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Weiderisiko - ein verzwicktes Thema

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Wenn der Weidegang im Desaster endet, weil die Pferde sich untereinander gekabbelt und verletzt haben oder sie womöglich von der Weide ausgebrochen sind, dann sind Pferdebesitzer nach dem Gesetz für Schäden an Dritten haftbar. Auch wenn den Besitzer des Tieres keine eigentliche Schuld trifft, muss er aus der sogenannten „Gefährdungshaftung“ heraus für entstandenen Schaden aufkommen (§833 BGB). Aus diesem Grund ist es essentiell eine gute Pferdehalterhaftpflichtversicherung zu haben, in der das Weiderisiko berücksichtigt ist.

Als Spezial-Tierversicherer haben wir viele Jahre Erfahrung und wissen, dass immer etwas passieren kann. Daher ist der Weidegang in unserer Pferdehalter-Haftpflichtversicherung natürlich mit abgesichert.

Es gibt allerdings gerade im Falle der Weideunfälle oftmals kniffelige Fälle. Hier ist es wichtig zu wissen wie der Gesetzgeber diese Dinge betrachtet. Durch die "typische Tiergefahr" haftet jeder Pferdehalter und zwar verschuldensunabhängig. Wir möchten gerne informieren, wie es in der Praxis aussieht.

Oftmals zum Streitpunkt wird es, wenn ein Pferd verletzt von der Wiese kommt. Hat niemand gesehen, wie der Vorfall geschehen ist und waren nur zwei Pferde zusammen, so wird meist so entschieden, dass die "eigene Tiergefahr" des geschädigten Pferdes prozentual angerechnet wird. In der Regel wird der Schaden zu 50 % reguliert, da hier beide Pferde am entstandenen Schaden beteiligt waren, auch wenn letztendlich nur eines der Pferde verletzt wurde. Der Halter des verletzten Pferdes muss daher 50 % des Schadens an seinem Pferd selbst tragen.

Nur wenn beobachtet wurde und bewiesen werden kann, dass das geschädigte Pferd zweifelsfrei und ohne Grund verletzt worden ist, so wird der Schaden zu 100 Prozent dem Besitzer des angreifenden Pferdes zur Last gelegt. Dies ist z.B. der Fall, wenn ein Pferd aus Übermut oder Freude nach hinten ausschlägt. Ein gesundes Pferd wird jedoch niemals grundlos ein anderes Pferd angreifen.

Häufig kommt es auch dazu, dass Pferde in größeren Gruppen gehalten werden und eines der Tiere verletzt wird, ohne dass sich feststellen lässt, welches andere Tier beteiligt war. Es gibt für diese Fälle keine einheitliche Rechtsprechung, die herrschende Rechtsprechung geht davon aus, dass eine Haftungsgrundlage nicht gegeben ist. Eine Grundsatzentscheidung des BGH steht leider bis heute aus.

Ein weiterer, durchaus häufiger auftretender Schadenfall, ist das Ausbrechen der Pferde aus der Koppel. Erst im Mai 2015 brachen in Dortmund mehr als 20 Pferde aus und legten den Verkehr auf einer Bundesstraße fast zwei Stunden lahm. Mehr ist hier glücklicherweise nicht geschehen, aber es gibt zahlreiche Beispiele die nicht so glimpflich abgelaufen sind. Auch in solchen Fällen haften die Besitzer der Pferde. Ohne Haftpflichtversicherung kann das schnell den finanziellen Ruin bedeuten.

Es gibt Versicherer, die schreiben zum Thema Weiderisiko in ihren Bedingungen genau vor, wie der Weidezaun beschaffen sein muss. Aus unserer langjährigen Erfahrung heraus wissen wir, dass es die unterschiedlichsten Möglichkeiten gibt Pferdeweiden sicher einzuzäunen und haben auf ein solches „Regelwerk“ verzichtet. Dennoch setzen wir voraus, dass die Einzäunung sicher und pferdegerecht ist, denn schließlich dient dies ja auch dem Schutz der eigenen Pferde. Es kann sogar strafrechtliche Folgen haben, wenn fahrlässiges Verhalten in dieser Frage nachgewiesen werden kann. Wer sich hier genau informieren möchte, der kann zum Beispiel mit der AID-Infodienst Broschüre Ernährung/ Landwirtschaft / Verbraucherschutz „Sichere Weidezäune“ anfordern oder in den Richtlinien der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (Band 4) nachlesen. Ob die Pferde letztendlich mit z.B. Holz, Elektrolitze, Metallstreben oder Förderband eingezäunt werden, das überlassen wir den Haltern selber – Stacheldraht eignet sich aus der Verletzungsgefahr am Zaun selber übrigens für Pferde generell gar nicht.

Seit 2009 gibt es eine BGH-Rechtsprechung (VI ZR 266/08) die sich damit befasst, dass es nicht ausreicht, die Sorgfaltspflichten nur auf die Umzäunung der Weide abzustellen. Hinzu kommt, dass durch die Weidehaltung der Herdeninstinkt der Tiere geweckt wird. Panik kann in einer Herde dazu führen, dass es zu einem gemeinsamen Fluchtverhalten kommt. Ist die Weide ausreichend groß, so ist die Chance höher, dass sich die Tiere wieder beruhigen, wenn die Panik auslösenden Hormone abgebaut sind und sie sich „ausgaloppiert“ haben. Ist die Weide aber flächenmäßig sehr klein, kann das schneller dazu führen, dass die Tiere sich nicht auslaufen können und so die Gefahr höher ist, dass sie durch den Zaun brechen. Der BGH hat bekannt gegeben, dass die erforderliche Hütesicherheit nicht allein durch eine ordnungsgemäße Umzäunung der Weide sichergestellt werden könne, sondern dazu auch die Auswahl einer entsprechend großen Weide zählt.

Panik in Pferdeherden ist gerade in den letzten Monaten im Zusammenhang mit der Diskussion über die Wölfe zum Thema geworden. Die Gefahr besteht, dass Pferde auf der Weide in Panik geraten, wenn Wölfe auftauchen und im schlimmsten Fall durch den Zaun gehen. Auch hier haftet, wenn ein Schaden gegen Dritte entsteht, der Pferdebesitzer.

Die Größe der Weide oder des Paddocks ist generell beachtenswert um die Verletzungsgefahr untereinander zu minimieren. Haben die Pferde genügend Raum, so können sie im Falle von Streitigkeiten besser ausweichen. Es gibt ein Urteil zu einem Verletzungsunfall zwischen Pferden, bei dem die Klage auf Schadensersatz abgewiesen wurde, da der Raum, der einer vierköpfigen Pferdegruppe zur Verfügung stand mit ca. 250 m² als zu gering beurteilt wurde. Dem Anspruch der Besitzerin wurde aufgrund „Handeln auf eigene Gefahr“ nicht stattgegeben, da sie um die räumliche Enge wusste  (OLG Köln Az.: 18 U 98/13). Dies ist sicher ein Einzelfall, zeigt aber, dass vor Gericht wirklich im Einzelfall entschieden wird. Auch hier ist es sehr wichtig eine Pferdehalter-Haftpflichtversicherung abgeschlossen zu haben, in der das Weiderisiko berücksichtigt ist und die vor den ungerechtfertigten Ansprüchen Dritter bewahrt.

Kommentare


  • Muss mein Pferd auf der Koppel ein Halfter tragen ?


  • Liebe Franzi, Ihr Pferd muss auf der Weide kein Halfter tragen, um unseren Versicherungsschutz zu genießen. Schöne Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Kommt ein Pferd verletzt von der Weide, müssen alle Halter deren Pferde in der Herde stehen zu gleichen Teilen haften, insofern keine Zeugen verfügbar sind. Kommt die Uelzener dann für meinen Anteil der Haftung auf?

    LG


  • Liebe Desiree,

    wenn Pferde mehrerer Halter in größeren Gruppen gehalten werden und eines der Tiere verletzt wird, ohne dass sich feststellen lässt, welches andere Tier beteiligt war, haften die Halter nicht zwingend anteilig. Es gibt für diese Fälle derzeit leider keine einheitliche Rechtsprechung, allerdings geht die herrschende Rechtsprechung davon aus, dass eine Haftungsgrundlage nicht gegeben ist.

