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Erste Hilfe am Pferd

30.03.2017

Notfälle erkennen und korrekt handeln

Im Falle eines Falles richtig zu handeln, zu erkennen, was ein Notfall ist, und die richtige Entscheidung zur rechten Zeit zu treffen ist für Pferdebesitzer oft schwierig. Erste-Hilfe-Maßnahmen, wie wir sie bei Mensch oder Hund kennen, lassen sich beim Pferd so nicht anwenden. Pferde lassen sich weder in die stabile Seitenlage bringen, noch halten sie geduldig still, wenn sie schmerzhafte Verletzungen haben. Welche typischen Notfälle es gibt und welche sinnvollen Maßnahmen ergriffen werden können, erläutert Dr. med. vet. Karl-Heinz Salzbrunn, Gesellschaftstierarzt der Uelzener Versicherungen.

Schwere Verletzungen, Koliken, hochgradige Lahmheiten, Atemnot, Hufrehe oder Kreuzverschlag, es gibt verschiedenste Ursachen, bei denen das Pferd ernsthaft in gesundheitlicher Gefahr ist und bei denen der Tierarzt unverzüglich hinzugezogen werden muss. Wichtig hierbei ist, dass Pferdebesitzer dem Tierarzt den Notfall bereits telefonisch gut beschreiben und bis zu dessen Eintreffen Maßnahmen ergreifen können, die die Situation zumindest nicht verschlimmern.

Wunden

Schwere Verletzungen gehören in tierärztliche Behandlung. Große Wunden, aus denen das Blut pulsierend pumpt, sind offensichtlich ein Fall für den Tierarzt. Aber auch kleinere Verletzungen können gravierende Folgen haben, wenn die Lage unterschätzt wird. So lässt sich bei Wunden an den Beinen in der Nähe von Gelenken oder Sehnenscheide oftmals vom Laien nicht einschätzen, wie erheblich die Folgen sein können. Ein Alarmsignal ist immer, wenn durchsichtige Flüssigkeit austritt – hier besteht die Gefahr, dass es sich um Gelenkflüssigkeit handelt, was ohne intensive medizinische Versorgung zu einer schweren Infektion führen kann.

Grundsätzlich gilt: Bei tiefen Wunden bis zum Eintreffen des Tierarztes so wenig wie möglich selbst behandeln. Auf keinen Fall Blauspray oder Salben aufbringen, die nachfolgende Behandlung wird dadurch erschwert. Müssen starke Blutungen gestillt werden, so besteht die Möglichkeit eines Druckverbands, oder sollte die Verletzung am Bein sein, einer Staubinde. Letztere darf allerdings nicht länger als ca. 20 Minuten angelegt bleiben, da die Gefahr, dass Gliedmaßen absterben, bei längeren Unterbrechungen der Blutzirkulation zu hoch ist. Meist ist die Blutung auch bereits zum Stillstand gekommen.

Kleinere Verletzungen können gravierende Folgen haben

Hat sich das Pferd durch einen Fremdkörper verletzt, sollte dieser nur dann ohne den Tierarzt entfernt werden, wenn die Gefahr besteht, dass er weiter eindringt. Ansonsten kommt es oftmals zu starken Blutungen, und die Wunde ist vom eintreffenden Tierarzt wesentlich schlechter zu beurteilen. Auf jeden Fall ist der Tetanus-Schutz des Pferdes zu kontrollieren.

Plötzlich auftretende Lahmheiten

Wenn Pferde von jetzt auf gleich stark lahmen, kann dies vielerlei Ursachen haben, nicht immer ist es ein Notfall. Häufig sind die Ursachen Hufgeschwüre, Hufprellungen oder Einschüsse, aber es können auch Frakturen oder Sehnenrisse sein. All dies ist nicht direkt lebensbedrohlich für das Pferd, allerdings bedürfen alle Symptome stets einer fachgerechten Behandlung durch den Tierarzt. Die Pferde sollten möglichst wenig bewegt werden. Geschieht ein Unfall im Gelände, gilt es, abzusteigen, das Pferd im Schritt zu führen oder den Anhänger zu holen, es zu verladen und zurück in den Stall zu bringen. Bis zum Eintreffen des Tierarztes kann man, wenn keine klaffende Wunde oder kein offener Bruch Ursache für die Lahmheit ist, dem Pferd mit kaltem Wasser Erleichterung verschaffen. Entweder man wickelt den Huf mit nassen Tüchern ein (Einwegwindeln eignen sich hier auch bestens), oder man spritzt das betroffene Bein einfach lange ab.

