zurück zur Übersicht

Zecken beim Hund

6

Schon gewusst, dass Zecken echte Überlebenskünstler sind? Sie überleben selbst mehrere Stunden im Wasser, im Gefrierfach oder in der Waschmaschine. Gerade in den wärmeren Monaten steigt die Zeckenplage auf Spaziergängen. Was Sie über Zecken wissen sollten, erfahren Sie hier.

Die meisten Hundehalter kennen die leidige Zeckenproblematik: Manchmal hat es den Anschein, der geliebte Vierbeiner würde die Zecken regelrecht anziehen. Neugierig erkunden sie die Umgebung und sammeln so eine Menge Zecken ein.

Beginn der Zeckensaison

Genau genommen gibt es keine Zeit, in der man vor den lästigen Plagegeistern sicher ist. Zecken kommen das ganze Jahr über vor – selbst die kalten Wintermonate sind kein Garant für einen zeckenfreien Spaziergang. Allerdings steigen die Zeckenpopulation und die Häufigkeit des Befalls mit zunehmender Temperatur an. Insbesondere vom Beginn des Frühlings (März) bis zum Ende des Herbstes (Oktober) sollte man sich und seinen Vierbeiner gründlich nach Zecken absuchen.

Vorkommen der Zecken

Zecken leben an Orten mit relativ feuchtem und warmem Klima. Sie halten sich vorwiegend am Wegesrand, auf Wiesen, an Waldrändern oder am Ufer von Flüssen oder Seen auf. Sie lauern fast überall, wo Hundehalter spazieren gehen.

Bisse können am ganzen Körper auftauchen. Besonders beliebt bei Zecken sind jedoch Partien wie Achselhöhlen und Schenkelspalt, da dort weniger Hundehaare wachsen. Frauchen und Herrchen sollten nach dem Spaziergang jedoch den kompletten Hund nach Zecken absuchen. Beim Laufen und Toben durch hohes Gras mit seinem Liebling greifen die Plagegeister auch Menschen an. Ein Blick an den eigenen Körper ist ebenfalls ratsam.

Risiko beim Zeckenbiss

Die eigentliche Gefahr bei einem Zeckenbiss liegt weniger am Blutverlust als an den Krankheiten, die eine Zecke übertragen kann. Auch beim Hund gibt es FSME, die Frühsommer-Meningoenzephalitis, wie wir sie vom Menschen kennen. Menschen können sich gegen Virusinfektionen impfen lassen, für Hunde steht aber noch kein Impfstoff zur Verfügung.

Zudem können Zecken Borrelien übertragen, die Fieber beim Hund, Lahmheit und Gelenkschwellungen beim Hund auslösen. Dagegen gibt es zwar Impfstoffe, diese sind aber umstritten. Es gibt viele Borrelien-Unterarten, die teilweise von den Impfstoffen gar nicht erfasst werden. Wenn der Hund tatsächlich an einer Borreliose erkrankt, ist eine Therapie mit einer lang andauernden Gabe von hochdosierten Antibiotika notwendig.

Übertragung einer Zecke auf den Menschen

Eine Zecke kann von einem Hund auf den Menschen übergehen. Besonders hoch ist das Risiko, wenn sie noch nicht gesaugt hat und vom Tier abfällt. Die Zecke sucht sich einen neuen Wirt, ob Mensch oder Tier spielt keine Rolle.

Zeckenabwehr

Allgemein wird dazu geraten, lieber ein Repellent, also ein abschreckendes Mittel, zur Zeckenabwehr zu verwenden als ein sogenanntes systemisches Antiparasitikum, das sich im Hund über die Blutbahn verteilt und die Zecke erst nach dem Biss tötet. Begründet wird das damit, dass eine Zecke, die gar nicht erst saugt, keine Krankheiten übertragen kann.

Die Gefahr einer Krankheitsübertragung steigt nach acht bis zehn Stunden stark an. Deswegen sollten Zecken unmittelbar entfernt werden. Wurde ein Hund mit einem systemischen Antiparasitikum behandelt, stirbt die Zecke ab, bevor sie Erreger übertragen kann. Welches Mittel am besten geeignet ist, muss im Einzelfall entschieden werden. Im Zweifelsfall sollte immer der Tierarzt gefragt werden.