    Sollte ein Halter, dessen Pferd das andere Pferd verletzt haben könnte, auf Schadenersatz verklagt werden, so stehen wir für diesen ein, sofern er bei uns versichert ist.

    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Greift eine Haftplichtvers. auch, wenn der Halter vielleicht nicht genügend Vorsorge getroffen hat?

    Z.B. ein Pferd beschädigt auf der Koppel den Zaun vom Nachbargrundstück. Der Halter hat versäumt, dort einen eigenen Zaun aufzustellen. Kommt die Haftpflicht nun für den entstandenen Schaden auf oder muss der Halter selbst zahlen?

    LG

     

     

     


  • Liebe Moni, Sie können beruhigt sein - auch für diesen Fall gewähren wir Ihnen Versicherungsschutz. Ob und in welchem Umfang Sie verpflichtet sind, Ihr Pferd einzuzäunen, gibt Ihnen die zuständige Verwaltungsbehörde Auskunft. Von unserer Seite gibt es grundsätzlich keinerlei Vorschriften für die Zäunung der Pferde und Sie haben Versicherungsschutz.


  • Ein Pferd hat ein anderes Pferd beim auskeilen am Bein verletzt. Es wurde beobachtet welches Pferd es war, die beiden beteiligten Pferde haben zusammen gespielt es waren aber noch zwei andere Pferde auf der Koppel die unbeteiligt waren.

  • Mein Perd wurde von einem anderen Pferd im offenstall, überraschend angegriffen, in die ecke getrieben, großer Holzzaun mit zwei Balken und Strom, und danach durch diesen Zaun geschlagen. mein Pferd war dann ausserhalb total panisch und hatte  an 3 Beinen offene große Wunden. Die Halterin des anderen Pferdes sowie Ihre Versicherung bezahlen nur 50%. Komentar dazu mein Pferd ist selbst schuld, hätte dem anderen fernbleiben müssen. oder ich hätte ihn an der leine halten müssen. Oberste Frechheit ist, das mir diese Versicherung geraten hat ich solle doch den Stall wechseln, in dem mein Pferd alleine steht.


  • Hallo, man für ein Pferd den kompletten Schutz bei Ihnen abschließt, also Haftpflicht, Op-Versicherung, werden dann kosten für einen Unfall auf der Weide übernommen? Eine Freundin hatte diesen Fall kürzlich und Sie möchte ihr Pferd nun für alles Fälle versichern lassen. Wie sich das Pferd in ihrem Fall verletzt hat ist unklar. 


  • Liebe Sine,

    mit der Kombination aus Pferdehalter-Haftpflicht und OP-Versicherung sind Sie rundum abgesichert. Die OP-Versicherung leistet bei einem versicherten Eingriff gemäß der Allgemeinen Bedingungen unabhängig, ob es ein Unfall oder eine Erkrankung ist. Es muss eine Operation gemäß des abgeschlossenen Tarifs unter mindestens Standnarkose durchgeführt werden.

    Wenn das Pferd aufgrund einer Verletzung auf der Weide operiert werden muss, würde die OP-Versicherung also greifen. Sollte ein anderes Pferd nachweislich für den Schaden haftbar gemacht werden können, würden wir aus der OP-Versicherung bei der Haftpflicht-Versicherung des verursachenden Pferdes Regress nehmen.

    Darüber hinaus gibt es noch die Pferde-VOLL-Schutz, bei der auch Tierarztbehandlungen abgedeckt sind.

    Schöne Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo,

    wenn Reiter flott an einer Pferdekoppel vorbei reiten und die Pferde in der Koppel anfangen zu toben und durch den Zaun ausbrechen und sich verletzen… wer haftet dann?

    Viele Grüße

    Sabine 


  • Das Vorbeireiten an Koppeln ist ein „normales“ Ereignis und somit liegt kein Verschulden der vorbeireitenden Reiter vor. Der Halter muss daher selbst für Verletzungen der ausbrechenden Pferde aufkommen.

    Eine Ausnahme besteht natürlich, wenn das Durchreiten explizit verboten ist. In diesem Fall haftet der vorbeireitende Reiter aus Verschulden.

    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo,

    wie ist die Sachlage, wenn eine Gruppe Reiter auf einer organisierten Veranstaltung und offiziellen Straße an einer Pferdekoppel vorbei galloppieren und die Pferde sich in der Koppel verletzen oder ausbrechen und zu Schaden kommen?

    Danke für Ihre Mühe

    Thomas


  • Hallo Thomas, gern beantworten wir Ihnen hier Ihre Fragen, doch bitte haben Sie Verständnis, dass unsere Antworten keine Leistungszusagen sind und jeder Fall immer von Ihrem Versicherer individuell geprüft werden muss.
    Allgemein lässt sich sagen, dass auch bei einer organisierten Veranstaltung kein Verschulden der Vorbeireitenden besteht. Durch die Verwirklichung der Tiergefahr der Pferde auf der Weide haftet der Pferdehalter selbst für die Schäden und Verletzungen.

    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener

     


  • Hallo, eine Frage: gibt es Vorschriften wie hoch der Weide zaun sein muss? Gibt es für Hengste andere Vorschriften? Danke u. Grüsse Maren

  • Hallo Maren, Vorschriften gibt es generell nicht, aber die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN)  spricht Empfehlungen aus. Pauschal lässt sich Ihre Frage dennoch nicht beantworten, denn in manchen Landkreisen werden an stark befahrenen Straßen Auflagen zur Zäunung von Weidetieren gestellt. Dieses ist aber keine generelle Regelung, sondern nur eine örtliche Auflage. Wenn Sie Gewissheit haben möchten informieren Sie sich am besten vor Ort. Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Bei Verletzungen des Pferdes durch einen Gegenstand auf der Koppel. Wer haftet? Herzlichen Dank!

  • Hallo Gerda, es haftet i.d.R. derjenige, der die Gefahr eingebracht hat: Steht zum Beispiel ein scharfkantiges Tränkebecken auf der Weide und ein Pensionspferd verletzt sich daran, kommt es darauf an, ob diese Gefahr hätte erkannt werden müssen (wie lange steht die Tränke bereits dort, hätten die Halter der Pensionspferde die Gefahr erkennen können, in wessen Verantwortung liegt die Tränke, usw…). Wie Sie sehen kann man Ihre Frage nicht generell beantworten, es muss immer der konkrete Fall betrachtet werden. Schöne Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo, ich habe mit einer Bekannten zusammen eine Koppel gepachtet und unsere Pferde sind Haftpflicht versichert, eine Betriebshaftpflicht haben wir nicht. Wie verhält es sich nun, wenn Nachbars Kinder auf der Koppel sind und verletzt werden? Lg

  • Hallo Lena, es kommt hier natürlich darauf an, wodurch sich die Kinder verletzen. Wenn die Verletzung durch die Pferde entsteht, ist die Pferdehalter-Haftpflicht-Versicherung zuständig. Verletzungen durch einen Verstoß der Verkehrssicherungspflicht gehen zu Lasten des Grundstückseigentümers. Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener

     


  • hallo,

    wie ist das mit der kostenübernahme beim weideunfall von zwei Pferden wenn die sich zanken und einer verletzt wird und man hat das gesehen? 

    Welche Kosten werden da übernommen? Oder besser welche Versicherung greift da? 

    Lg Danie 


  • Hallo Danie, bei einem Weideunfall von zwei Pferden muss sich der geschädigte Pferdehalter die sogenannte Tiergefahr seines (verletzten) Pferdes anrechnen lassen (Haftungsquote 50 %). Zuständig ist die Haftpflichtversicherung der schädigenden Pferdes. Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Guten Morgen,

    mein Pferd hat durch den Weidezaun hindruch ein anderes Pferd getreten und verletzt. Die Besitzerin des anderen Pferdes hat die ganze Zeit beobachtet, wie meine Stute ihren über den Zaun hinweg gedroht hat, da ihr Pferd und der Weidepartner meines Pferdes sich gekrault haben. 

     

    Bereits im August hatten wir den Zwischenfall, dass meine Stute ihren durch einen Tritt stark verletzt hat als sie noch zusammen standen. Die Abneigung der beiden zueinander war also bekannt, deshalb stehen sie ja auch jetzt getrennt. 

     

    wer haftet in dem aktuellen Fall? 