Ein Notfall, der ein schnelles Eingreifen des Tierarztes notwendig macht und die Pferde auch an der Bewegung hindert, sind Krankheiten wie akute Hufrehe oder Kreuzverschlag. In beiden Fällen sind die Symptome oftmals deutliche Bewegungsunlust, Rehepferde entlasten stark die Vorderbeine und nehmen eine sägebockartige Stellung ein. Hier ist die Gabe von schmerzstillenden und im Fall des Kreuzverschlags entzündungshemmenden Mitteln unabdingbar. Da es sich in beiden Fällen um das Ergebnis einer gravierenden Stoffwechselerkrankung handelt, müssen Therapien in enger Absprache mit dem Tierarzt erfolgen. Pferde mit Verdacht auf Kreuzverschlag sind bis zum Eintreffen des Tierarztes unbedingt einzudecken und möglichst nicht zu bewegen.

Koliken

Wenn das Pferd eine Kolik hat, bedeutet dies vereinfacht, dass das Pferd Bauchschmerzen hat. Es gibt mannigfaltige Auslöser für Koliken und verschiedenste Schweregrade. Koliken können harmlos sein und von selbst wieder verschwinden, sie können aber auch zum Tod des Pferdes führen, schreitet man nicht schnell genug oder fachlich inkompetent ein. Diese Beurteilung kann allerdings nur von Fachleuten vorgenommen werden, daher ist es im Fall einer Kolik auf jeden Fall ratsam, schnellstmöglich den Tierarzt hinzuzuziehen. Bis zu dessen Eintreffen ist das Pferd in jedem Fall am Fressen zu hindern. Wenn es sich legt und ruhig liegen bleibt, so ist dies kein Problem. Sollte es sich wälzen, ist darauf zu achten, dass der Untergrund weich ist und ein Festliegen verhindert wird.

Schlundverstopfung

Merkmale einer Schlundverstopfung sind recht eindeutig: Die Pferde haben oftmals Hustenanfälle und Atemnot, Futterreste und Speichel kommen aus Maul und Nüstern. Auf jeden Fall müssen die Pferde sofort am Fressen und Trinken gehindert und der Tierarzt alarmiert werden. Bis dieser vor Ort ist, sollten die Pferde den Kopf möglichst tief halten, um ein Eindringen von Futterresten in die Luftröhre oder die Lunge zu verhindern, da sonst leicht lebensgefährliche Lungenentzündungen als Sekundärerkrankungen folgen.

Atemnot

Insektenstiche, allergische Reaktionen, versehentlich eingeatmete Fremdkörper oder Prellungen der Luftröhre – all dies kann zu akuter Atemnot führen. Hierbei ist Vorsicht geboten, denn Pferde mit Atemnot geraten häufig in Panik, und die Verletzungsgefahr für Mensch und Tier ist sehr hoch. Bis der Tierarzt eintrifft, sollte versucht werden, das Pferd ruhig zu halten und nicht unnötig zu bewegen. Bei hohen Außentemperaturen bringt man es am besten in den Stall oder in den Schatten und kühlt es eventuell ein wenig an den Beinen. Je detaillierter und sachlicher die Informationen über den Zustand des Pferdes beim Anruf in der Tierarztpraxis gegeben werden, desto besser.

Um im Falle eines Falles die Lage richtig beurteilen zu können, ist es wichtig, die Normalwerte des gesunden Pferdes zu kennen.

Körpertemperatur:

erwachsenes Pferd: 37-38,2 °C
Fohlen: 38-38,7 °C

Herzfrequenz/Puls:

28-40 Schläge in der Minute

Atmung:

erwachsenes Pferd: 10-16 Atemzüge pro Minute
Fohlen: 12-20 Atemzüge pro Minute

Die Messung der Werte ist nicht immer einfach. Der Puls lässt sich an der Unterkante der Ganasche fühlen. Hierzu fasst man mit Zeige- und/oder Mittelfinger in eine kleine Einkerbung, in der die Gesichtsarterie entlangläuft. Am einfachsten ist es, 15 Sekunden lang zu messen und das Ergebnis mit vier zu multiplizieren. In Abhängigkeit von Rasse, Alter, Körpergewicht und Trainingszustand variiert die Pulsfrequenz im Ruhezustand von Pferd zu Pferd. Es empfiehlt sich, den Normalwert für das eigene Pferd herauszufinden, indem man in gesundem Zustand misst.

Temperaturmessungen sind mit Hilfe eines digitalen Fieberthermometers (mit Vaseline einreiben) im After vorzunehmen. Sichern Sie das Thermometer, indem Sie eine Schnur daran befestigen.

Die Atemfrequenz lässt sich am sichersten anhand der Flankenbewegung ermitteln. Jedes Heben und Senken der Flanken wird als ein Atemzug gezählt.

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Joachim Sieben

Geschäftsführer


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