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Sommerzeit, Grannen weit und breit!


Haben Sie früher auch mal einem Mitschüler eine Granne in den Ärmel gesteckt und darauf gewartet, dass sie oben am Hals wieder auftaucht?  – Während der „Schliafhansl“, wie der wanderfreudige Getreideteil im Volksmund genannt wird, vielen Kindern Spaß bereitet, ist er ein alljährliches Problem für Hunde und ihre Besitzer. Denn wenn sich Grannen in Fell, Ohren oder Nase eines Tieres festsetzen, sind sie nicht nur lästig, sondern können richtig gefährlich werden.

Sommerzeit ist Getreidezeit. Während auf den Feldern Hafer und Roggen reifen, breiten sich einige wilde Getreidesorten auch in unserer städtischen Umgebung aus. Vor allem die „Mäusegerste“, ein wilder Verwandter der domestizierten Getreidepflanze, siedelt sich gerne an Verkehrsinseln und den ungepflasterten Bereichen rund um Bäume, den sogenannten „Baumscheiben“, an, die Hunde besonders gerne aufsuchen. Wie alle Getreidesorten verfügt auch die Mäusegerste über lange Borsten – sogenannte Grannen – die an den Enden der Ähren sitzen. Wenn die Pflanze im Sommer reift, fallen die trockenen Grannen ab und werden von Mensch, Tier und Wind weitertransportiert.

Hund und Granne

Für die Mäusegerste ist die Verbreitung durch Tiere eine erfolgreiche Fortpflanzungsstrategie. Vor allem langhaarige Hunde nehmen Grannen mit ihrem Fell vom Boden auf und tragen sie mit sich. Da die Pflanzenteile mit Widerhaken versehen sind, fallen sie jedoch oftmals nicht wieder aus dem Fell, sondern wandern stattdessen immer tiefer hinein. Auch kann beim Schnuppern eine Granne in Augen, Nase oder Rachen gelangen, die der Hund allein nicht mehr loswird.

Gefahren durch Grannen

Die „Wanderlust“ der Granne macht ihre besondere Gefahr aus. Im Fell des Hundes verhakt, bewegt sich die Granne weiter nach oben und kann schließlich in die Haut eindringen. Noch schneller passiert dies, wenn der Hund mit der Pfote in eine Granne tritt. Ist die Granne erst einmal unter die Haut gelangt, besteht die Gefahr, dass sie in den Körper hineinwandert und nur noch schwer auffindbar ist. Oft werden Besitzer erst dann aufmerksam, wenn das Tier bereits unter Schmerzen leidet, da sich an der Eintrittsstelle oder im Inneren des Körpers eine Entzündung gebildet hat.

Gerät eine Granne ins Auge des Hundes, kann sie eine Bindehautzündung oder sogar bleibende Schädigungen der Hornhaut verursachen. Gerade Hunde mit Schlappohren tragen außerdem ein erhöhtes Risiko, eine Granne über das Ohr in den Gehörgang zu befördern.

Was kann ich tun?

Wer auf dem Land wohnt, sollte Getreidefelder in der Grannenzeit selbstverständlich meiden. Da aber gerade bei den in der Stadt ansässigen wilden Pflanzen ein vollständiges Umgehen schwierig ist, hilft nur eines: Regelmäßig kontrollieren! Untersuchen Sie nach jedem Spaziergang Pfoten und Ohren des Tieres. Sinnvoll ist es, das Fell zwischen den Zehen sehr kurz zu halten, da sich so die Grannen viel leichter entdecken lassen. Achten Sie außerdem auf auffälliges Verhalten: Schüttelt der Hund vermehrt den Kopf, steckt womöglich eine Granne im Ohr. Tränt ein Auge und reibt er mit der Pfote darüber, könnte sich etwas im Auge festgesetzt haben.

Wenn sich der Hund eine Granne in die Pfote eingetreten hat, sollte sie schnellstmöglich mit einer Pinzette entfernt werden. Gelingt es nicht, ist der Besuch beim Tierarzt unerlässlich. Dies gilt übrigens immer, wenn der Verdacht auf eine Granne in Nase, Rachen oder dem Inneren des Ohres besteht. An diesen Stellen kann nur der Fachmann Abhilfe schaffen.

„Sie sehen wie wichtig es ist Ohren, Augen, Maulhöhle und Pfoten regelmäßig zu untersuchen. Daher sollte jeder Hundebesitzer diese Kontrollen bereits mit dem Welpen spielerisch üben, damit es im „Ernstfall“ nicht noch zu unnötigem Stress kommt“, rät Dr. Karl-Heinz Salzbrunn, Gesellschaftstierarzt der Uelzener Versicherungen.

Schlagworte

  • Hund
  • Sommer
  • Sommerzeit
  • Grannen

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