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Warum fallen Katzen immer auf die Pfoten?


Katzen fallen immer auf die Pfoten – so sagt es der Volksmund. Tatsächlich schaffen Katzen es meistens, mit den Pfoten zuerst zu landen, wenn sie irgendwo herunter gefallen sind.

Selbst wenn eine Katze mit dem Rücken zuerst fällt, kann sie aufrecht landen. Dafür verantwortlich ist der sogenannte Dreh- oder Umdrehreflex: Sobald die Katze sich im freien Fall befindet, bremst sie zunächst mit dem Schwanz die Geschwindigkeit ab, dann wendet sie reflexartig Kopf und Oberkörper, anschließend das Hinterteil mit Hilfe von Schwanz und Pfoten. Im Landeanflug macht sie dann noch einen Buckel, um die Energie des Stoßes beim Aufschlag optimal abfangen zu können.

Für dieses Wendemanöver braucht sie weniger als eine Sekunde und eine Fallstrecke unter einem Meter. Schon wenige Wochen alte Kätzchen beherrschen das. Dazu kommt, dass Katzen für solche Situationen gut konstruiert sind. Sie verfügen über eine sehr flexible Wirbelsäule, elastische Knochen, Sehnen und Bänder, die Stürze gut abfangen können. Die Schulterblätter sind nur mittels Muskeln und Bändern an der Wirbelsäule befestigt. Das ist besonders günstig, da auf den Vorderbeinen durch den Brustkorb mehr Gewicht liegt, das durch die flexiblen Strukturen bei Stürzen auf diesem Weg besser abgefedert werden kann. Ein starres Schlüsselbein, das beim Menschen Schulter und Brustkorb miteinander verbindet (und gerne mal bricht), ist bei Katzen nur noch als kleines, in den Muskeln eingebettetes Knöchelchen vorhanden, das keine Verbindung mehr zum Skelett hat.

Trotzdem können sich Katzen bei Stürzen schwer verletzen. Zum einen passiert das bei sehr kurzen Fallstrecken (deutlich unter einem Meter), wenn die Katze nicht ausreichend Zeit hat, um sich zu drehen. Zum anderen kann es natürlich bei Stürzen aus großer Höhe zu schweren Verletzungen und Todesfällen kommen. Auch harter, gefrorener Boden, Beton, Stein oder unebener Untergrund kann der Katze gefährlich werden. Neben Knochenbrüchen vor allem an den Vorderbeinen und den Pfoten entstehen unter anderem Schädelfrakturen. Dazu kommt die Gefahr innerer Verletzungen, zum Beispiel der Lunge oder des Zwerchfells, und nicht zuletzt die Gefahr eines lebensbedrohenden Schocks. Daher sollte eine abgestürzte Katze, auch wenn sie sich zunächst nicht auffällig verhält, immer dem Tierarzt vorgestellt werden.

Bei einer Studie amerikanischer Tierärzte aus dem Jahr 1987 wurden Katzen erfasst, die aus großer Höhe abgestürzt waren. Es zeigte sich, dass die Überlebenschance bis zum 7. Stockwerk abnahm und dann wieder leicht stieg. Grund hierfür ist der Luftwiderstand, der den Körper bremst und so der Erdanziehung entgegenwirkt. Dadurch stabilisiert sich die Geschwindigkeit ab einer gewissen Fallstrecke. Die Forscher berechneten, dass die leichten Katzen dann mit „nur noch“ 60 miles per hour (etwa 96,6 km/h) auf den Erdboden zurasen.

Da diese Tatsache auch nicht besonders tröstlich ist, sollte man lieber Fenster und Balkone von vorne herein katzensicher machen.

Schlagworte

  • Katzen
  • Pfoten
  • Füße
  • Verletzungen
  • Stürze

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