    Ich als Halterin 

    Die Stallbesitzer, da offensichtlich nicht genug Strom auf den Zäunen war um die Pferde auseinander zu halten. 

    Die Besitzerin des geschädigten Pferdes, da sie die ganze Zeit dabei war und den Tritt hätte kommen sehen müssen. 

     

    Vielen Dank im Vorraus und beste Grüße

     


  • Liebe Lisa,

    Sie als Halterin des schädigenden Pferdes haften zunächst verschuldensunabhängig, weil Ihr Pferd das andere getreten hat.

    Die Halterin des geschädigten Pferdes muss sich allerdings die sogenannte Tiergefahr anrechnen lassen (50 %), d.h. hier liegt eine Gefährdungshaftung vor.

    Wenn man der Tierhüterin, also der Stallbesitzerin, ein Verschulden nachweisen kann (kein Strom etc.) haftet diese aus Verschulden. Und da Verschuldenshaftung vor Gefährdungshaftung geht, müsste die Tierhüterin vollständig zahlen.

    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo,

    wenn man pferde von der weide holt, unser und noch drei andere und ich Verletze mich beim rein hohlen der anderen Pferde, welche Vesicherung kommt dafür auf?

     

    Vielen Dank im Vorraus und beste Grüße


  • Hallo Markus,

    wenn Sie durch ein anderes Pferd verletzt werden, tritt die Haftpflicht-Versicherung des schadenverursachenden Pferdes ein.

    Freundliche Grüße, Ihr Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo, 

    könnten Sie mir folgenden Fall beantworten? 

    Wer haftet: Ich hole mein Pferd von der Wiese und es hat eine lange offene Wunde am Kopf, die genäht werden muss. Der Tierazt beurteilt die Wunde so, dass sie nicht von einem Huf eines anderen Pferdes der Herde herrühren konnte. Es werden mehrere herausragende, rostige Nägel gefunden auf der Wiese gefunden. Haftet der Stallinhaber, da er die Wiese nicht ordnungsgemäß und sorgfältig gepflegt hat? Wer muss beweisen, dass meine Stute sich dort verletzt hat? 

    Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. 

    Beste Grüße 

    Elisabeth D. 


  • Hallo,

    wenn der Tierarzt bestätigt, dass die vorgefundene Verletzung von einem nicht ordnungsgemäßen Gegenstand (z.B. ein herausragender, rostiger Nagel) auf der Weide verursacht wurde, ist der Beweis erbracht. In diesem Fall muss der Stallbetreiber haften.

    Freundliche Grüße, Ihr Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo, mein Pferd sollte in die Herde integriert werden,was anfangs auch gut aussah. Die Stallbetreberin ging in ihr Haus ,kurz darauf kam es zum Kampf zwischen meiner Stute+Herdenchef. Sie wurde in die Ecke gedrängt,er ließ nicht von ihr ab...

  • Sie verteidigte sich,er jagte sie übers Paddock,sie viel hin,verletzte sich leicht.Er erlitt Brüche am Griffelbein.Die Stallbesitzerin trennte die Tiere.Wer trägt hier die Verantwortung?Eine Haftpflichtversicherung besteht für beide Tiere.Vielen Dank

  • Hallo Manuela, die Haftpflichtversicherung des schädigenden Pferdes trägt, so wie Sie den Fall hier schildern, 50% der regulierungspflichtigen Kosten (da beide Pferde einvernehmlich zusammengestellt wurden). Schöne Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Liebes Redaktionsteam, vielen Dank für die schnelle Antwort.Das bedeutet also,dass die Stallbesitzerin keine Schuld trägt (Aufsichtspflicht?) und die Behandlungskosten für den Wallach,der zuerst meine Stute angriff,geteilt werden?VG

  • Hallo Manuela, richtig, der Stallbetreiberin kann man kein Verschulden anlasten. Wenn man Pferde erstmalig zusammen stellt, muss man leider mit „Reibereien“ rechnen...schöne Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener

     


  • Hallo,

    auf unserem Offenstallpaddock stehen zwei Wahlnussbäume. Unsere Pferde haben davon die Blätter gefressen. Eines der Pferde so viele, dass er Vergiftungserscheinungen hatte (Fieber, Durchfall, Rehe) . Durch Blutuntersuchung wurde das auch vom Tierarzt bestädigt. Der Tierarzt musste die Pferde deswegen behandeln. Haftet der Stallbetreiben mit seiner Hütehaftpflichtversicherung. Angeblich wusste er nicht, dass Wahlnussbäume giftig für Pferde sind. Uns war es bis dahin auch nicht bekannt, da wir erst seit kurzem in diesem Stall sind und vorher keine Bäume auf den Koppeln oder Paddock hatten.

    Danke für ihre Antwort


  • Liebe Martina, eigentlich gilt die Walnuss als unbedenklich – lediglich das Kernholz ist für Pferde giftig (nur bei gefällten Bäumen auf der Weide problematisch). Die Fruchtschale der Walnuss kann von Pilzen befallen sein, die Giftstoffe bilden und deshalb Magen- und Darmbeschwerden hervorrufen können. Dem Stallbesitzer hier ein Verschulden anzulasten ist schwierig, da die Walnuss im Allgemeinen als nicht gefährlich gilt. Im Zweifelsfall kann der Stallbetreiber natürlich den Vorfall trotzdem bei seiner Hütehaftpflicht melden und der Fall wird vom Versicherer geprüft. Viele Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo mein Pferd hat sich in die Outdoordecke eines anderen Pferdes gehängt, diese ist nun gerissen. Mein Pferd ist Haftpflichtversichert, wird der Schaden übernommen? LG Anja

  • Hallo, bei Ihrem geschilderten Schaden handelt es sich um einen erstattungsfähigen Leistungsfall Ihrer Pferdhalter-Haftpflichtversicherung. Schöne Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Guten Tag. Weideverletzungen wurden bereits diskutiert. Aber wie verhält es sich in einem Offenstall der ja nun mal aus Weide besteht. Hier wird ebenfalls ein Pferd nachweislich von einem anderen verletzt. Werden auch dann nur 50% übernommen?

  • Liebe Ann-Christin, es ist unerheblich, wo sich die Pferde befinden, ob auf der Weide, im Paddock, im Offenstall oder Auslauf - sobald Pferde zusammen stehen, gilt generell die 50 %-Regelung. Viele Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Angenommen ein Besitzer hat für sein Pferd 5000 Euro bezahlt. Angenommen das Pferd wird verletzt,  und es gibt einen 100% Haftungsanspruch. Die OP in der Klinik kostet (sagen wir mal) 10000 Euro. 

    Welcher Betrag wird dann erstattet?


  • Hallo, wenn die Kosten der notwendigen Operation den eigentlichen Wert des Pferdes übersteigen, wird der doppelte bis maximal der dreifache Wert des Tieres gezahlt. In Ihrem geschilderten Fall würden bei einer 100% Erstattung die OP-Kosten von 10.000 € erstattet werden. Viele Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo, mein Pferd wurde im Offenstall als ich sie holen wollte verhauen von einem anderen...Mit Absicht, das andere kam plötzlich angerannt und hat getreten, meine wurde doof erwischt mit Haariss im Gleichbein...haftet da die Versicherung der anderen, da wir es gesehen haben? 

     


  • Hallo Nadja, nur wenn beobachtet wurde und eindeutig bewiesen werden kann, dass das geschädigte Pferd zweifelsfrei und ohne Grund verletzt worden ist, wird der Schaden zu 100 Prozent dem Besitzer des angreifenden Pferdes zur Last gelegt. Dies ist z.B. der Fall, wenn ein Pferd aus Übermut oder Freude nach hinten ausschlägt. Ein gesundes Pferd wird jedoch niemals grundlos ein anderes Pferd angreifen. Sollte der Beweis nicht erbracht werden können, werden i.d.R. 50% übernommen, da sich Ihr geschilderter Vorfall in einem Offenstall ereignet hat. Viele Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Wenn unser Alpaka auf eine Weide (andere Eigentümer) steht und einer der da anwesende Alpakas (nicht unsere) verletzt, sind wir dann dafür versichert?