Wichtig: Stöbert Ihr Hund während des Spaziergangs allein durch Wald und Flur, durchsuchen Sie ihn im Anschluss nicht nur nach Zecken, sondern achten Sie auch auf mögliche Verletzungen durch Grannen am Hund. Zeigt das Tier Symptome, wie geschwollene Augen oder eine wunde Nase, kann dies auf einen Kontakt zwischen den Raupen des Eichenprozessionsspinners und Ihrem Hund hinweisen. In diesem Fall rufen Sie am besten umgehend den Tierarzt, um einem allergischen Schock vorzubeugen.

Die häufigste Zecke im Steckbrief

Lateinischer Name: Ixodes ricinus (Gemeiner Holzbock)

Größe: bis zu 0,45 cm (nicht vollgesogen)

Häufigkeit: häufig, schätzungsweise haben über 92 % aller hiesigen Hunde Zeckenkontakt

Symptome: Blutverlust bei starkem Befall

Übertragung auf den Menschen: möglich

Für einen optimalen Schutz für Ihren Liebling bieten wir in unserer Hunde-Krankenversicherung  einen Zuschuss in Höhe von 100 Euro für präventive Maßnahmen,  zum Beispiel die Behandlung von Ektoparasiten wie Zecken.

Das könnte Sie auch interessieren:

Kommentare


  • Sehr geehrtes  Uelzener Team ,

    sie empfehlen in ihrem Bericht über Zecken ein Repellent zur Abwehr . Das hört sich sehr schlüssig an . Gut wäre es ,sie hätten einen Vorschlag angegeben , oder ist das nicht gestattet ?

    Mit freundlichen Grüßen 

    Silke 

     


  • Liebe Silke,
    wir geben in der Regel keine konkreten Tipps für Wirkstoffe, Medikamente bzw. deren Hersteller, da wir nicht beurteilen können oder wollen, welches das Beste ist.

    Viele Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo Zusammen, 

     

    Es gibt auch noch die bewährten Hausmittel wie Kokosöl und Flocken oder Schwarzkümmelöl.

    Ich verwende für meine Hündin ( Border- Aussi Mix, 20kg) Kokosöl in Kombination mit einem Flohkamm. Es gehen deutlich weniger Zecken auf den Hund, und wenn doch welche aufsitzen, brauchen diese deutlich länger um einen Platz zum stechen zu finden. Das gibt mir Zeit sie mit dem Flohkamm ausgiebig zu kämmen und die gesammelten Zecken zu verbrennen. 

    Auch Streicheln ist ein "Schutzmechanismus". Die Zecken, welche mir beim Kämmen durchrutschen, finde ich beim streicheln. Diese haben dann zwar schon gestochen, aber noch nicht ihren Körper mit dem Blut meiner Hündin gefüllt. Der ganze Vorgang ist zwar Zeitaufwendig, man kann aber ohne Chemie das Infektionsrisiko für den Hund, auf ein erträgliches Maß senken.

    Gruß Stefan


  • Hallo Stefan,

    vielen Dank für deine hilfreichen Tipps und Hausmittel-Empfehlungen!

    Viele Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Ich habe daheim und im Auto ein kleines Schraubglas mit Spülmittelwasser.  Die gefundenen Zecken kommen dort hinein, können keine Luftblase halten und sterben schnell.  Ist besonders bei sehr kleinen Zecken einfacher als andere Arten sie zu vernichten und wenn ich den Hund absuche geht es sehr schnell sie in Wasser, kurz schütteln und weitersuchenl. Ohne Oberflächen spannung druch das Splmittel (Seife) gehen die Zecken sofort unter

     


  • Hallo Anja,

    vielen Dank für den Tipp :-)

    Schöne Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Unter diesem Namen wird Ihr Kommentar veröffentlicht und gespeichert.
Mit einem * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder. Bitte füllen Sie sie aus.
zurück zur Übersicht

Sind Sie sicher, dass dieser Beitrag gelöscht werden soll?

Ja

Filtern

nach Zeitraum

nach Kategorie