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Wind und Wetter


Dauerregen, Sturm, Kälte – der Winter hält dieses Jahr die ganze Palette an ungemütlichen Wetterbedingungen parat. Auch für die Pferde kann Regen auf die Dauer sehr anstrengend werden.

Regen ist für Pferde in der Regel unangenehmer als Frost. Pferde bilden in ihrem Winterpelz eine isolierende Luftschicht aus, die bei geringer Luftfeuchtigkeit die Abgabe von Körperwärme an die Außenluft verlangsamt. Dringt aber Wasser tiefer in das Fell ein, zum Beispiel durch Dauerregen, ist die Luft an der Haut feucht und entzieht dem Körper vermehrt Wärme, denn Wasser ist ein guter Wärmeleiter. Auch scharfer, kalter Wind kann ein Pferd auskühlen, weil er die Ausbildung der isolierenden Luftschicht auf der Haut stört. Steht das Pferd im Wind und ist das Fell zusätzlich noch nass, kann es auf Dauer stark auskühlen.

Diese Vorgänge führen dazu, dass die Tiere wesentlich mehr Energie verbrauchen, um ihre Körpertemperatur zu halten. Tagelanger Regen geht vor allem bei älteren und schwächeren Pferden schnell an die Substanz. Wichtig ist, dass alle Pferde bei solchem Wetter Zugang zu reichlich Heu und zu einem trockenen, windgeschützten Unterstand haben, in dem auch genug Platz zum Liegen vorhanden ist.

Aber: Oftmals werden gerade ältere Pferde von den anderen ausgegrenzt und aus dem Stall gedrängt. Beobachtet man ein solches Verhalten, müssen die betroffenen Pferde separiert werden. Gegebenenfalls kann durch einen zweiten Offenstall oder durch Einrichten eines „Seniorenpaddocks“ (natürlich auch mit Unterstand) Abhilfe geschaffen werden.

Bei Pferden, die auch im Winter nur ein kurzes Fell haben oder alt sind, ist bei längerem Regenwetter eine Regendecke sinnvoll. Robustpferde wie Isländer oder Shetties haben ein dickes Winterfell, das sie in der Regel auch bei stärkeren Niederschlägen trocken hält. Aber auch hier kann es nach tagelangem Regen dazu kommen, dass das Deckhaar das Wasser nicht mehr ausreichend abhalten kann. Darum sollte bei langen Regenperioden regelmäßig kontrolliert werden, wie weit die Feuchtigkeit bereits in das Fell eingedrungen ist. Bereits durchnässe Pferde werden mit Frottee-Tüchern „trockengelegt“ und mit einer extra Portion Heu versorgt und notfalls auch kurzzeitig eingedeckt oder aufgestallt.

Trotz aller Widrigkeiten sollte man seinen Pferden, wenn es möglich ist, auch bei schlechtem Wetter die Gelegenheit geben, mit ihren Artgenossen wenigstens stundenweise auf dem Paddock zu sein. Mit den richtigen Vorbereitungen, viel Heu und ein paar extra Kontrollblicken sollte das kein Problem darstellen.

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