  • Hallo Karin, ja, wenn eine normale Tierhalter-Haftpflicht-Versicherung besteht, ist dies hierüber versichert. Schöne Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo,

    Meine islandstute steht im offenstall. Da sie probleme mit der lunge hat und leicht friert trägt sie im winter i.d.R. eine Regendecke die sorgfältig eingestellt ist. Schlaufen sehr eng so dass sie meon pferd gerade so nicht reiben. Nun hatte sie eine auseinandersetuung mit einer anderen Stute (B). Ich nehme an zwischen durch haben sichet beide getreten, allerdings verhakte sich B als sie ein weiteres mal nach meiner stute trat in der beinschlaufe der regendecke meiner stute. Da diese irgendwann weg wollte und nicht konnte und stute B damit hinterher zog. Stute B fiel hin und wurde von 2 damen befreit. Alles in allem scheint alles glimpflich ausgeganen und nur eine oberflächliche fleischwunde entstanden zu sein. Nun meine frage wer haftet, denn hätte stute B nicht nach meiner getreten wäre sie nie hängen geblieben. 

    Danke für eone info.

    Vg mara


  • Hallo Mara, auch hier greift die 50/50-Regelung, das heißt jeder der beteiligten Besitzer haftet zu gleichen Teilen. Schöne Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener

     


  • Hallo,

    meine drei Pferde standen über Nacht auf der ordnungsgemäß eingezäunten Koppel.

    In der Nacht ist ein Pferd auf ungeklärte Art aus der Koppel entwichen und wurde auf einer ca. 500 Meter entfernten Landstraße von einem PKW am Morgen in der Dämmerung angefahren. Dabei wurde das Pferd schwer verletzt und der PKW beschädigt.

    Der PKW Eigentümer will von mir Schadenersatz. Ich bin jedoch der Meinung, dass er vielleicht zu schnell war und nur dadurch nicht rechtzeitig zum stehen kam und deshalb zumindest eine Mitschuld trägt.

    Meine Frage ist muss ich haften?


  • Hallo Gert, wir hoffen dass Ihr Pferd seine Verletzungen gut überstanden hat und sich auf dem Weg der Besserung befindet…leider ist der Sachverhalt so, dass zuerst Sie als Halter des Pferdes in Haftung treten (also Ihre Pferdehalter-Haftpflicht-Versicherung), da das Pferd, wie auch immer, ausbrechen konnte und freilaufend auf die Straße gelangt ist. Ein Mitverschulden des PKW-Fahrers wäre von Ihnen zu beweisen – das gelingt aber meist nur, wenn Zeugen den Unfall beobachtet haben. Schöne Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Liebes Redaktionsteam,

    mein Pferd steht aktuell in einem Berittstall und hat dort 3 Weidepaneels ( Metal) verbogen. Nun will der Stallbesitzer , dass ich ihm diese kaputten Zäune ersetze. Kommt meine Haftpflicht dafür auf ( ich bin bei Ihnen versichert).

    Lieben Dank vorab.

     

     


  • Hallo, hierbei handelt es sich um einen Schaden, der über Ihre Pferdehalter-Haftpflicht bei uns abgewickelt werden kann. Melden Sie sich gern, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo. Mein Pferd steht in einem Offenstall. Als man die Pferde gestern von der Koppel (über einen Treibweg) reingeholt hat, blieb meine Stute einfach stehen und hat für uns aus unerklärlichen Gründen einfach auf das Pferd hinter ihr mehrfach ausgetreten. Zahlt hier meine Haftplfichtversicherung?

    Der Vorfall wurde von der Stallbesitzerin (welche die Pferde reingeholt hat) gesehen.

    Danke für Ihre Antwort


  • Hallo Gela, hierbei handelt es sich um einen Schaden, der über Ihre Pferdehalter-Haftpflicht geregelt werden kann. Hier greift die 50/50-Regelung, das heißt jeder der beteiligten Besitzer zu gleichen Teilen haftet, weil ein Pferd selten grundlos ausschlägt. Falls Sie bei uns versichert sind, melden Sie sich gern, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo,

    ich hab auch eine unangenehmen Frage. Mein Pferd hat auf der Koppel nach einem anderen Pferd mehrmals ausgeschlagen (hab ich gesehen, kam gerade an der Koppel an). Hier kam auch gleich der Tierarzt da das andere Pferd beim reinholen nicht richtig gelaufen ist. Aber bis auf Fiber und eine Beule vorne an der Brust konnte man nichts feststellen. Am nächsten Tag ging es dem verletzten Pferd anscheinend schon wieder besser (durfet wieder mit auf die Koppel). Am übernächsten Tag hatte das Pferd wieder hohes fieber und müsste am darauffolgenden Tag eingeschläfter werden. Nun wird vermutet dass das Pferd aufgrund der Schläge von meinem Pferd Innere Verletzungen zugezogen hat. Wie ist hier der Sachverhalt?


  • Hallo Meli, oh je - das ist wirklich traurig. Melden Sie den Fall umgehend Ihrer Pferdhalter-Haftpflicht-Versicherung. Die Leistungsabteilung wird sich um alles kümmern und den Schadenfall prüfen. Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo, aus aktuellem Anlass hätte ich eine wirklich zermürbende Frage.

    Wir möchten möglichst ein verunfalltes Pferd nach langer Genesungszeit im Sommer wieder in die Herde integrieren. Das Pferd hat eine schwerwiegende Wirbelsäulenverletzung (Dornfortsätze sind an mehreren Wirbeln gebrochen, das Pferd ist leicht bewegungseingeschränkt, aber laut TA wieder schmerzfrei) und soll auf eine Weide in eine größere Herde zurück. Durch Neueinstallungen können in der Zukunft gegebenenfalls aber auch neue Pferde in die Herde integriert werden. Wie sieht es da mit der Haftung aus, sollte es warum auch immer (Toben, Rangkämpfe, Kabbeleien) zu einer Verschlechterung der Wirbelsäulenverletzung kommen? Und macht es dann einen Unterschied ob feststeht, welches andere Pferd beteiligt war?
     


  • Wird hier hinsichtlich der Haftbarkeit unterschieden, da das Pferd ja schon eine schwerwiegende und auch bewegungseinschränkende Verletzung hat?

    Oder müssen Stallbesitzer und/oder die übrigen Pferdebesitzer sich in diesem Fall aktiv provisorisch um eine schriftliche Regelung der Schadensregulierung bzw. einen Haftungsausschluss kümmern?

    Mit freundlichem Gruß


  • Guten Morgen. Grundsätzlich ist eine Integration in einen bestehenden Herdenverband mit Risiken verbunden. Die Rangordnung wird neu zu regeln sein, insbesondere wenn das zu integrierende Pferd vorher als dominant aufgetreten ist. Die Verletzung wird hier auch eine entscheidende Rolle spielen, da das Pferd die Auswirkungen der Verletzung hinsichtlich der vorherigen Rangordnung erst erlernen und akzeptieren muss.

    Die Vorschädigung wird in einem Schadenfall zu berücksichtigen sein. Es werden nur Verletzungsfolgen der Auseinandersetzung anzuerkennen sein, die Haftungsquote wird mindestens bei 50 % angesetzt.

    Kann nicht ermittelt werden, welches der Pferde aus der Herde die Verletzung verursacht hat, werden Sie keine Ersatzansprüche anmelden können.

    Hinweis: Stallbetreiber sind gut beraten, alle Parteien über die Risiken vorab zu informieren.

    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo,

    ich möchte meine Koppel einer Freundin für ihre drei Pferde zur Verfügung stellen (nicht gewerblich). Sie selber sorgt für die Umzäunung. Welche Versicherung(en) muss/müssen für so eine Gegebenheit abgeschlossen werden?


  • Hallo Kirsten, ohne weitere Details zu kennen ist dies schwierig für uns zu beurteilen. Am besten lassen Sie sich von einem Versicherungsvertreter bei Ihnen vor Ort beraten. In dem Gespräch können alle Einzelheiten besprochen werden. Hier finden Sie schnell und einfach einen Berater in Ihrer Nähe: www.uelzener.de/kontakt/beraterfinder

    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo, 

    Mein Pferd wurde mit einer großen offenen Wunde am Bug/Brust von der Weide geholt. Es hing ein großer Hautlappen und Muskeln herunter. Bei genauer Kontrolle der Weide konnte man an der Einzäunung mit Stahlrohren erkennen, dass an den Stangen der Unfall verursacht wurde. Es waren Haare und Fleischstücke dran. Auf alten Fotos kann man sehen, dass die Stange dort gebrochen war und die Stangen übereinander lagen. Nach dem Unfall waren sie eine knappe Handbreit auseinander. 

