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Shetlandpony - Rasseportrait Teil 1


Klein, stark, hart: Damit kann man Shetland-Ponys kurz und knapp beschreiben. Die kleinen, langlebigen Pferde, die von den Shetland-Inseln nördlich von Schottland stammen, sind eine der ältesten Pferderassen der Welt und sprichwörtlich mit allen Wassern gewaschen. Ihr dichtes Fell mit der gut isolierenden Unterwolle schützt sie vor Nässe, Wind und Kälte und ihre Kraft ist im Verhältnis zu ihrer geringen Größe geradezu legendär. Daher und aufgrund ihrer „Höhe“ von maximal 1,07 Metern Stockmaß wurden sie früher in Großbritannien als Grubenponys eingesetzt.

Ihre Intelligenz macht sie auch heute noch zu beliebten Freizeit-Pferden. Sie sind sehr gelehrig, eignen sich für Zirkus-Lektionen genauso wie fürs Reiten und Fahren. Sprichwörtlich ist auch ihr Mut: Erst vor kurzem kursierte im Internet ein Video, auf dem zu sehen ist, wie zwei Shetties ein Wildschwein in die Flucht schlagen, das zuvor zwei Passanten angegriffen hatte.

Die kleinen Pferde sollten daher nicht unterschätzt werden. Wenn ein Shettie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann wird es sein Ziel mit großer Ausdauer verfolgen. Stromzäune werden mit Hilfe der dicken Mähne außer Gefecht gesetzt, festgeknotete Stricke aufgepult und verschlossene Kisten geknackt. Denn ebenso schnell wie es erwünschte Dinge lernt, kann es natürlich auch die unerwünschten abspeichern. Um nicht vom eigenen Pony ausgetrickst zu werden, ist für die Erziehung ruhige Konsequenz, Aufmerksamkeit und viel Fingerspitzengefühl gefragt. Mit Druck erreicht man gar nichts, außer dass das Pony auf stur schaltet. Und ein Shettie zu etwas zu überreden, was es nicht tun will, ist ein nahezu aussichtsloses Unterfangen.

Das erklärt auch, warum die Ponys sich für Kinder nur bedingt eignen. Aufgrund ihrer geringen Größe kommen sie zum Reiten nur für die Kleineren in Frage. Da Kinder oft noch nicht die nötige Erfahrung im Umgang mit Ponys besitzen, brauchen sie Anleitung von Erwachsenen und sollten mit den Tieren nicht allein gelassen werden. Ein Shetland-Pony für ein Kind zu kaufen, ist daher nur dann sinnvoll, wenn die Eltern die nötige Sachkenntnis mitbringen und in der Lage sind, ihr Kind entsprechend zu betreuen. Dann können die Kinder von gut ausgebildeten und erzogenen Tieren viel lernen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Haltung: Auch wenn Shetties als anspruchslos gelten,  haben sie trotzdem Anspruch auf artgerechte Haltung und fühlen sich im Offenstall mit ihresgleichen am wohlsten. Der Weidegang muss bei nährstoffreichen Weiden auf ein paar Stunden pro Tag begrenzt werden. Kraftfutter brauchen sie in der Regel nicht. Ganz wichtig ist ein ausbruchssicherer Zaun, um die kleinen Schlaumeier da zu behalten, wo sie hingehören. Wer sich also ein Shettie anschafft, sollte sich über diese Punkte im Klaren sein. Dann wird er viel Freude an den kleinen Gesellen haben.

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