zurück zur Übersicht

Training mit Langzeiteffekt: So sind neue Kommandos ein Kinderspiel

6

Sie wollen Ihrem Hund ein neues Kommando beibringen? Ein bereits geübtes Kommando sitzt im Alltag auf einmal nicht mehr gut? In diesem Beitrag klären wir Sie auf, wie Sie mit Ihrem Hund am besten trainieren können, damit die Kommandos auf lange Sicht im Kopf Ihres Hundes bleiben.

Hunden ein neues Kommando beizubringen ist gar nicht so schwer. Wenn Sie ein paar Punkte beachten, lernt Ihr Hund neue Kommandos im Handumdrehen. Hier erfahren Sie, wie Sie die richtige Trainingsatmosphäre schaffen, ein passendes Signalwort finden und das Kommando korrekt aufbauen können.

Die richtige Trainingsatmosphäre

Wenn Sie Ihrem Hund ein neues Kommando beibringen möchten, sollten Sie zunächst darauf achten, die richtige Trainingsumgebung zu wählen. Am besten ist es, wenn am Anfang ausschließlich in reizarmer Umgebung trainiert wird und mögliche Ablenkungsfaktoren für den Hund ausgeschlossen sind. So kann der Erfolg beim Lernen sichergestellt werden und der Hund bleibt motiviert, um weiter mit Ihnen zu üben. Hierfür eignen sich zum Beispiel das Wohnzimmer oder der eigene Garten. Der Hund ist mit der Umgebung vertraut, es gibt keine große Ablenkung und die Konzentration ist gewährleistet.

Wenn das Training in der reizarmen Umgebung zuverlässig klappt, kann der Schwierigkeitsgrad durch steigernde Ablenkung und Zunahme der Reize erhöht werden.

Auflösesignal etablieren

Für das Training, aber auch für den Alltag, ist es sinnvoll ein Auflösesignal zu etablieren. Das bedeutet, dass Sie ein Kommando mit einem Signalwort, wie zum Beispiel „Okay“ oder „Fertig“ wieder auflösen. Der Hund bleibt also beispielsweise so lange sitzen bis Sie ihm das Auflösesignal geben. Steht der Hund schon vorher auf, bringen Sie ihn kommentarlos zurück in die Position. So lernt er, dass es nicht zum Erfolg führt, wenn er sich selbst auflöst und vorzeitig das Kommando beendet. Das gilt übrigens für alle Kommandos, die Sie Ihrem Hund beibringen. Einzig der Rückruf ist ein Sonderfall: Dieser ist beendet, wenn der Hund bei Ihnen ankommt.

Wahl eines passenden Wortkommandos

Wenn Ihr Hund ein neues Kommando erlernen soll, sollten Sie sich im Vorfeld gut überlegen, welches Signalwort dafür passend ist. Hierbei sind Ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur, dass Sie und Ihr Hund sich das Wort gut merken können und es sich von anderen Kommandos unterscheidet. Hilfreich ist es auch, ein Wort zu wählen, welches im Alltag nicht zu häufig genutzt wird, da sich das Signalwort sonst schnell abnutzt.

Gerade für das richtige Rückrufsignal ist es sinnvoll, einen Begriff zu wählen, der mit lang gezogenen Vokalen rufbar ist. Dem Hund ist es dabei egal, ob Sie nun „Hiiiiiiiiiier“, „Kiiiwiiii“ oder „Taaaxiiiiiiiii“ rufen.

Das Kommando aufbauen

Wenn Sie mit dem Training beginnen, wird das Signalwort noch nicht genutzt. Zunächst zeigen Sie Ihrem Hund körpersprachlich, was Sie von ihm möchten. Alternativ können Sie auch Leckerli oder ein Spielzeug zur Hilfe nehmen, um den Hund beispielsweise in die richtige Position zu locken und zu belohnen. Klappt das gut, wird nach und nach das Locken mit dem Leckerli beziehungsweise mit dem Spielzeug abgebaut. Hat Ihr Hund den Bewegungsablauf verstanden, kann das Signalwort mit eingeführt werden. Bis ein Hund ein Kommando wirklich verstanden hat, muss es ausreichend oft sowie an verschiedenen Orten und in unterschiedlichen Situationen wiederholt werden. Man geht von ungefähr 50 bis 200 Wiederholungen aus, bis ein Kommando wirklich sicher abrufbar ist.