    Nun wurde das Pferd vor Ort behandelt und auch in der Klinik. Die Kosten sind immens.

    Muss nicht der Hofbesitzer mit einer Tierhüter Haftpflichtversicherung für so was gerade stehen?

    Vielen Dank voarb für eine baldige Antwort


  •  

    Liebe Anke, oje, die Verletzungen hören sich ja böse an :-( Wenn man dem Tierhüter, also dem Stallbesitzer, ein Verschulden nachweisen kann (z.B. eine nicht ordnungsgemäße Instandhaltung des Zaunes), haftet dieser aus Verschulden – aber bitte bedenken Sie, dass wir den Fall nur aus der Ferne beurteilen können und die rechtliche Prüfung vor Ort nicht ersetzt.

    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Liebes Redaktionsteam,

    Sie schreiben, es gebe kein Grundsatzurteil zu Verletzungen im Offenstall, bei denen es keine menschlichen Zeugen gibt. Es handelt sich um eine Verletzung am Huf, die meines Erachtens durch Fremdeinwirkung passiert sein muss; und das auf einem Paddock, der für die Anzahl der Pferde eher knapp ausfällt, und an einem Tag, als neue Pferde in die Herde kamen (ohne mein Beisein, da es nicht angekündigt wurde). Was kann man als Geschädigter denn dann tun? Bleibt da nur der Weg über den Anwalt (den man natürlich in einer freundlichen Stallgemeinschaft nicht haben möchte...)?


  • Liebe Karina,

    so eine Verletzung ist wirklich ärgerlich. Wir hoffen sehr, dass das Pferd schnell wieder „auf die Hufe kommt“. Leider geht die Tendenz in der Rechtsprechung dahin, dass kein Schadenersatz gefordert werden kann, wenn kein „Verursacher“ festzustellen ist.

    Hier haben wir einige Urteile für Sie zusammengestellt: (LG Lübeck 14 S 178/07, LG Duisburg 10 O 93/07, LG Köln 27 O 31/13, OLG Köln 18 U 98/13, AG Helmstedt 3 C 64/13 (3a), LG Lüneburg 5 O 285/13, AG Regensburg 11 C 692/13, AG Freising 7 C 682/14, LG Landshut 14 S 2734/14, LG Fulda 4 O 408/14, LG Rostock 3 O 963/14, OLG Frankfurt 14 U 14/15, OLG Düsseldorf I-5 U63/16)

    Diese Angelegenheit ist nun zum BGH gereicht worden. Man erhofft sich von dort eine Grundsatzentscheidung. Das kann aber leider noch dauern :(

    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo,

    Dürfen Stallbesitzer ein Halfter vorschreiben? Vor allem ein Halfter in der Box? (Dabei soll es darum gehen, dass Pferde aus brennenden Ställen so schneller gerettet werden können...)
    Wer haftet, wenn etwas ohne Halfter passiert, macht das einen Unterschied ob mit oder ohne?

    LG


  • Hallo Romy,

    so etwas hören wir zum ersten Mal. Unseres Wissens gibt es diesbezüglich keine Vorschriften. Die meisten Pferde stehen jedoch ohne Halfter in der Box, damit sie sich nicht an irgendetwas aufhängen.

    Eine Haftung hierfür ist für uns nicht ersichtlich. Die Meinung des Redaktionsteams: Wenn es im Stall brennt, lassen sich die Pferde bestimmt nicht friedlich am Halfter aus der Box führen. In einem solchen Fall werden wohl eher die Boxen aufgemacht und die Pferde laufen ungeführt ins Freie.

    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo liebes Redaktionsteam!

    Muss mein Pferd auf dem Weg zur Koppel oder beim Spazieren gehen eine Trense tragen oder reicht ein Halfter aus? Darf ich Gebisslos ins Gelände gehen? Greift die Haftpflicht auch dann, wenn dadurch ein Schaden entsteht?


  • Liebe Sylvia, wir machen hier keinerlei Auflagen :) Schöne Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo liebes Redakionsteam,

    das Pferd von der Nachbarin ist gestern durch den Zaun und hat meine Herde aufgemischt. Die wurden so verrückt das die Stuten geschlagen haben. In der Herde war ein Jährling der geschlagen wurde und sich dabei den Ellenbogen gebrochen hat. Wir haben ihn heute eingeschläfert. Wie ist das rechtlich? Muss die Haftpflichtversicherung der Nachbarin haften?

    Vielen Dank schon mal in vorraus.


  • Liebe Christine,

    es tut uns sehr leid, dass es für Sie keine andere Möglichkeit mehr gab, als den Jährling einzuschläfern. So wie Sie den Fall schildern, liegt eine Haftung Ihrer Nachbarin vor. Sie muss den Schaden ihrer Haftpflichtversicherung melden, die dann alles Weitere genau prüfen wird. Konkrete Aussagen, wie und in welcher Höhe reguliert wird, kann man hierzu vorab leider nicht machen.

    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo liebes Redaktionsteam, 

    mein Pferd steht im Offenstall. Eine Besitzerin eines anderen Pferdes hat in den Fressständern ihrem Pferd Kraftfutter gegeben, obwohl die anderen Pferde keines hatten. Daraufhin gab es Ärger und mein Pferd hat das Pferd der anderen Besitzerin schwerer verletzt. Gilt hier auch die 50/50 Regel? 

    Vielen Dank und Gruß, 


  • Liebe Nicole,

    diesen Fall müsste die Fachabteilung prüfen, insbesondere wie die Futtermöglichkeiten vor Ort aussehen, ob eine höhere Quote als 50/50 möglich ist. Da man allerdings zunächst nur von „allgemeinem“ Futterneid ausgehen muss, würde die 50/50-Regelung greifen.

    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo welche Versicherung Haftet wenn mein Pferd einen Unfall verurscht weil es aus einer nicht genügend gesicherten Weide ausgebrochen ist? ( Pensionspferdehaltung )


  • Hallo,

    grundsätzlich ist es so, dass ein Tierhalter immer verschuldensunabhängig für die sogenannte Tiergefahr haften muss. Wenn aber dem Weidebesitzer eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht nachzuweisen ist, haftet er für diese Fahrlässigkeit. Der Geschädigte kann sich aber für seine Ansprüche an jeden der beiden wenden - die Haftpflichtversicherungen können den Fall untereinander klären.

    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo, ich habe folgende Frage:

    Wenn mein Wallach im gemischten Offenstall auf eine Stute springt und sie dabei verletzt, würde üblicher Weise die Haftung bei der Besitzerin des Wallachs liegen, wenn ich es richtig verstanden habe. Wie ist es, wenn im Einstellvertrag geregelt wird, dass jeder selbst für sein Pferd bei Verletzungen aufkommt? Gilt diese Regelung überhaupt?

    Vielen Dank und viele Grüße!


  • Liebe Sonja,

    diese Regelung im Einstellvertrag gilt nur für die Haftung des Pensionsgebers. Keiner der Einsteller kann gegen den Pensionsgeber Ansprüche aus solchen Verletzungen erheben, das gilt aber nicht für die Einsteller untereinander.

    Wenn feststeht, dass der Wallach auf die Stute gesprungen ist, so haftet der Halter des Wallachs unter Berücksichtigung der sogenannten Tiergefahr der verletzten Stute.

    Schöne Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Sehr geehrte Damen und Herren,

     

    welches Weideband, Seil sollte man nehmen und würde dies im Zweifelfall auch angeschaut werden ?.

    Hätte Ihnen jetzt gerne ein Bild mit gesende. geht aber leider nicht.

    MfG

    Brigitte


     


  • Liebe Brigitte,

    wir machen bezüglich des Materials der Einzäunung keinerlei Auflagen und können hierzu auch leider keine Empfehlung aussprechen.

    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener

     


  • Hallo, in der von Ihnen genannten Broschüre steht, dass Blankdraht für Pferdeweiden tierschutzwidrig ist. In dem Betrieb, in dem mein Pferd eingestallt ist, wird ausschließlich Blankdraht verwendet. Könnte das im Schadensfall dazu führen, dass die Versicherungen nicht zahlen? Vielen Dank!


