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Zeckenschutz - Achtung, Zecken!


Unerfreuliche Entdeckung: Plötzlich findet man beim Streicheln oder Putzen seines Tieres einen Knubbel, an dem man bei näherem Hinsehen acht Beinchen entdeckt. Da hilft nur eins: Sofort fachgerecht entfernen. Denn je eher die Zecke verschwindet, desto besser.

Zecken gelten eigentlich als „Sommerproblem“, sind aber ab Temperaturen über 7 Grad aktiv und können daher auch außerhalb der typischen „Zeckensaison“ von April bis Oktober auftauchen. Sie halten sich in hohem Gras, dichtem Gebüsch und Unterholz auf und lassen sich dort von vorbei kommenden Tieren abstreifen. Anschließend krabbeln sie bis zu 12 Stunden auf der Haut herum, bis sie an einer günstigen Stelle zustechen. Meist sind das geschützte Bereiche mit weicher Haut wie beispielsweise zwischen den Vorder- oder Hinterbeinen, am Bauch oder an den Ohren.

Die häufigste einheimische Zecke ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Sie kommt überall in Deutschland vor. Durch das mildere Klima scheint es allerdings auch für südeuropäische Zeckenarten immer gastlicher bei uns zu werden. Zu den „Neuen“ gehören die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) und die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus). Zecken sind deshalb so gefährlich, weil sie schwere Krankheiten übertragen können: Bei Hunden zum Beispiel Babesiose („Hundemalaria“), Borreliose, Anaplasmose, bei Pferden Borreliose und Anaplasmose. Auch FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) konnte in seltenen Fällen bei Hunden und Pferden beobachtet werden. Bei Katzen konnten bei Blutuntersuchungen zwar auch Antikörper gegen verschiedene Krankheitserreger nachgewiesen werden, allerdings scheinen Katzen nur sehr selten zu erkranken.

Die Krankheitserreger sitzen im Speichel der Zecke (FSME) oder im Darm (Borreliose). Daher kann es nach dem Stich bis zu 24 Stunden dauern, bis Borrelien übertragen werden, wohingegen die Übertragung von FSME-Erregern beginnt, sobald die Zecke zusticht. Daher sollten Zecken zügig entfernt werden, am besten mit einer Zeckenzange oder Pinzette. Wichtig ist, dass die Zecke beim Entfernen nicht gequetscht wird, weil sie dann noch mehr Speichel abgibt. Auch das Beträufeln mit Öl, Spiritus und ähnlichem ist nicht empfehlenswert, denn durch diese „Behandlung“ kann die Zecke vermehrt Darminhalt und damit womöglich auch Bakterien ins Blut abgeben.

Hat man die Zecke gepackt, wird sie möglichst gerade herausgezogen. Reste des Stechapparates, die in der Wunde bleiben, kommen in der Regel nach ein paar Tagen von selbst heraus. Es empfiehlt sich aber, die Einstichstelle regelmäßig auf Entzündungen zu kontrollieren und auch auf eventuelle Krankheitsanzeichen (Mattigkeit, Fieber, Durchfall) beim Tier zu achten. Allerdings hat nicht jede Zecke Krankheitserreger im Gepäck. Trotzdem kann ein Stich für die Tiere ausgesprochen lästig werden, da er Juckreiz und lokale Entzündungen verursachen kann. Vorbeugend sollten bei Hunden und Katzen daher spezielle „Spot on“-Präparate vom Tierarzt verwendet werden. Sie werden einmal pro Monat auf die Haut zwischen den Schulterblättern geträufelt. Parallel dazu sollten die Tiere nach dem Spaziergang gründlich abgesucht werden. Pferde werden regelmäßig mit zeckenabweisenden Mitteln eingerieben. Und auch der Mensch sollte sich natürlich nach dem Spaziergang oder der Kuschelstunde mit der Katze selbst absuchen. Draußen hilft helle, langärmelige Kleidung, um die Zecke schnell zu entdecken. Hosenbeine sollten in die Socken gesteckt sowie spezielle Schutzmittel verwendet werden. In FSME-Risikogebieten ist eine Schutzimpfung sinnvoll.

 

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