Richtig belohnen

Im Hundetraining wird häufig nach dem Prinzip der operanten Konditionierung gearbeitet. Mithilfe von positiver und negativer Konsequenz soll das Verhalten so beeinflusst werden, dass das gewünschte Verhalten häufiger gezeigt wird. Unter positiver und negativer Konsequenz versteht man das Hinzufügen oder Vorenthalten von etwas Positivem. Lohnt sich das gewünschte Verhalten, wird der Hund es zukünftig häufig und gern ausführen.

Hierbei ist es wichtig, den Hund zu bestätigen, wenn er ein gewünschtes Verhalten zeigt, eine gewünschte Handlung ausführt oder eine unerwünschte Handlung unterlässt.

Häufig wird für die Belohnung auf Futter zurückgegriffen, dabei gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, seinen Hund zu belohnen. Wenden Sie sich mit freundlicher Aufmerksamkeit Ihrem Hund zu, versteht er dies als Belohnung. Sanftes Abstreichen, Hüpfen oder Apportierspiele sind ebenfalls eine abwechslungsreiche Art, seinen Hund zu belohnen. Liebt Ihr Hund Wasser und Sie befinden sich gerade in der Nähe eines Gewässers, können Sie Ihren Hund zur Belohnung auch ins Wasser springen lassen.

Hier sollten Sie herausfinden, welche Belohnung für Ihren Hund in der jeweiligen Situation die richtige ist, sodass sich das gewünschte Verhalten für ihn auch lohnt.

Checkliste:
1. Den Hund mit vielen Wiederholungen in die gewünschte Position / Handlung locken, ohne das Signalwort zu benutzen, dann belohnen.

2. Hat der Hund verstanden, was zu tun ist, wird zusätzlich zur Körpersprache das Signalwort eingesetzt.

3. Das Signalwort rückt immer mehr an den Anfang der Handlung und wird nach und nach handlungsauslösend. Zuletzt steht das Signal isoliert am Anfang. Zögert der grundsätzlich handlungsbereite Hund noch, folgt die körpersprachliche „Hilfe“ ganz kurz nach der verbalen Signalgebung bis der Hund die Ausführung auf das Signalwort hin sicher verstanden hat.

4. Das Signalwort kommt nun isoliert und sollte handlungsauslösend sein.

5. Loben nicht vergessen und: Das Kommando durch ein Auflösesignal aktiv beenden!

Quelle: „Hund & Mensch – Ein super Team“

Sie möchten noch mehr darüber erfahren, wie Sie und Ihr Hund im Alltag zu einem unschlagbaren Team werden? Dann werfen Sie doch einen Blick in den Ratgeber „Hund & Mensch - Ein super Team“ welches die Uelzener gemeinsam mit Autorin und Hundeexpertin Karen Uecker im evipo-Verlag aufgelegt.

Das könnte Sie auch interessieren:

Kommentare


  •  vielen Dank für die stets verständlichen Tipps!

     


  • Liebe Heidi,

    sehr gern! Wir freuen uns, dass dir unsere Tipps gefallen.

    Viele Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Eure Tipps sind echt super und einfach beschrieben.Klappt hervorragend.


  • Lieber Eyck,

    darüber freuen wir uns wirklich sehr! Vielen Dank für deinen Kommentar.

    Viele Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Vielen Dank für eure Tipps, sie sind verständlich und ausführbar...das Buch ist super...kann ich nur empfehlen...Liebe Grüße...


  • Hallo Fine,

    schön, dass dir das Buch gefällt :-)

    Viele Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Unter diesem Namen wird Ihr Kommentar veröffentlicht und gespeichert.
Mit einem * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder. Bitte füllen Sie sie aus.
zurück zur Übersicht

Sind Sie sicher, dass dieser Beitrag gelöscht werden soll?

Ja

Filtern

nach Zeitraum

nach Kategorie