  • Hallo Dagmar, der Blankdraht stellt bei uns bedingungsgemäß keinen Haftungsausschluss dar. Wenn wir jedoch einen Schadenfall gemeldet bekommen, bei dem sich ein Pferd an einem solchen Draht verletzt, wird der Besitzer der Weide, bzw. der Tierhüter zur Rechenschaft gezogen und der Vorgang zudem als Verstoss gegen das Tierschutzgesetzt zur Anzeige gebracht. Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Liebes Redaktionsteam,

    ein Wallach ist im Offenstall auf meine Stute gesprungen. Sie hat sich  beim Ausweichen vertreten u lahmt nun. Eine Röntgendiagnostik steht an. 

    Kann ich die TA Kosten bei der Halterin des Wallachs geltend machen und zu wieviel Prozent? Vielen Dank für Ihre Antwort. Lg Elvira


  • Hallo, die Pferde stehen bei den heissen Temperaturen nachts auf der Koppel, bzw bei angenehmeren Graden auch 24 Stunden. Besteht Versicherungsschutz, wenn sie dort nachts ausbrechen?

    3fach Strom-Einzäunung, Wasser und zusätzlich Heu stehen zur Verfügung......


  • Liebe Elvira,

    Sie können die Tierarztkosten bei der Halterin des Wallachs zu 50% geltend machen. Wir wünschen Ihrer Stute eine gute Genesung.

    Viele Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Liebe Sylvia,

    bitte seien Sie beruhigt - es besteht Versicherungsschutz. Wir machen bezüglich des Materials der Einzäunung keinerlei Auflagen.

    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Guten Tag,

    am vergangenen Wochenende tauchten unsere zwei Rentnerwallache plötzlich am Stall auf. Wir hatten sie fünf Stunden zuvor auf die Weide gebracht.

    das komplette Areal ist umzäunt mit einem 2 m hohen Wilddraht. Ausserdem zusätzlich 2 - 3 reihig mit Litze UND Strom gesichert!

    Ich hielt es die vergangenen 25 Jahre für ausbruchsicher.

    An einer Stelle war dann der Wildzaun heruntergetreten und die beiden Pferde durchbrachen zweimal die Litze.

    Die genaue Ursache kennen wir natürlich nicht. Es ist zu vermuten, dass die Pferde Panik bekamen. Evtl. durch plötzlich auftauchendes Wild etc. 

    Sie mussten, um zurück zum Stall zu gelangen eine Kreisstrasse über ca 2 km passieren. Zum Glück ist nichts passiert. 

    Ich als Stallbetreiber habe jetzt natürlich große Sorge.

    1. Haftet im Schadensfall meine Betriebshaftpflicht, welche auch die Pferdehaftpflicht beinhaltet, oder sollte ich eine zusätzliche Versicherung abschließen?

    2. Haftet auch die Haftpflicht des Weidepartners?

     


  • Hallo Nadine,

    wie Sie schon sagten, zum Glück ist nichts passiert. Im Schadenfall wäre Ihre Betriebshaftpflicht sowohl aus Verschulden als auch aus der Gefährdungshaftung aufgekommen.

    Zu gleichen Teilen haftet die Haftpflicht-Versicherung des Weidepartners, da wie hier beschrieben kein schuldhaftes Verhalten (kaputter Zaun o. ä.) vorliegt.

    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo liebes Uelzener-Team 

    Ich habe da eine Frage zu folgenden Fall. 

    Auf dem Stuten- Paddock kam es zwischen meiner und einer anderen Stute zur keilerei. Dies haben mehrere Einsteller beobachtet und die "Zicken" erstmal getrennt, dann wurde ich und dann der Tierarzt benachrichtigt. Mein Pony wurde dabei so sehr verletzt, dass die Wunde getackert werden musste, Schmerzmittel  etc. 

    Wer haftet? 

    Vielen Dank im voraus 


  • Mein Pferd ( Wallach) ist von seiner Wiese auf die Nachbar Wiese gelangt. 

    Auf dieser Nachbarwiese stehen Stuten. Beim reinholen der Pferde stellte man fest, daß eine  Stute verletzt ist. Der Tierarzt diagnostizierte einen Anbruch des Virderbeines. 

    Niemand hat gesehen, wie sich die Stute verletzt hat.

    Jetzt wird gesagt, daß mein Wallach die Verletzung verursacht hat., weil er auf diese Stutenwiese gelangt ist. Aber niemand hat etwas gesehen. 


  • Liebe Anna,

    vielen Dank für Ihre Frage. In diesem Fall haben Sie Anspruch auf 50% der Tierarztkosten.

    50% sind es, da Sie sich die Tiergefahr Ihres eigenen Pferdes anrechnen lassen müssen, da sich dieses mit der anderen Stute „gestritten“ hat.

    Freundliche Grüße, Ihr Social Media-Team der Uelzener


  • Hallo Steffi,

    dies ist leider kein eindeutiger Fall. Es wäre zu vermuten, dass der Wallach ursächlich geworden ist, nachweisen kann es jedoch niemand! Daher ist die rechtliche Bewertung von dem jeweiligen Gericht abhängig. Die Tendenz der Gerichte geht jedoch dahin, dass eine Haftung des Halters vom Wallach verneint wird.

    Freundliche Grüße, Ihr Social Media-Team der Uelzener


  • Hallo liebes Uelzener-Team!                                Wenn ein neues Pferd vom Stallbesitzer ohne Wissen der anderen Pferdehalter in die Herde stellt und es passiert irgendwas, wer haftet dann?                                                                                                                                             Vielen Dank im voraus

     


  • Liebe Yvonne,

    in diesem Fall haftet eher derjenige, der ohne Einverständnis der anderen Pferdehalter ein neues Pferd in die Herde gestellt hat, da man hier damit rechnen muss, dass es zu Streitigkeiten zwischen den Pferden kommen kann.

    Viele Grüße, Ihr Social Media-Team der Uelzener


  • Hallo liebes Uelzener-Team,

    auf unserer Koppel wurde ein Pferd durch einen Tritt verletzt. Zu diesem Zeitpunkt waren insgesamt 7 Pferde auf der Koppel. Jedoch hat niemand gesehen wie es zu dem Unfall gekommen ist und somit ist unklar welches Pferd das andere verletzt hat. Wer haftet nun?

     

    Liebe Grüße

    Laura


  • Liebe Laura,

    wenn nicht ermittelt werden kann, welches Pferd den Schaden / die Verletzung verursacht hat, kann nach aktueller Rechtsprechung leider auch keiner der anderen Pferdehalter haftbar gemacht werden.
    In diesem Fall müsste der Halter des verletzten Pferdes die Behandlungskosten selber tragen.

    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Guten Morgen,

    folgender Fall:

    Zwei Pferde stehen in der Nähe der Heuraufe. Das eine Pferd schießt nach vorne, um das andere Pferd von der Heuraufe zu verscheuchen. Damit stürzt das "gejagte" Pferd ziemlich arg und verletzt sich. Die linke Hinterhand kann durch das verletzte Pferd nicht mehr belastet werden. Der gerufene Tierarzt prüft, röngt und weist das Tier dann in eine Pferdeklinik ein, weil die Verletzung nicht zweifelsfrei geklärt werden kann. In der Klinik werden umfangreiche Untersuchungen vorgenommen und auch ein mehrtägiger Klinikaufenthalt ist notwendig.

    Das "jagende" Pferd ist bei der Uelzener versichert. Kommt die Haftpflicht auch für diesen "Unfall" auf?! Das heißt werden alle Kosten der Geschädigten übernommen?! (Tierarzt und Klinik)

    Der Unfallhergang wurde durch mehrere Miteinstaller zusätzlich beobachtet, so dass sich genau sagen lässt, welches Pferd das verletzte Pferd gejagt hat.

    Mit freundlichen Grüßen

    C. Thiemann


  • Lieber Christian,

    vielen Dank für die ausführliche Schilderung. Wir hoffen dem verletzten Pferd geht es wieder besser.
    Eine konkrete Prüfung des Falls können wir hier leider nicht gewährleisten. Wir bitten Sie darum den „normalen“ Weg zu gehen und die Schadenmeldung an info@uelzener.de zu senden, am besten mit Nennung der Versicherungsscheinnummer oder weiterer Daten zum Versicherungsnehmer. Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Eines meiner pferde hat ein weidezelt beschädigt. Ist mit dem Halfter dran hängen geblieben und hat es umgeworfen. Das Pferd ist bei ihnen versichert. Wie sieht die Haftung aus?


