heute ist die Russisch Blau eine nicht sehr oft vorkommende Katze, aber durch ihr elegantes Äußeres ist sie hier und da in der Werbung zu bewundern.

Die Russisch Blau hat einen langen, schlanken, muskulösen Körperbau, einen schmalen Kopf mit großen Ohren, große, grüne Augen und eine „lächelnde“ Mundpartie. Ihr weiches, graublaues Fell besteht aus Unterwolle und Deckhaar, beide etwa gleich lang. Dieses Fell zeugt von ihrer wilden Vergangenheit im hohen Norden und macht sie unempfindlich gegen Kälte und Nässe. Zudem hat es einen edlen, silbrigen Schimmer, der durch die farblosen Haarspitzen entsteht. Andere Farbschattierungen oder Abzeichen sind unerwünscht.

Charakterlich gilt die Russisch Blau als anhänglich und verschmust. Sie wählt allerdings sehr genau aus, wem sie ihre Zuneigung schenkt und ist Besucher gegenüber oft distanziert. Sie eignet sich sehr gut als Wohnungskatze, da sie ruhig und zurückhaltend ist. Allerdings mag sie keine große Unruhe und möchte, dass alles seinen geregelten Gang geht. Ihre Ausgeglichenheit und Ruhe machen sie zu einer angenehmen Gesellschafterin. Sie sollte niemals allein gehalten werden und regelmäßigen Kontakt zu ihren erwählten Menschen haben können. Bei aller Ruhe spielt die Russisch Blau bis ins hohe Alter gerne, ohne dabei gleich die Wohnung in Trümmer zu legen, und hat dank ihrer Intelligenz auch das Zeug für (mehr oder weniger erwünschte) Tricks wie Türen oder Schränke öffnen. Junge Russisch Blau-Katzen sind ausgelassen und zu jeder Menge Schabernack bereit, was sich aber mit dem Erwachsenwerden legt.

Das Fell der Russisch Blau ist pflegeleicht, so dass einmal Bürsten pro Woche in der Regel ausreicht. Sie ist als Naturrasse ausgesprochen gesund und neigt nicht zu Erbkrankheiten. Kurz, eine schöne und unkomplizierte Katze.

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