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Trennungsangst beim Hund verhindern oder besiegen!

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Als soziale Tiere suchen die meisten Hunde engen Anschluss an ihre Menschen und empfinden Stress, wenn sie allein gelassen werden. Doch sie können lernen, damit umzugehen. Hier finden Sie Tipps zum richtigen Training und gegen die Panik.

So rührend es ist, wenn der junge Hund uns auf Schritt und Tritt verfolgt und uns in der Wohnung nie aus den Augen lässt: Damit ist der Grundstein für spätere Trennungsangst bereits gelegt.

Trennungsängsten beim Hund vorbeugen

Gleich nach dem Einzug sollte ein junger Hund erfahren, dass es keine Katastrophe ist, wenn Sie in ein anderes Zimmer gehen, in das er Ihnen nicht folgen kann. Schließen Sie die Tür hinter sich und warten Sie ein paar Minuten. Bleibt er ruhig, öffnen Sie die Tür und setzen sich wieder auf einen Stuhl oder tun sonst irgendetwas im Zimmer. Keinesfalls dürfen sie jetzt den Hund begrüßen oder verhätscheln.

Das praktizieren Sie mehrmals am Tag. Öffnen Sie niemals die Tür, wenn der Hund weint oder an der Türe kratzt, sondern immer erst dann, wenn er ruhig ist. Allmählich können Sie dann die Zeiten verlängern, während Ihr Hund in einem Zimmer allein bleibt und Sie in einem anderen Raum sind. Schließlich können Sie die Wohnung kurz und dann immer länger verlassen, ohne dass der Hund in Panik gerät.

Trennungsangst beim Hund therapieren

Wenn der Hund bereits unter Trennungsangst leidet, brauchen Sie viel Geduld und Konsequenz. Je länger die Trennungsangst schon besteht, desto länger dauert auch die Therapie, da sich das Angstverhalten durch wiederholte Panikattacken immer weiter festigt. Wer also glaubt, da müsse der Hund durch, verschlimmert dessen Leiden, statt ihm zu helfen.

Der richtige Warteplatz bei Trennungsangst

Bevor Sie mit dem Training beginnen, trainieren Sie das Schicken auf einen Schlaf-, Ruhe- oder Warteplatz. Definieren Sie einen Ort, auf den der Hund sich zurückziehen soll, während Sie abwesend sind. Das kann eine Decke oder ein Körbchen sein. Der Platz sollte sich in einer Ecke befinden, damit der Hund keinen Überblick über die Umgebung hat, also keine Wachfunktion übernehmen muss.

Diesen Platz machen Sie ihm angenehm, indem er dort – und nur dort – feinste Leckerbissen und sein absolutes Lieblingsspielzeug bekommt – zum Beispiel einen Kong, einen Futterball oder ein Quietschie. Leckerbissen und Spielzeug dürfen ab sofort nur dort angeboten werden und müssen immer weggeräumt werden, wenn der Hund vom Platz aufstehen darf. Ziel ist es, dem Hund das Gefühl zu vermitteln, dass der Aufenthalt auf seinem Platz prima ist.

Verbinden Sie das Locken auf diesen Platz mit einem Schlüsselwort, das idealerweise fröhlich gerufen wird: „Auf die Decke!“, „auf den Platz!“, „geh schlafen!“. Ihre Wortwahl ist egal, sie muss nur klar verknüpfbar mit dem Gang auf die Decke sein. Erst sollte der Hund nur kurz dort bleiben müssen, während Sie noch im Raum sind. Dann verlängern Sie seinen Aufenthalt dort und schließlich verlassen Sie den Raum.

Um zu kontrollieren, ob der Hund sich ruhig verhält, sind eine Videokamera oder ein Babyphone nützlich. Bleibt der Hund ruhig und geht nicht ergeben, sondern fröhlich auf seinen Platz, haben Sie gewonnen und können Ihre Abwesenheit erst aus dem Raum, dann aus der Wohnung ganz allmählich verlängern.