  • Hallo Herr/Frau Behrends,

    das hört sich nach einem „klassischen“ Leistungsfall an. Der Fall müsste allerdings noch einmal genau geprüft werden. Am besten melden Sie den Schaden direkt bei unserer Zentrale.

    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Sehr geehrte Damen und Herren,

    unsere Pferde dürfen - nach einer angeblichen "Koppel-Rauferei" mit einem Neuling - nicht mehr mit den anderen Pferden auf die Koppel. Unsere Bitte, für unsere Pferde doch dann einen Teil der Koppel mittels E-Zaun abzutrennen, wurde abgelehnt. Unsere Pferde stehen nun auf allein auf einem Paddock - ohne Schatten und ohne direkten Kontakt zu Artgenossen. Die Pferde leiden sichtlich unter diesem Zustand - hierauf haben wir den Stallbesitzer bereits mehrfach per SMS aufmerksam gemacht. Begründet wurde dies damit, dass "wer sich als Pferd nicht benehmen kann, eben aus dem Herdenverband fliegt..." (O-Ton Stallbesitzer). Unser Einstellervertrag ist bereits fristgerecht zum 1.8.2017 gekündigt - jedoch würden wir aufgrund der dargestellten nicht pferdegerechten Änderung der Einstellungsbedingungen den bestehenden Vertrag - zum Wohl unserer Pferde - gerne fristlos kündigen. Besteht hier ein Sonderkündigungsrecht?

    Für Ihre Mühe besten Dank und freundliche Grüße!

    Hannah Killian


  • Sehr geehrte Frau Killian,

    vielen Dank für Ihre Frage. Leider erfordert es hier einer juristischen Antwort.

    Gern können Sie sich mit unserer Rechtsschutz-Abteilung telefonisch unter 0581 8070-0 in Verbindung setzen.

    Unsere Kollegen werden sich dann mit Ihrem Fall auseinandersetzen.

    Viele Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Liebes Redaktionsteam, mein Pferd ist an einer Eibenvergiftung  auf der Wiese verstorben. Er stand dort in Vollpension. Mir war nicht bekannt,dass am Rand der Wiese eine Eibe wächst, die nicht ausreichend zurückgeschnitten war (es handelt sich um einen kleinen Baum am Rand einer großen Wiese, von dem die Stallbetreiber aber Kenntnis hatten). Noch dazu hatten es die Stallbetreiber versäumt, das Stromgerät aufzuladen (!), sodass mein Pferd ungehindert fressen konnte und an den Folgen verstorben ist. Haftet hierfür die Versicherung des Stallbetreibers, obwohl es sich um ein derart fahrlässiges Verhalten handelt? Sie wollen mir die 50%ige Tiergefahr anlasten!? Vielen Dank für Ihre Mühe, Yvonne.


  • Liebe Yvonne, was wir hier hören, tut uns furchtbar leid. Unser Mitgefühl lässt sich gar nicht in die richtigen Worte fassen.
    Für uns hört sich das nach Fahrlässigkeit an, denn der Stallbetreiber hat eine sogenannte Verkehrssicherungspflicht. Bitte haben Sie jedoch Verständnis, dass wir vom Redaktionsteam keine verbindliche Beratung vornehmen können. Unser Tipp: holen Sie sich am besten anwaltlichen Rat. Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo, sind Pferd nachts auf der Koppel eigentlich auch versichert?  Viele Stallbetreiber scheuen aus versicherungsrechtlichen Gründen die Möglichkeit. Leider habe ich dazu noch nirgends was gefunden...

    VG

     

    Iris


  • Liebe Iris, solange in den Bedingungen nichts Gegenteiliges steht, genießen die Pferde auch nachts auf der Weide Versicherungsschutz :)
    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo liebes Uelzener Team

    Meine Stute stand ca. zwei Monate mit noch 6 anderen Stuten nachts auf der Koppel. Meine Stute fing an plötzlich ein paar Stuten zu besteigen.dies habe ich auch gesehen.meine Stute wurde bereits vom Arzt untersucht und hat wahrscheinlich Zysten an den Eierstöcken,was so ein Verhalten hervorrufen kann. Nun wurde eine der bestiegenen Stuten hinten an der fessel verletzt.der unfall wurde nicht gesehen, jedoch wird davon ausgegangen, das meine Stute die Verletzung der anderen Stute zugetragen hat (nach dem besteigen abgerutscht).die wunde hat sich bereits entzündet und evtl muss diese Stute in die Klinik um über die venen Antibiotika verbreicht zu bekommen

    Wie sieht es da mit der Haftung aus?


  • Hallo S., auch wenn aufgrund der vergangenen Erfahrungen Ihr Pferd stark im Verdacht steht, die Verletzung bei der anderen Stute hervorgerufen zu haben, wird im Normalfall ohne einen konkreten Zeugen die Forderung zurückgewiesen. Hierzu gibt es bereits allerhand Gerichtsurteile, zum Beispiel: LG Lübeck 14 S 178/07, LG Duisburg 10 O 93/07, OLG Köln 18 U 98/13, AG Regensburg 11 C 692/13, oder OLG Frankfurt 14 U 14/15 (und noch einige mehr…). Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo liebes Uelzener Team,

    wie verhält es sich wenn 2 Pferde gemeinsam auf einer Koppel stehen, Pferdebesitzerin A möchte ihr Pferd A von der Koppel holen. Pferd B trängt sich dazwischen und schlägt nach Pferdebesitzerin A und trifft diese mit dem Hinterhuf am Unterarm (gebrochen). Muss hier die Versicherung von Pferd B zahlen? Oder trifft Pferdebesitzerin A eine Mitschuld?


  • Liebe Claudia, ganz pauschal kann man das leider nicht beantworten, auch wenn sich der Sachverhalt zunächst einfach anhört. Grundsätzlich ist die Pferdebesitzerin von Pferd B für einen solchen Schaden haftbar zu machen. Ob es ein Mitverschulden der Pferdebesitzerin A gibt, muss im Einzelfall entschieden werden. Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo liebes Uelzener-Team,

    mein Pferd steht mit nur einem weiteren Pferd auf der Koppel. Mein Pferd kam mit sehr schweren Verletzungen von der Koppel und musste anschließend auch in die Klinik. es ist klar, dass es nur ein Pferd sein kann, welches mein Pferd so "hingerichtet" hat. Allerdings hat es niemand beobachtet wie es passiert ist. Gilt hierbei dann die Regelung, bei der jeder Pferdehalter 50% der Schäden trägt?

     

    Vielen Dank im Voraus


  • Hallo Milena, wir hoffen, Ihr Pferd konnte sich mittlerweile von seinen Verletzungen erholen? Wenn eine Selbstverletzung ausgeschlossen werden kann und klar ist, dass die Verletzungen durch ein/das andere Pferd verursacht wurden, dann greift wahrscheinlich die 50% Entschädigung. Aber ohne z. B. ein Gutachten kann man leider keine verbindliche Aussage treffen, da muss jeder Fall individuell geprüft werden. Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener

     


  • Liebes Redaktionsteam,
    in unserem Fall hat eine Stute friedlich grasend in ca 2-4 Meter Abstand zum Hinterteil einer anderen gestanden.Zur Zeit der Koppelabholung bewegte sich das vordere Pferd unvermittelt rückwärts auf das grasende Pferd zu, trat plötzlich aus und erwischte das hintere Pferd am Schädel. Die Pferde stehen schon seit Jahren, ohne Zwischenfälle zusammen auf der ausreichend großen Koppel. Wie sieht die Haftungsverteilung aus, bzw. schreiben Sie in Ihrem eingehenden Kommentar:"Nur wenn beobachtet wurde und bewiesen werden kann, dass das geschädigte Pferd zweifelsfrei und ohne Grund verletzt worden ist, so wird der Schaden zu 100 Prozent dem Besitzer des angreifenden Pferdes zur Last gelegt.Dies ist z.B. der Fall,wenn ein Pferd aus Übermut oder Freude nach hinten ausschlägt." Es gab Zeugen und die verletzte Stute hatte keine Reize gesetzt, die zu dem übermütigen Verhalten des anderen geführt haben könnten. Gibt es zu diesem Fall des "Übermut oder Freude" eine Rechtsprechung? Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen, viele Grüße, Peter


  • Hallo was ist wenn sich ein Pferd am Zaun verletzt und der Fuß genäht werden muss in Standnarkose und gespühlt ect. hat wieder einmal keiner gesehen und war auch niemand übernimmt das meine OP Premium oder Haftpflicht oder Weiderisiko ? 

