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West-Nil-Virus: Für Pferde und Menschen eine Gefahr

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Das West-Nil-Virus hat sich 2019 in Deutschland weiter verbreitet. Rund 20 Pferde sind bereits erkrankt. Die Infektion kann jedoch auch Menschen betreffen. Wir gehen dem Virus auf die Spur und erklären, welche Ursache der steigendende Anstieg der Infektion hat.

So wird der West-Nil-Fieber auf Pferde übertragen

Überträger des West-Nil-Virus sind Stechmücken. Mensch sowie Pferd können durch den Stich einer infizierten Mücke an dem Virus erkranken. Eine direkte Übertragung zwischen Mensch-Mensch, Pferd-Mensch und Pferd-Pferd ist jedoch nicht möglich. Das West-Nil-Virus wird über das Blut übertragen und besonders beim Menschen können eine Organtransplantation sowie eine Bluttransfusion ebenfalls für eine Infektion verantwortlich sein.

Welchen Grund hat der steigende Anstieg des West-Nil-Virus?

Erstmalig aufgetaucht ist das West-Nil-Virus 1937 in Uganda und breitete sich stetig über alle Kontinente aus. In den 60er Jahren gelangte das Virus nach Europa. In Deutschland trat 2018 erstmalig das West-Nil-Fieber bei Pferden und Vögeln auf. Ein Grund für die stetige Verbreitung, besonders in Deutschland, ist das langanhaltende, warme Wetter. Die Sommertemperaturen steigern die Vermehrung des Virus in der Mücke. Außerdem hat die Mücke bei heißem und langem Sommer die beste Möglichkeit sich zu vermehren. Die Mückenpopulation steigt stärker an.

Beim West-Nil-Virus zeigen nur einige Pferde Symptome

Genau wie beim Menschen entwickeln bei einer Infektion mit dem West-Nil-Virus die meisten Pferde keine Symptome. Wenn jedoch Anzeichen sichtbar werden, tauchen bei Pferden die ersten Symptome zwischen 3 bis 14 Tage nach dem Stich der Mücke auf:

  • Fieber bei Pferden
  • Depressionen
  • Hinterhandschwäche
  • Straucheln und Stolpern
  • Appetitlosigkeit
  • Kolik Anzeichen
  • Mattigkeit
  • Apathie
  • Krämpfe
  • Muskelzuckungen
  • Blindheit
  • Kopfschiefhaltung
  • Partielle Lähmung

 

Bei rund 30 bis 40 Prozent der infizierten Pferde bei denen Symptome sichtbar sind, verläuft die Erkrankung tödlich. Aber selbst bei einer Genesung bleibt das West-Nil-Virus bei circa 20 Prozent der infizierten Pferde nicht ohne Folgen. Ataxie und Schwächeerscheinungen können als Folgeerscheinung auftreten. Im schlimmsten Fall ist das Pferd als Reitpferd unbrauchbar.

So können Sie das West-Nil-Virus bei Pferden erkennen

Eine klare Aussage kann nur eine Laboruntersuchung des Blutes, Körperflüssigkeiten oder Organe der Pferde geben. Die Symptome sind sehr unspezifisch bzw. treten in vielen Fällen gar nicht auf. So kann das West-Nil-Fieber bei Pferden nicht mit einer herkömmlichen Routineuntersuchung diagnostiziert werden.

Gibt es Medikamente gegen das West-Nil-Virus?

Ein zuverlässiges Medikament gegen das Virus gibt es in der Schulmedizin derzeit nicht. Die Infektion mit West-Nil-Virus kann nur symptomatisch behandelt werden.

Meldepflicht: So gehen Sie vor, wenn das West-Nil-Virus ausbricht

Liegt eine Infektion mit dem West-Nil-Virus bei Pferden oder Vögeln vor, gilt eine Anzeigepflicht. Nicht nur der Tierhalter, sondern auch der Tierarzt sowie die Laboreinrichtungen müssen den Fall melden. Das Veterinäramt benötigt dabei folgende Informationen:

  • Name, Anschrift und Standort
  • Haltungsform des Pferdes
  • andere Tiere, die möglicherweise vom West-Nil-Virus betroffen sein könnten

 

Aber auch beim Menschen ist eine Ansteckung mit der Infektion meldepflichtig ­– der behandelnde Arzt informiert die Behörden.

Vor dem West-Nil-Virus kann das Pferd mit einer Impfung geschützt werden

Als Präventionsmaßnahme zum Schutz vor dem West-Nil-Virus kann Ihr Pferd mit einer Impfung geschützt werden. Eine Grundimmunisierung sollte vor der nächsten Mückensaison erfolgt sein. Besonders in bereits betroffenen Gebieten sowie bei häufigen Besuchen von Pferdeveranstaltungen, rät die Ständige Impfkommission zu einer Impfung. Bei Unsicherheiten hilft der Tierarzt weiter.

Bei einer West-Nil-Virus-Impfung Ihres Pferdes entstehen Kosten für Impfstoff und Behandlung. Wenn Ihr Pferd mit unserer Pferde-Krankenversicherung versichert ist, werden diese Kosten im Rahmen der Prophylaxemaßnahmen, welche auf 100€ pro Versicherungsjahr begrenzt sind, erstattet. In einigen Bundesländern können Pferdebesitzer außerdem Beihilfen für die Untersuchung und Impfung gegen das West-Nil-Virus beantragen. Informieren Sie sich hierzu am besten direkt bei der Tierseuchenkasse Ihres Bundeslandes.

Maßnahmen zur Reduzierung der Stechmücken

Hat die Mückensaison begonnen, können folgende Maßnahmen zur Reduzierung der Plagegeister das Risiko einer Infektion mindern und so zum präventiven Schutz Ihres Pferdes beitragen:

  • Das Wasser der Tränken sollten täglich gewechselt werden. So haben eventuelle Mückeneier im Wasser keine Chance zur Vermehrung.
  • Generell sollten alle anderen Behältnisse, in denen sich Wasser sammelt, abgedeckt oder ständig geleert werden. Je weniger Stechmücken sich im Umfeld des Pferdes befinden, desto kleiner ist das Risiko einer Ansteckung mit dem West-Nil-Virus.
  • Mücken haben außerdem eine magische Anziehung aufs Licht. Sobald niemand mehr im Stall arbeitet, ist abends das Ausschalten des Lichtes die beste Möglichkeit, die Plagegeister vom Stall fernzuhalten.
  • Mückenfallen können ebenfalls am Stall die Zahl der Stechmücken eindämmen.
  • Besonders wenn Pferde auf der Weide untergebracht sind, können Insektensprays (Repellentien) einen Mückenstich verhindern. So können Sie das Risiko einer Infektion mit dem West-Nil-Virus für Ihr Pferd senken.

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Kommentare


  • Hallo, habe gelesen dass die Pferdekrankenversicherung kosten für Behandlung und Impfung übernimmt. Ist das bei der Uelzener auch der Fall? 


  • Hallo Steffi,
    die Impfung wird in der Pferde-Krankenversicherung im Rahmen der Prophylaxemaßnahmen, welche auf 100€ pro Versicherungsjahr begrenzt sind, erstattet. Die Behandlung ist im Rahmen der versicherten Kosten ebenfalls mitversichert.
    Viele Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener

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