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Sommerekzem


Der Horror beginnt oftmals über Nacht: Blutig gescheuerte Mähnen, Schweifrüben, Kruppen. Das Sommerekzem hat wieder zugeschlagen. Während andere Menschen sich auf den Sommer freuen, schieben Besitzer von Ekzempferden Sonderschichten. Urlaub ist Fehlanzeige, es sei denn man findet jemanden, der sich genauso hingebungsvoll um die Pferde kümmert. Außenstehende können oftmals nicht verstehen, warum Pferdebesitzer diesen Aufwand betreiben.

Das Sommerekzem wird allgemein definiert als Überempfindlichkeit gegen den Speichel verschiedener Stechinsekten. Dazu gehören neben den Kriebelmücken (Simuliidae) auch Stechmücken (Culicidae) und Gnitzen (Ceratopogonidae). Befallen werden vor allem Mähne und Schweifrübe, aber auch Bauchnaht und Ohren. Zu gehaltvolles Futter (zu viel Eiweiß, Stärke) kann die Symptome verstärken. Allerdings reagieren nicht alle Pferde gleich stark. Die einen zeigen nur leichten Juckreiz, andere schubbern sich großflächig die Haut blutig und magern ab, weil sie vor lauter Scheuern nicht mehr zum Fressen kommen. Alle Rassen können betroffen sein, aber Robustrassen trifft es besonders oft. Das Sommerekzem ist nicht heilbar.

So vielfältig die Auslöser sind, so umfangreich sind die Mittel dagegen. Allerdings schlagen sie nicht bei jedem Pferd an. Bei manchen helfen Bierhefe-Gaben, bei anderen Eigenblut, homöopathische Mittel oder eine spezifische Immunotherapie (SIT). Das Patentrezept gibt es bisher nicht.

Diese Dinge helfen, das Sommerekzem zu lindern:

  • ein großer, dunkler, sauberer Stall oder Unterstand. Hier können sich die Pferde während der Haupt-Flugzeiten (morgens etwa zwischen 4 und 9 Uhr, abends zwischen 16 und 22 Uhr) verkriechen. Daher sind Ekzemer am besten zwischen 22 und 4 Uhr oder mittags auf der Weide.
  • feuchte Weiden oder solche in der Nähe von Teichen, Gräben, Seen, Mooren und Waldrändern sind tabu.
  • sorgfältiges Beseitigen oder Abpolstern aller spitzen Ecken und Kanten (vorstehende Schrauben, Nagelspitzen, Kanten an Heuraufen). Ekzemer finden verletzungsträchtige Scheuerstellen mit schlafwandlerischer Sicherheit.
  • alle paar Stunden mit einem starken Insektenspray einsprühen.
  • tägliche Behandlung der Scheuerstellen mit juckreizstillenden und hautpflegenden Mitteln.
  • ganztägiges Eindecken mit einer Ekzemerdecke. Eine Fliegenmaske mit stabilem Ohrenschutz verhindert das Eindringen von Insekten in die Ohren.
  • angepasste Fütterung (möglichst wenig energiereiches Gras und Kraftfutter, Unterstützung des Hautstoffwechsels durch entsprechende Vitamine und Mineralstoffe).

Eine große Erleichterung sind Ekzemerdecken. Seit es diese Decken gibt, hat sich das Leben für viele Pferde deutlich verbessert. Die Decken schützen nicht nur vor den fliegenden Nervensägen, sie verhindern auch, dass das Pferd sich beim Scheuern zu stark verletzt. Die Ekzemerdecke sollte einen Bauchlatz haben, um zu verhindern, dass die Insekten an die Bauchnaht gelangen. So können Pferd und Reiter dem Sommer wenigstens etwas entspannter entgegen sehen.

Schlagworte

  • Pferd
  • Sommer
  • Ekzem
  • Sommerekzem
  • Schweifrüben
  • Kruppen

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