     


  • Hallo Peter, Danke für die ausführliche Schilderung. Wir hoffen, dass es Ihrer Stute besser geht. Generell gilt, wenn mehrere Pferde gemeinsam auf einer umzäunten Weide laufen, mehrere Tiergefahren aufeinander treffen. Jedes Pferd birgt die Gefahr des unberechenbaren tierischen Verhaltens in sich. Wenn es bei Pferden, die sich außerhalb der unmittelbaren Kontrolle des Menschen befinden, zu artgerechten Rangordnungskämpfen oder Aggressionen kommt, oder wenn ein Pferd die von einem anderen Pferd beanspruchte Individualdistanz unterschreitet, so ist die "Verschuldensfrage" nicht zu beantworten. Jeder Pferdehalter muss sich der Gefahr bewusst sein, dass sein Pferd bei Gruppenhaltung verletzt werden kann oder es andere Pferde verletzen kann. Aufgrund der von seinem Pferd ausgehenden Tiergefahr wird dem Eigentümer 50 % des Gesamtschadens auferlegt. In dem geschilderten Fall ist davon auszugehen, dass das schlagende Pferd auf das andere reagiert hat, weil sich dieses zu dicht (Individualbereich) hinter dem Pferd aufgehalten hat. Schöne Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo Gabi, wenn der Zaun nicht in Ordnung war, steht der Tierhüter bzw. dessen Haftpflicht-Versicherung in der Haftung. Die OP-Versicherung greift bei unfallbedingter Wundnaht an einem stehend sedierten Pferd (Standnarkose). Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Liebes Redaktionsteam,

    zunächst vielen Dank für Ihre Kommentierung meines Schadenfalls.

    Wobei mich Ihre Antwort allerdings etwas stutzig macht. Sie schreiben doch: "Nur wenn beobachtet wurde und bewiesen werden kann (bei uns der Fall), dass das geschädigte Pferd zweifelsfrei und ohne Grund verletzt worden ist (bei uns der Fall), so wird der Schaden zu 100 Prozent dem Besitzer des angreifenden Pferdes zur Last gelegt."

    Das austretende Pferd näherte sich rückwärts dem geschädigten, sodass es selbst den "Individualraum" reduzierte und, wie Sie es selbst beschreiben, ein "Angreifer" war, .

    Welchen realistischen Beweis sollte man noch beibringen?

    Über eine Antwort würde ich mich erneut freuen,

    Peter


  • Hallo Peter,
     
    vielen Dank für Ihre Rückfrage. Bitte beachten Sie, dass wir grundsätzlich nur eine Einschätzung zu den geschilderten Sachverhältnissen geben und jeder Fall natürlich mit all seinen Details individuell beurteilt werden muss.
     
    Generell ist ein Abstand von 2 - 4 Meter bei Pferden sehr nah. Allein der Schlagradius liegt bei einem Pferd bei 1,5 bis 2,5 Metern (je nach Größe der Tiere). Die Individualdistanz ist bei jedem Pferd und der Position in der Rangordnung unterschiedlich. Manche dulden den Herdenpartner sehr dicht (sogar bis zur Berührung), andere hingegen vertreiben den Herdenpartner bereits bei 10 Metern Abstand.
     
    In dem hier vorliegenden Fall muss man davon ausgehen, dass das Pferd gezielt auf das andere losgegangen ist. Es hat auf das dahinter grasende Pferd reagiert. Hier ist davon auszugehen, dass ein typisches Beispiel für die Nichteinhaltung der erforderlichen Individualdistanz vorliegt, sodass dem Eigentümer 50 % des Gesamtschadens auferlegt wird.
     
    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Liebe Uelzener, 

    Der Zaun besteht aus einer Litze, zt nur kniehoch. Die Pferde brechen aus. Wer haftet? Stallbetreiber oder auch ich als Eigentümer, zumal mir der Zustand bekannt war? 


  • Liebe Claudia,

    vielen Dank für Ihre Frage. Grundsätzlich gilt: Verschuldenshaftung geht vor Gefährdungshaftung. Ist der Ausbruch des Pferdes auf ein Verschulden des Tierhüters zurückzuführen, so haftet dieser gegenüber den Dritten.

    Ein nur Kniehoher Zaun ist nicht hütesicher. Daher würde in Ihrem geschilderten Fall der Tierhüter haften.

    Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo,

    mein Pferd ist Nachts aus ihrer Box ausgebrochen und hat 2 Decken zerstört unf etliche Kleinteile. Die beiden Pferdebesitzer wollen die Decken ersetzt haben. Pferd ist Haftpflicht versichert. Gilt dies auch, weil das Pferd ausgebrochen ist. Viele Grüße


  • Liebe Michelle,
     
    vielen Dank für Ihre Frage und die Schilderung des Falles.
     
    Obwohl das Pferd ausgebrochen ist, handelt es sich anhand Ihrer Darstellung um einen regulierungspflichtigen Schadenfall. Sollten Sie bei der Uelzener versichert sein, können Sie diesen gern melden.
     
    Viele Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Hallo, unser Pferd stand eingestellt in einem Offenstall auf der Weide, also Fremdeingestellt als Zustellpferd. Dabei sind vor 2 Wochen alle Pferde auf dieser Koppel durch eine Eibevergiftung gestorben. Die beiden Pferde der Weidebesitzerin und das unsere. Da es auf dieser Koppel keine Eibe gab ist Fremdverschulden nicht auszuschließen. Wenn kein Täter festgestellt werden kann greift dan in diesem Fall die Weideversicherung der Weidebesitzerin? LG Matthias

     


  • Hallo Matthias,
     
    vielen Dank für Ihren Kommentar. Zuerst einmal möchten wir Ihnen unser Beileid zum Verlust Ihres Pferdes aussprechen.

    In einem solchen Fall, wie von Ihnen geschildert, gilt das Verschuldensprinzip. Wenn keinem Dritten ein Verschulden oder ein Verstoß gegen die Verkehrssicherungspflichten nachgewiesen werden kann, kann leider niemand haftbar gemacht werden.
     
    Viele Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener


  • Liebe Uelzener,

    mein Wallach stand normal im Laufstall mit weiteren bekannten Pferden. Es entstand eine spielerische Rangelei, er wurde von einer Stute am rechten Vorderfuss getreten. Das wurde beobachtet. Er lahmte leicht, hatte eine leichte Schwellung und wurde tierärztlich auf Bänderzerrung behandelt. Ich habe keine Schadensmeldung von dem Stutenhalter eingefordert, da ich die Versicherung nicht belasten wollte. Nun ist der Vorfall 8 Wochen her, das Lahmen ist in den letzten beiden Wochen stärker geworden und es besteht seitens der Tierärztin der Verdacht auf einen Gelenkchip und sie würde ihn gern in die Klinik überweisen. Kann ich nach so langer Zeit noch einen Schadensanspruch an den Stutenhalter stellen? Auch auf die vorangegeangenen Behandlungskosten?

    Besorgte Grüße Jana


  • Liebe Jana,

    vielen Dank für Ihre Nachricht. Zuerst einmal wünschen wir Ihrem Pferd gute Besserung und eine schnelle Genesung.

    Sie können auch jetzt noch die Forderungen stellen, sofern nachweisbar ist, dass die jetzigen Beschwerden Ihres Pferdes von dem Schadenereignis stammen.

    Die Haftungsquote wird in diesem Fall bei 50 % liegen. Aufgrund der spielerischen Auseinandersetzung wird Ihnen die von Ihrem Pferd ausgehende Tiergefahr und somit die Hälfte des Schadens auferlegt.

    Freundliche Grüße, Ihr Redaktionsteam der Uelzener

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