Auf Winseln, Gebell oder Kratzen reagieren Sie nicht, sondern warten einen ruhigen Moment ab, um wiederzukommen.

Weggehen und wiederkommen bei Trennungsangst

Das Entfernen aus der Wohnung sollte immer ohne große Worte oder Trost erfolgen. Pfeifen Sie fröhlich vor sich hin, zeigen Sie ihre gute Stimmung deutlich und gehen, ohne sich um den Hund zu kümmern, zur Haustüre. Stimmungsübertragung macht einen Großteil der Hundegefühle aus, deshalb ist ein Abschied mit mitleidigen Worten kontraproduktiv. Er ängstigt den Hund.

Um ihm das Alleinsein zu versüßen, haben sich die Lieblingsspielzeuge und Leckerbissen bewährt, die ihm abwechselnd zur Verfügung stehen, damit sie ihren Reiz nicht verlieren. Ganz wichtig ist es, sofort bei der Rückkehr die tollen Spielsachen wegzuräumen und kein großes Begrüßungsszenario zu veranstalten. Erst wenn der Hund sich beruhigt hat, rufen Sie ihn zu sich und knuddeln ihn durch oder machen einen Spaziergang mit ihm. Es kann Wochen dauern, bis die positiven Gefühle des Hundes seine Ängste überdecken. Aber mit Geduld und Konsequenz kann jeder Hund lernen, ohne Angst allein zu bleiben.

Kommentare


  • Bono ist ein Border der nur so strozt vor Energie. Aber sobald das Thema wir gehen mal ohne Hund raus, kommt schon beim Schlüsselumdreh der Haustüre ein kurzes Fiepen und später 30 Sekunden ein ewiges Bellen.

    Bono ist 4 Jahre alt und kann alle Kommandos.

    Nur Alleine bleibt er mehr als ungern.

    Kaut  dann Möbel oder Türrahmen an.

    Kommen wir zurück nach 5 Minuten, ist der Platz, wo er sich aufhält nass vor Angst.

    Unsere Hundetrainerin ist auch ratlos.

    Denke es ist unser Fehler.

    Lassen ihn immer öfter nicht mehr alleine.

    1/2 Stunde scheint für Ihn eine Ewigkeit zu sein.


  • Genauso ist es! Unser Großer Schweizer bleibt 6-7 Stunden allein und liegt auf einer Decke im Windfang, ohne Leckerli oder Spielzeug. Wenn wir zurück kommen, geht einer gleich mit ihm. 

    Aber er wird eben auch sonst nach jeder Mahlzeit auf die Decke geschickt und ist allein.

    Freundliche Grüße!


  • Hallo,
    es tut uns sehr Leid, dass Bono während Ihrer Abwesenheit so leidet. Aus der Ferne ist ein Rat allerdings sehr schwierig.
    Wie im Beitrag bereits erwähnt, braucht es viel Zeit und Geduld, um die Trennungsangst zu überwinden. Wir wünschen Ihnen und Bono alles Gute.

    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo M. Telle,
    vielen Dank für die Zustimmung zu unserem Beitrag. Es freut uns, dass Ihr Schweizer so gut damit klar kommt, alleine zu sein.
    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Unser 19 Monate alter American Bulldog kann sehr gut alleine bleiben (bis zu 6 Stunden kein Problem). Er liegt in seinem „Haus“ (Hundetransportbox von Hunter)in seiner Ecke. Er liebt sein Haus mit seinen Kuscheltieren. Dies haben wir schon so mit unseren vorherigen Hunden so gehandhabt. Man muss halt von Anfang an mit dem Hund trainieren, dann klappt auch alles wunderbar.


  • Liebe S. Wagner,
    es ist super, dass Ihr Hund gut alleine sein kann und damit keinen Stress hat. Da haben Sie von Anfang an etwas richtig gemacht.
    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener

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